Die Wächterpreisträger 2017 und ihre Geschichten

Jedes Jahr gibt es rund 60 Bewerbungen, aber nur 3 Preise. Im Prinzip ist das zu wenig, denn eigentlich haben (fast) alle diese Geschichten eine Auszeichnung verdient: In vielen Redaktionsstuben, heute meist Newsroom genannt, wird immer noch fleißig und hartnäckig recherchiert, Missstände aufgedeckt und öffentliche Diskussionen angeschoben. Die dann meist auch Veränderungen bewirken.


Im Jahr 2017 gibt es bei der Preisauszeichnung eine Besonderheit: Der erste und der zweite Preis wurden zusammengelegt. Grund: Die Jury hatte sich für die Recherchen und Veröffentlichungen entschieden, die nach den Vorfällen bei der Kölner Silvesternacht 2015/2016 entstanden waren. Weil es 3 Kölner Zeitungen waren, die alles aufgedeckt und auch die offiziellen Ermittlungen vorangetrieben hatten, wurde die beiden Preise zusammengelegt:

Der erste und zweite Preis

wurde den Redakteuren von Kölner Stadt-Anzeiger, EXPRESS und Kölnische Rundschau zuerkannt. "Ausgelassene Stimmung - Feiern weitgehend friedlich" - so lautete die Pressemitteilung der Kölner Polizei am Neujahrsmorgen wenige Stunden nach den unglaublichen Vorfällen am Dom und Hauptbahnhof, als über 1.000 Frauen sexuell belästigt und teilweise bestohlen wurden.

Dass die Polizei bald nachlegen musste, ist u.a. den 3 Kölner Zeitungen geschuldet. Hier ist die Geschichte und die Rekonstruktion der ganzen Ereignisse: www.ansTageslicht.de/Silvesternacht 

Der dritte Preis

wurde dem Politischen Korrespondent der Südwest-Presse zugesprochen. Er hatte nach den erfolgreichen Koalitionsverhandlungen zwischen GRÜNEN und CDU im Landtagswahljahr 2016 enthüllt, dass die Spitzen der beiden Regierungsparteien heimliche Nebenabsprachen getroffen und sogar schriftlich fixiert hatten. Davon wussten beispielsweise die Mitglieder der eigenen Regierungsfraktionen nichts.

Als alles durch die Recherchen herauskam, meinte Winfried KRETSCHMANN "Mauscheln gehört zum politischen Geschäft": www.ansTageslicht.de/Nebenabsprachen 

Die Preisverleihung findet am 29. Mai 2017 wie üblich im Frankfurter Römer, dort im Kaisersaal statt. 

Der Wächterpreis

"Couragierte Reporter" auszeichnen, die in "Wahrnehmung von staatsbürgerlichen Rechten", 

  • "den Kampf um eine saubere Verwaltung aufnehmen", 
  • "Übergriffe der Bürokratie oder anderer Machtgruppen" recherchieren und 
  • darüber dann auch berichten, und zwar "ohne Rücksicht auf Namen" und bestehende Verhältnisse sowie
  • Missstände schonungslos aufdecken. 

Dies ist das Ziel des "Wächterpreis der Tagespresse". So hat es die Stiftung "Freiheit der Presse" konstitutiert, die die Auszeichnungen verleiht. Mehr ...