Tag: staatliche Macht


Whistleblower

Online am: 22.08.2012 | Aktualisiert am: 24.08.2015

Natalja WASSILJEWA – eine Pressesprecherin in Russland wird zur Whistleblowerin

Damit hatte niemand gerechnet: Dass kurz nach der zweiten Verurteilung des Oligarchen und PUTIN-Kritikers Mikhail CHODORKOWSKI im Dezember 2010 jemand öffentlich erklären würde, wie das Urteil zustande gekommen ist. Die (damalige) Pressesprecherin des Gerichts und Mitarbeiterin des Richters Nikolai DANILKIN hat es gewagt. Sie musste dafür auch die (beruflichen) Konsequenzen tragen. AnsTageslicht.de hat sie interviewt.

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Wächterpreis

Online am: 04.05.2013 | Aktualisiert am: 07.10.2015

Sportförderung und Intransparenz

Für den Hochleistungssport gibt der Bund viel Geld aus. Um die Mittel zu legitimieren, vereinbaren das zuständige Innenministerium und die Sportverbände Ziel- und Leistungsvereinbarungen. So auch für die Olympischen Spiele 2012 in London. Zwei junge Journalisten wollten Details erfahren. Um vergleichen zu können, wie stark Medaillenziele und tatsächlicher Medaillenspiegel voneinander abweichen. Anders gesagt: Wie effizient die Sportförderung ist. Daniel DREPPER und Niklas SCHENCK stellten daher Anfragen: nach dem Informationsfreiheitsgesetz. Das Bundesinnenministerium indes blockte. Und blockierte, wo und wie es nur ging. Bis die beiden Journalisten einen juristischen Hebel fanden, ihr Recht auf Informationen durchzusetzen. Es gelang in letzter Minute. Die Cleverness und Hartnäckigkeit wurde 2013 mit einem "Wächterpreis der Tagespresse" belohnt.

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Wächterpreis

Online am: 04.05.2007 | Aktualisiert am: 07.10.2015

Die Entführung des EL MASRI

Die USA, die gerne die Weltpolizei abgeben und sich als Hüter demokratischer Werte gerieren, sind gleichzeitig die Erfinder des politischen Outsourcing von Folter. Folter ist nämlich in den USA verboten. Was liegt da näher, andere Länder damit zu beauftragen. Z.B. Polen oder andere sogenannte Schurkenstaaten? Einen, den es getroffen hat: der deutsch-libanesische Khaled El MASRI aus Ulm. Von der CIA erst gekidnappt, nach Afghanistan verbracht, dort gefoltert, später wieder frei gelassen: eine Verwechslung. Wir rekonstruieren die ganze Geschichte. Und wie andere Journalisten weltweit diesen Fall bekannt gemacht haben.

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Online am: 19.03.2011 | Aktualisiert am: 07.10.2015

Eine kleine Zeitung mit hartnäckigem Engagement: ARSENJEVSKIJE VESTI

Wer sich in Russland mit den politisch Großen und wirtschaftlich Mächtigen anlegt, macht sich schnell unbeliebt. Die kleine Zeitung indes hat bis heute überlebt und sich auch durchgesetzt. Die Auflage steigt langsam, aber sie steigt. Auch in Wladiwostok gibt es offenbar immer mehr Menschen, die wissen wollen, was wirklich passiert. Ein kleines Portrait: über die Zeitungsmacher und einige ihrer Geschichten.

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Online am: 04.02.2010 | Aktualisiert am: 21.10.2015

Batumelebi - eine georgische Zeitung gegen den Mainstream

Eine junge Zeitung, die zudem von jungen Leuten gegründet und in Gang gehalten wird, hat es in einem Land, das von staatlichen Medien kontrolliert wird, schwer. Das wöchentlich erscheinende Blatt wird inzwischen auch überregional gelesen.

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Wächterpreis

Online am: 05.05.2013 | Aktualisiert am: 28.10.2015

"Gustl MOLLATH" - ein Justizskandal?

2006 vor Gericht von Vorwürfen seiner "Ex" freigesprochen, aber gleichzeitig in die Psychiatrie eingewiesen - wegen seines "paranoiden Gedankensystems". Und weil er "gemeingefährlich" sei. Das "paranoide Gedankensystem": MOLLATH's Vorwürfe und seine Anzeige wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche, in die seine "Ex" verstrickt sei. Rosenkrieg oder Vertuschung seitens Behörden und Justiz? Seit 2013 ist MOLLATH wieder frei: Die Staatsanwaltschaft hat das abgeschlossene Verfahren wieder neu aufgenommen. Und auch das Bundesverfassungsgericht hat das verlangt. Ergebnis einer längeren Berichterstattung durch die Medien. Eine Rekonstruktion der Themenkarriere.

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Online am: 06.03.2009 | Aktualisiert am: 03.11.2015

Der BND und "Curveball"

Dieses Bild gehört zu den größten "Fakes" der Weltgeschichte: vorgestellt vom US-Außenminister POWELL 2002 vor dem Sicherheitsrat der UN. Es sollte die kriegslüsterne Ausstattung mit ABC-Waffen von Saddam HUSSEIN im Irak beweisen. Und (endlich) einen Grund für einen zweiten Irak-Krieg liefern. Der Einflüsterer: ein irakischer Flüchtling, der mit seinen Geschichten in Deutschland bessere Asylkonditionen herausholen wollte: "Curveball", wie ihn der BND bezeichnete ...

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Wächterpreis

Online am: 04.05.2012 | Aktualisiert am: 18.12.2015

Finger weg vom OLG Koblenz

Wenn eine Partei über die absolute Mehrheit verfügt, läuft sie Gefahr, hochmütig zu werden und essentielle demokratische Spielregeln außer Kraft zu setzen. So geschehen 2006 in Rheinland-Pfalz, als die SPD versuchte, die eher konservative Richterschaft durch eigenes Parteivolk zu ersetzen. Kein Trick war Kurt BECK und seinem neuen Justizminister zu Schade, um den Präsidentenposten beim OLG Koblenz SPD-nah zu besetzen. Als das Bundesverwaltungsgericht das längst Geschehene als unrechtmäßig wieder aufhob, ersann die SPD einen neuen Trick: Sie wollte das OLG auflösen. Doch jetzt meldete sich die Zivilgesellschaft zu Wort - die SPD-Pläne wurden zur Makulatur. Und jener besetzte die OLG-Präsidentenposition, der von Anfang an der Geeignetere war - ohne Parteibuch.

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Online am: 28.11.2011 | Aktualisiert am: 23.12.2015

Stuttgart 21

Wir rekonstruieren den Beginn von "Stuttgart 21" von Anfang an und beginnen deshalb im Jahr 1988. Damals hatte der Verkehrswissenschaftler an der Uni Stuttgart, Prof. Dr. Gerard HEIMERL, in einer Denkschrift erste Überlegungen angestellt, wie sich die Landeshauptstadt Stuttgart, die in einem Talkessel liegt und einen Kopfbahnhof hat (so wie Frankfurt, Leipzig oder München) besser in das europaweite Eisenbahnverkehrskonzept einbinden ließe. Es war der Ausgangspunkt weiterer Planungen, die sich in bisher typischer "Basta"-Manier mehr oder weniger hinter verschlossenen Türen, allenfalls hier und da in ausgewählten Fachöffentlichkeiten abspielten...

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Whistleblower

Online am: 25.07.2011 | Aktualisiert am: 16.01.2016

Ernest Bakschetsian - zwischen Mafia und Regierung

Wladiwostok, das Einfallstor für Importe, aber auch Schmuggelwaren aller Art, ist von Moskau weit weg: über 7 Zeitzonen entfernt, weshalb dort auch die Uhren anders ticken. Was in Moskau gewollt wird, muss noch lange nicht in Wladiwostok umgesetzt werden. Dies hat auch Ernest BAKSCHETSIAN zu spüren bekommen, der dort als oberster Zollchef Recht und Gesetz durchsetzen sollte. Und wollte. Die lokalen Strukten vor Ort und in der ganzem Region Primorje ließen das nicht zu: ein dicht gewebtes Netz aus Sicherheitsapparat, örtlichen Politikern und Geschäftsleuten, oft alles in Personalunion miteinander verquickt, sahen ihre Kreise gestört...

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Online am: 26.10.2012 | Aktualisiert am: 21.01.2016

Die SPIEGEL-Affäre 1962 und danach

Der Einmarsch der staatlichen Macht in Gestalt eines Sonderkommandos des BKA, angeführt durch einen ehemaligen strammen SS-Hauptsturmführer, sowie des Militärischen Abschirmdienstes, unterstützt von Kriminalpolizisten in die Redaktionsräume des SPIEGEL markiert einen Wendepunkt in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Von da an war vieles nicht mehr so wie vorher. Auf der politischen Bühne musste der Bundesverteidigungsminister, Franz Josef STRAUSS, zurücktreten, ADENAUER seinen Abgang ankündigen. Der Angriff auf die Pressefreiheit hatte viele Folgen. Die wichtigste: Auf Seiten der Zivilgesellschaft erwachte die Demokratie, die es bisher nur auf dem Papier gab.

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Online am: 01.08.2010 | Aktualisiert am: 27.01.2016

"Altaigate": hinter einem Absturz verbirgt sich ein Politikum

Ein Hubschrauberflug mit VIP's an Bord, u.a. russischen Geschäftleuten, einem Gouverneur sowie dem Kontaktmann des russischen Parlaments beim Staatspräsidenten MEDWEDEW, endet im Absturz: eine technische Panne. So die offizielle Version. Doch aus dem "Unfall" wird schnell ein Skandal: "Altaigate" - in Anlehnung an die bekannte "Watergate"-Affäre. Nicht technische Probleme führten in den Tod, sondern riskante Flugmanöver, um den Passagieren ein illegales Jagdvergnügen zu ermöglichen. Es kommt zu Protesten und Aktionen ... Es ist die erste Geschichte, die das DokZentrum im Sommer 2010 zusammen mit Studierenden des Freien Russisch-Deutschen Instituts für Publizistik (FRDIP) an der Lomonosov-Universität in Moskau rekonstruiert hat. zur ganzen Geschichte

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Online am: 01.03.2010 | Aktualisiert am: 11.02.2016

Nowaja Gaseta - die Neue Zeitung in Russland

1993 von ehemaligen Journalisten der russischen 'BILD-Zeitung' (Komsomolskaja Prawda) gegründet und von Mikhail GORBATSCHOW sowie einem (inzwischen) regimekritischen Oligarchen finanziell abgesichert, ist bei dieser Zeitung vieles neu: Die Auflage ist mit rund 300.000 Exemplaren in dem Nichtzeitungsland Russische Föderation vergleichsweise hoch. Noch höher: die inoffizielle Reichweite - aufgrund ihrer akribischen Reportagen und Recherchen wird sie von fast allen Mächtigen gelesen. Und gehasst. Mit entsprechenden Folgen: Es gibt wenig Zeitungen auf der Welt, die so viele Journalisten 'verloren' haben. Darunter z.B. auch Anna POLITKOWSKAJA. Sie wurde an PUTIN's Geburtstag im Jahr 2006 erschossen.

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Online am: 14.02.2011 | Aktualisiert am: 11.02.2016

Michael BEKETOV: der Journalist, seine Stadt, die Autobahn und der Wald von Chimki

Erst für die Stadtverwaltung des Moskauer Vorstadt Chimki tätig, dann die Seiten gewechselt und eine eigene Zeitung gegründet: die "Wahrheiten aus Chimki". Schnell geriet der ehemals staatstreue Journalist, der danach über Filz und Korruption schrieb, ins Visier der neuen Mächtigen. Er wurde bedroht, dann zum Krüppel zusammengeschlagen, konnte danach nicht mehr sprechen. Sein letztes Thema und Engagement: der Autobahnbau, der den Wald von Chimki frisst. Vom Krüppeldasein konnte sich BEKETOV nicht mehr erholen - er starb 2013 im Alter von 55 Jahren. Seine Arbeit wird aber weitergeführt.

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Online am: 01.09.2012 | Aktualisiert am: 03.03.2016

Die neue Zivilgesellschaft in Russland

Medien und Menschen verändern die Welt, so lautet das Credo des DokZentrums ansTageslicht.de. Deshalb bleibt auch in Russland nichts wie es ist. Änderungen gehen manchmal halbwegs schnell von Statten. Meistens dauert alles etwas länger. Prognosen stellen kann keiner. Aber beschreiben, was vor und hinter den Kulissen geschieht. Wir versuchen die Entwicklung der neuen Zivilgesellschaft in Russland abzubilden. Es sind russische Studenten, die das im DokZentrum machen.

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Wächterpreis

Online am: 04.05.2016 | Aktualisiert am: 14.04.2016

PEGIDA: neuer bürgerlicher Rassismus

Im Oktober 2014 erschien PEGIDA zum ersten Mal auf den Straßen Dresdens. Mit dem „Abendspaziergang“ an einem Montag machten Demonstranten um Lutz BACHMANN auf sich aufmerksam. Niemand ahnte zu dem Zeitpunkt, dass aus dieser ersten friedlichen Demonstration eine Bürgerbewegung werden würde, die durch Gewaltbereitschaft, Hasstiraden, Volksverhetzung und Rassismus für Furore sorgen würde.

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