CIA und Guantanamo in Deutschland

CIA Machenschaften in Deutschland - Was verschweigt die Regierung?


Quelle: Stern / Google Earth

Dass die CIA Menschen auf offener Strasse entführt, sie mit eigenen Flugzeugen weltweit in unterschiedliche Foltergefängnisse von Drittstaaten (z.B. Ägypten, Syrien) transportiert (so genannte renditions = „Überstellungen“) oder dass das amerikanische Militär und andere geheime Militärpolizeidienste vermeintliche Terroristen in den absolut rechstfreien Raum Guantanamo Bay auf Kuba einkerkern, haben weder der US-Geheimdienst noch US-amerikanische Regierungsstellen öffentlich gemacht.

Die Schicksale des Deutsch-Libanesen Khaled El MASRI aus Ulm, der einer Verwechslung zum Opfer fiel, oder von Murat KURNAZ aus Bremen, der sich als 19jähriger „zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort“ (Pakistan) aufhielt, wie es in einem geheimen Protokoll dreier deutscher Nachrichtendienstler steht, die eigens nach Guantanamo geflogen waren, um Murat KURNAZ dort zu vernehmen, sind ebenfalls nicht von der deutschen Bundesregierung oder sonstigen Sicherheitsbehörden bekannt gegeben worden.

Es waren die Medien, die diese Vorgänge, Merkwürdigkeiten und Verstrickungen der deutschen Politik und ihrer nachgelagerten Dienste ans Tageslicht gebracht hatten.

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) gehört – neben SPIEGEL, stern, den öffentlich-rechtlichen TV-Magazinen Frontal21 oder panorama zu jenen Medien, die nie locker gelassen und sich auch nicht mit fadenscheinigen amtlichen Begründungen zufrieden gegeben haben. Es war der Druck gerade dieser Medien, dass sich die Verantwortlichen zumindest hinterher für ihre Handlungen oder Unterlassungen vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss rechtfertigen mussten.

Die beiden für die Berichterstattung maßgeblichen Redakteure der SZ, Hans LEYENDECKER und Nicolas RICHTER, bekamen 2007 den „Wächterpreis der Tagespresse“ für ihre kontinuierlichen „Berichte und Analysen" zugesprochen, die „das zögerliche Verhalten der Bundesregierung“ zum „öffentlichen Thema“ gemacht hatten.

Wir dokumentieren hier zunächst die ‚ausgezeichneten’ Berichte der SZ. Der Redakteur Nicolas RICHTER beschreibt in einem Protokoll, wie die Berichterstattung begonnen hatte und wie die Recherchen liefen.

Da der Entführungsfall El MASRI in unserem "DokZentrum ansTageslicht.de" bereits auf dem Unterportal Frontal21 ausführlich dargestellt ist, konzentrieren wir uns hier auf dieser Site auf den Fall Murat KURNAZ. In einer Chronologie sind die wichtigsten Abläufe festgehalten, u.a. auch, wie die Verstrickungen der Bundesregierung und ihrer Nachrichtendienste in diesen Entführungsfall zusammenhängen. Hier können Sie auch nachlesen, welche Medien wann mit welchen Enthüllungen zur Aufdeckung dieser Affäre beigetragen haben.

Über die unmenschlichen Lebens- bzw. Haftbedingungen auf Guantanamo und wegen des völlig gesetzlosen Raumes nicht gerichtlich überprüfbaren Verhältnisse dort, hat nicht nur Murat KURNAZ ein Buch veröffentlicht, sondern auch der Publizist und Filmemacher Roger WILLEMSEN. Er liest einige Passagen vor - in einem TV-Bericht von Frontal21, indem er den dort immer noch – meist grundlos festgehaltenen – Gefangenen eine Stimme gibt, die sonst nicht zu hören wäre.

Weshalb sich die beiden ‚ausgezeichneten’ Journalisten mit solchen Themen beschäftigen und wie sie ihre Rolle als Redakteure dabei sehen, erfahren Sie in Interviews, die wir mit beiden geführt haben: Über die Autoren

Informationen über die Süddeutsche Zeitung, wie sie enstand, warum sie im Gegensatz zu den meisten anderen immer noch an Auflage zulegt, und wie sie es schafft, jeden Tag an (fast) jedem Kiosk präsent zu sein, dies können Sie unter „Die Süddeutsche Zeitung“ nachlesen.