Whistleblower

von mutigen Menschen, die (rechtzeitig) Alarm schlagen



"Zeugen" sind Menschen, die nachträglich darüber aussagen, z.B. vor Gericht, was sie gesehen haben oder was passiert ist.

"Whistleblower" sind Personen, die - vorher - Alarm schlagen: zum Beispiel auf Probleme, Missstände, Risiken oder Gefahren hinweisen.

Damit wäre - eigentlich - das meiste schon erklärt: Wenn Zeugen auftreten, ist in der Regel bereits alles zu spät. Wenn so genannte Whistleblower - manchmal auch als Informanten bezeichnet - auf etwas aufmerksam machen, dann geschieht dies rechtzeitig: man könnte, wenn man wollte, das Problem oder den Missstand beseitigen, die drohende Gefahr abwenden.

Beim Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall im Dezember 2006 gab es (nur) Zeugen. Das Dach begrub 49 Menschen unter sich. Niemand hatte vorher Alarm geschlagen, dass es für diese Dachkonstruktion gar keine Baugenehmigung gegeben hatte, dass ein falscher Kleber benutzt worden war, dass es keine technischen Überprüfungen gab, undsoweiter.

Im Fall des kleinen Kevin aus Bremen, den das Jugenamt, als es (endlich) kam, im Kühlschrank auffand, hatte auch niemand Alarm geschlagen. Kevin war nur zweieinhalb Jahre alt geworden. Niemand hatte eindeutige Hinweise an entsprechende Stellen weitergeleitet oder öffentlich gemacht, dass es hier Gefahr für Leib und Leben gab.

Eine Liste von weiteren Beispielen, bei denen es keine Warnhinweise von Menschen gab, wäre unendlich.

Wir stellen hier Menschen vor, die rechtzeitig auf Probleme, Missstände oder Gefahren aufmerksam gemacht haben. Diese Liste ist nicht so groß.

Die Personen, die wir hier vorstellen, kann man als 'Helden' bezeichnen, aber so sehen sie sich selbst nicht. Sie machen nur ihren Job - aus Überzeugung, aus Pflichtbewusstsein oder einfach, weil Probleme - egal welcher Couleur - Nachteile für andere bedeuten. Erst recht, wenn es um Risiken oder Gefahren geht.

Weil Whistleblower Schaden von anderen abwenden und verhindern, sind sie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unverzichtbar. Das Problem dabei: meistens wird ihre Rolle und ihre Funktion nicht wahrgenommen. Oder (völlig) falsch verstanden. Zumindest zu Anfang. Und da beginnen dann die Probleme für die Whistleblower selbst: Sie werden als Störenfriede, Nestbeschmutzer oder gar Verräter ausgegrenzt, gemobbt und/oder gekündigt. Im Öffentlichen Dienst, also bei Vater Staat, ebenso wie in privatwirtschaftlichen Unternehmen.

Wir dokumentieren das an Beispielen. Wir zeigen, welcher Nutzen für andere entsteht und welche Probleme Whistleblower hierzulande selbst bekommen (können).

Die Beispiele muten paradox an. Sie spiegeln die Wirklichkeit hierzulande wieder.

Wir haben die Hoffnung, dass sich das ändert. Dazu will diese Site einen Beitrag leisten.

Folgende Dinge finden Sie hier (siehe linke Navigationsleiste):

Außerdem gibt es hier im DokZentrum ansTageslicht.de ein weiteres Unterportal: INFORMANTENINFO. Dort geben wir Hinweise und Tipps, wie man 'brisante' Informationen an die Medien oder andere Institutionen geben kann, ohne sich und den eigenen Arbeitsplatz zu gefährden.