Die Wächterpreisträger 2016 und ihre Geschichten

Obwohl (nur) 3 Preise gibt es 2016 insgesamt 9 Preisträger. An zwei von drei ausgezeichneten Geschichten hatten mehrere Redakteure gearbeitet. Aus den 55 Bewerbungen hat die Jury die folgenden 3 Einreichungen ausgewählt:

Der erste Preis

geht an Dr. Pia Heinemann, stellvertretende Ressortleiterin Wissen der "Welt am Sonntag"/"Die Welt"/"N24". Sie macht in ihrem Artikel „Pauschales Versagen“ schwere Fehlentwicklungen im deutschen Krankenhauswesen zum Thema. Sie beschreibt die Unzufriedenheit  vieler Ärzte über dessen Strukturen, die dazu führen, dass zu teuer, zu ineffizient und teilweise sogar gesundheitsgefährdend gearbeitet werde. Eine besondere Rolle spielt dabei die Fallpauschale, die maßgebend die Krankenhausfinanzierung bestimmt und oft dazu verleitetet, die Eingriffe zu bevorzugen, die am besten honoriert werden.

Der zweite Preis

wird zwischen Matthias Meisner, Redakteur beim Berliner Tagesspiegel, und dem Reporter-Team der SächsischenZeitung, Dresden, Alexander Schneider, Tobias Wolf und Ulrich Wolf geteilt. Beide Preisträger widmen sich den rechtsextremen Entwicklungen in Sachsen, die dem Land vor allem durch die Pegida-Bewegung traurigen Ruhm verschafft haben. Beide haben das Thema über lange Zeit engagiert verfolgt, die Ereignisse und ihre Hintergründe vor Ort beschrieben  und damit die Aufmerksamkeit auf ein bedrohliches Phänomen im öffentlichen Leben gelenkt. 

Den dritten Preis

erhalten Anne Kunze, Bettina Malter, Stephan Lebert und Fritz Zimmermann, die gemeinsam in der ZEIT die Probleme des Mindestlohns recherchiert haben. Sie sind dabei auf ein massives Auseinanderklaffen von Gesetz und Arbeitswirklichkeit gestoßen: Die Lohnlüge.


Die Preisverleihung findet am 10. Mai 2016 im Frankfurter Römer, dort im Kaisersaal statt. Die ausgezeichneten Geschichten werden im DokZentrum ansTageslicht.de ausführlich dokumentiert werden: durch Studenten an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg bis zum Ende des Sommersemesters Anfang Juli. 

Der Wächterpreis

"Couragierte Reporter" auszeichnen, die in "Wahrnehmung von staatsbürgerlichen Rechten", 

  • "den Kampf um eine saubere Verwaltung aufnehmen", 
  • "Übergriffe der Bürokratie oder anderer Machtgruppen" recherchieren und 
  • darüber dann auch berichten, und zwar "ohne Rücksicht auf Namen" und bestehende Verhältnisse sowie
  • Missstände schonungslos aufdecken. 

Dies ist das Ziel des "Wächterpreis der Tagespresse". So hat es die Stiftung "Freiheit der Presse" konstitutiert, die die Auszeichnungen verleiht. Mehr ...