Gift im Flieger? Fume Events, kontaminierte Kabinenluft und aerotoxisches Syndrom

Eine ergänzende Kulturgeschichte zum Thema "Fliegen ist sicher"

Das technische Problem ist in der Branche allen bekannt: Die Luft in einem Flugzeug wird über die Turbinen abgezapft. Turbinen sind Hochleistungsmotoren, die eines speziellen Schmierstoffs bedürfen, um nicht heiß zu laufen: synthetische Öle. Einer der Bestandteile: Organophosphate - Grundlage für Pestizide und chemische Kampfstoffe. TCP (Trikresylphosphat) beispielsweise ist hoch toxisch. Bei Motorölen fürs Auto längst verbannt, ist dieses Nervengift fester Bestandteil im Turbinenöl. Inzwischen weiß man um über 50 weiterer potenziell bedrohlicher Stoffe. Z.B. verdampfte Hydraulikflüssigkeiten oder im Winter Enteisungsmittel. Im Normalzustand ohne sonderlichen Probleme entwickeln sich die Wirkungen bei 400 Grad Celsius dann ganz anders. Und da beginnen die nächsten Probleme: für die Gesundheit aller, die fliegen.

Dieses Thema können Sie auch direkt aufrufen und verlinken: www.ansTageslicht.de/Kabinenluft. Aktuelle Vorfälle, u.a. sogenannte Incidents, dokumentieren wir (fast täglich) in unserem Aero-Toxischen Log-Buch: www.ansTageslicht.de/ATLB.

Wir empfehlen: Lesen Sie zuerst, warum wir uns mit diesem Thema beschäftigen - gleich hier das allererste Kapitel:


Warum wir uns mit "Kabinenluft" und "aerotoxischem Syndrom" beschäftigen

Asbest und Krebs, Holzschutzmittel und giftige Substanzen, kontaminierte Kabinenluft und aerotoxisches Syndrom: Es gibt viele Parallelen. So hat es lange gedauert, bis z.B. Asbestose als Berufskrankheit anerkannt wurde, noch länger bis der Stoff verboten wurde: 90 Jahre. Bei den Holzschutzmitteln ging es etwas schneller: rund 30 Jahre. Das Thema der vergifteten Kabinenluft hält bereits seit 70 Jahren an. Und wird teilweise immer noch abgestritten. Deshalb wollen wir wissen, was Sache ist. Und recherchieren. Im eigenen 'Auftrag'.

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Luftfahrt: zwischen Präventionsdenken und Schweigegeldern

Fliegen ist das sicherste Verkehrsmittel. Grund: Man praktiziert Fehlerkultur, konkret: man lernt aus Fehlern, Pannen und sogenannten Incidents . So hat sich weltweit Präventionsdenken breit gemacht. Nur ein Bereich bildet eine Ausnahme: das Problem der kontaminierten Kabinenluft bzw. das aerotoxische Syndrom. Für die Branche ist es billiger, regelmäßig Schweigegelder an Betroffene zu bezahlen, als die Lösung des Problems beim Kern anzugehen. Grund: das Problem ist nicht immer sichtbar und deshalb nicht so präsent in der öffentlichen Wahrnehmung.

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Kontaminierte Kabinenluft: Ein Gesundheitsproblem wird zur Gewissheit. Chronologie des aerotoxischen Syndroms

Alles begann mit dem Düsenflugzeug. Und den Turbinen: synthetische Öle werden gebraucht, die Nervengifte enthalten - ein Gesundheitsrisiko, wenn es Pannen gibt. Und die kommen häufiger vor als man merkt. Hier eine Chronologie, wie Hersteller, Fluglinien, die Politiker und die Behörden damit umgehen: mit der Gesundheit der Menschen.

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"Incidents": Vorfälle, die meistens nicht in den offiziellen Statistiken auftauchen

So wie es hier auf einem Flug am 17. September 2010 in einer Boeing 757 aussah, Rauchschwaden und bissiger Gestank im ganzen Flugzeug ("Fume Event"), ist es nicht immer. Manchmal riecht man es nur ("Smell Event") und meistens noch nicht einmal das. Trotzdem: das Risiko fliegt immer mit. Und ist am gefährlichsten, wenn man es nicht merkt. Weil man dann hinterher keine Gegenmaßnahmen ergreifen kann.

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Gesundheit, Wissenschaft und wirtschaftliche Interessen beim aerotoxischen Syndrom

Gesundheit und Wissenschaft bzw. Medizin sind miteinander verbündet: Je mehr man weiß, umso besser kann man helfen. Noch besser: vorbeugen. Dies geht indes nur, wenn man objektiv an Dinge herangeht und dort, wo es Probleme oder Unsicherheiten gibt, diese akzeptiert - solange man es nicht besser weiß. Wenn Medizin und Wissenschaft indes spezifischen Interessen dienen (sollen), dann leidet darunter meistens die Gesundheit. Wie beim aerotoxischen Syndrom.

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Meldesysteme in der Luftfahrt - Whistleblower auch hier unverzichtbar

Solange es keine flächendeckende Kritik- und Fehlerkultur gibt, also die bedingunglose Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen, müssen Hinweise auf Pannen und Unregelmäßigkeiten anonym sein. Sonst würde niemand Alarm schlagen. In den USA hat es lange gedauert, bis es soweit war: eine kleine Historie dieser wichtigen Entwicklung, von der alle Flugpassagiere profitieren.

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Die Darstellung des Problems kontaminierter Kabinenluft im WIKIPEDIA

Was in dieser Enzyklopädie steht, in der jeder mitschreiben kann und die von völlig anonymen "Admin's" kontrolliert wird, betrachten viele als korrekt, relevant und vollständig. Auch Journalisten, die das hinterher kommunizieren. Wir testen, was dort zum "aerotoxischen Syndrom" überhaupt steht und wie sich die deutsche und englische Version unterscheiden. Das Ergebnis überrascht nicht.

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Andere über Fume Events, Kabinenluft und aerotoxisches Syndrom

Hier stellen wir eine Art Literatur- und Quellenliste zusammen, zu der aber auch wichtige mediale Publikationen gehören. Z.B. der Dokumentarfilm "Ungefiltert eingeatmet". Auffällig: Je näher Autoren an der Luftfahrtindustrie dran sind, umso stärker werden die Probleme heruntergespielt - ein bekanntes Phänomen. Bei Asbest und dem Holzschutzmittelsysndrom war das nicht anders.

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Betroffene kontaminierter Kabinenluft

Die Folgen sogenannter incidents sind für viele Betroffene dramatisch: sie verändern ihr Leben, beenden berufliche Träume und finanzielle Absicherung. Dazu: gesundheitliche Schäden für den Rest des Lebens. Wir dokumentieren einige Fälle von Geschädigten und einem ersten toten Piloten. Es ist eine unvollständige Sammlung.

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Wie die Öffentlichkeit von der kontaminierten Kabinenluft erfährt. Eine kleine Medienresonanzanalyse

Die Liste der Medienberichte aus den USA, Großbritannien, Deutschland und dem Rest der Welt ist unvollständig. Aber allein die Überschriften geben Auskunft, worüber sich die mediale Öffentlichkeit Gedanken gemacht hat. Und die Liste zeigt: in Deutschland wurde dies aller erst spät ein Thema.

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Was kann man tun

Zwischen Nichtstun und etwas dagegen tun - allgemein oder im konkreten Fall - liegt eine große Spannbreite von Handlungsmöglichkeiten. Je nachdem, wie weit man sich engagieren möchte: Wir zeigen einige Optionen auf. Und auch, was wie man sich verhalten sollte, wenn man in einen solchen "Vorfall" gerät, der hinterher nicht in der Statistik auftaucht und auf den man sich dann nicht mehr berufen kann.

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