Aerotoxisches Logbuch: Was sich tut und was sich nicht tut

Dieses Logbuch beginnt mit dem Jahr 2017. Wir dokumentieren, was sich alles seither beim Problem kontaminierter Kabinenluft abspielt: Wenn sich sog. Fume-Events ereignen (soweit sie bekannt werden), was die Medien berichten, wie die Airlines reagieren, was die Aufsichtsbehörden (nicht) unternehmen, wie die Politik (nicht) reagiert. 

Wir halten die Meldungen über Fume-Events kurz. Wir wollen v.a. zeigen, wie oft es zu solchen Vorfällen kommt. Die Lufthansa beispielsweise konzediert selbst, dass es zu 1 Vorfall auf 2.000 Flügen kommt. Bei rund 1 Million Flüge im Jahr sind das - nur bei der Lufthansa - durchschnittlich 1 Incident täglich. Allerdings: Nur ein Bruchteil davon wird bekannt. Und nur diesen Bruchteil können wir hier dokumentieren.

Fume-Events, einige in den Jahren davor, haben wir - ebenso wie das Problem der unvollständigen Meldungen an die (eigentlich) zuständigen Behörden - beschrieben an anderer Stelle: unter Incidents - Vorfälle, die meistens nicht in den offiziellen Statistiken auftauchen.

Dort ist auch die gesamte Problematik der kontaminierten Kabinenluft in über 10 Kapiteln dokumentiert: Gift im Flieger? Fume Events, kontaminierte Kabinenluft und aerotoxisches Syndrom. Dort gibt es auch Hinweise & Tipps auf die Frage Was kann man tun im Falle eines Fume Events.

Dieses Aerotoxische Logbuch lässt sich auch direkt mit einem Permalink aufrufen: www.ansTageslicht.de/ATLB.

27. März 17

Kabinengewerkschaft UfO veranstaltet eine Demo gegen kontaminierte Kabinenluft

Ort des geplanten Geschehens: am Flughafen Frankfurt/Main - dem deutschen Flughafen. Eine weitere Demonstration ist für den 28. April angesetzt. Ziele: Es muss sich etwas bewegen. Z.B. Einbau von besseren Filtern, Einrichtung eines Entschädigungsfonds für jene, bei denen die Fume Event-Vorfälle und die daraus resultierenden Beeinträchtigungen nicht von der BG Verkehr als Berufsunfall anerkannt werden. Und vor allem: bessere Studien und mehr Forschung. Bislang dominieren vor allem industrienahe Untersuchungen, denen man nicht das Prädikat "unabhängig" verleihen kann. Mehr

24. März 17

Eastern Australian Airlines: Port Lincoln - Adelaide, S.A. (Australien)
Haviland Dash 8-300

Der Aviation Herald berichtet, dass ein fraglicher Fume-Event-Vorgang vom 10.November 2016 jetzt von der australischen ATSB untersucht und der Abschlussbericht veröffentlicht wurde. Details dort!

24. März 17

Zweiter Jahrestag des Germanwings-Absturzes im Jahr 2015: 4U9525

Während die Nachfahren der 149 Toten an der Unglücksstelle in den französischen Pyrenäen gedenken, gedenkt der Vater des Piloten im Berliner Maritim-Hotel auf einer Pressekonferenz. Er möchte, dass man ihm zuhört, was bisher nicht geschehen sei, weil alle seinen Sohn Andreas LUBITZ als vorsätzlichen Massenmörder sehen. So hat es auch 48 Stunden nach dem Absturz der französische Staatsanwalt erklärt.

Flugzeugdesaster aufzuklären dauert lange, meistens mehrere Jahre. Und manchmal gelingt es garnicht. Zwei Tage ist mehr als ungewöhnlich. Und ebenso ungewöhnlich, dass sich die anschließenden Ermittler, insbesondere auf deutscher Seite, alslo erst die BFU und dann die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, dieser These schnell angeschlossen und nicht in alle Richtungen ermittelt haben. Dies stellt der von Günter LUBITZ, dem Vater, eingeschaltete Luftfahrtexperte Tim van BEVEREN in seinen Ausführungen heraus. Er moniert methodische Mängel (Staatsanwaltschaft hatte keine Experten beauftragt, sondern sich nur auf den mit den Ermittlungen von der BFU beauftragten Elektroingenieur REUSS verlassen), aber noch mehr ungeklärte Fragen und mehrere Widersprüche in den Ermittlungen.

Die Ungereimtheiten und Schwachstellen belegen - bisher - in eindeutiger Weise keine andere Absturzerklärung, aber sie lassen die bisherige Theorie des depressiven Selbst- und Massenmörders erheblich schwächeln. Der Vater und sein Gutachter wollen die Ermittlungen wieder aufleben lassen. Mehr bei diesen Medien:

Das letzte Wort, die letzte Erklärung in dieser Sache ist offenbar noch nicht gesprochen

23. März 17

Obwohl bereits seit Oktober abgeschlossen veröffentlicht die EASA an diesem Tag um 17 Uhr zwei Studien zum Thema kontaminiert Kabinenluft:

Kurzformel: Auf knapp 100 Flügen hat es keine beunruhigenden Vorfälle oder überhöhte Messwerte gegeben, also alles in Ordnung. Wie man zu solchen Aussagen kommen kann, wenn die Branche selbst kommuniziert, dass es 1 Vorfall auf 2.000 Flügen gibt, wird nicht erklärt. Erklärlich wird dies allerdings, wenn man sich die Autoren anschaut: darunter Wolfgang ROSENBERGER von der MHH. Über ihn gibt es demnächst mehr.

Warum die beiden Studien just an diesem Tag veröffentlicht werden, darüber kann man nur spekulieren - tags drauf wird es auf einer Pressekonferenz um den Germanwings-Absturz am 24. März 2015 gehen. Vielleicht wird da das Thema Kabinenluft angesprochen?

23. März 17

Delta Airlines: Cincinnati - Orlando (USA)
McDonnell Douglas MD-88

Der Aviation Herald berichtet: smoking odour in cabin