50.000 Fälle = 100.000 Wählerstimmen, jährlich ...

50.000 Fälle = ca. 100.000 Wählerstimmen, jedes Jahr … (Rundmail Nr. 1 an die MdB’s)… Wählerstimmen, die – vermutlich – bei unseren demokratischen Wahlen verloren gehen. Grund: Die Betroffenen haben den „Glauben an den Rechtsstaat verloren“. Dieses Argument hören wir in dieser oder ähnlichen Form regelmäßig, wenn wir mit den „Betroffenen“ reden bzw. wenn die sich an uns wenden.

„Wir“: Das ist 1) die journalistische Plattform „DokZentrum ansTageslicht.de“, die 2) gleichzeitig als Sprachrohr eines wissenschaftlichen Forschungsprojekts dient: „Risikowahrnehmung durch Medienresonanz und öffentlichen Diskurs."

Auf dieser Plattform „ansTageslicht.de“ werden z.B. auch die mit dem renommierten „Wächterpreis der Tagespresse“ ausgezeichneten Geschichten ausführlich dokumentiert – im Rahmen einer Kooperation mit der „Stiftung Freiheit der Presse“. Die Plattform selbst ist an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg eingebunden, dort in Forschung und Lehre an der Fakultät Design, Medien und Information.

In diesem Kontext haben sich Studierende mit den Problemen von Menschen beschäftigt, die im Rahmen ihrer Arbeit bzw. ihres Berufs „berufskrank“ werden. Und in 75% der Fälle im Stich gelassen werden, und zwar jedes Jahr: im Stich gelassen  von der jeweils (eigentlich) zuständigen Berufsgenossenschaft, den Gutachtern aus der Branche der Arbeitsmedizin, den Sozialgerichten und anderen Behörden. Oder anders gesagt: von der „Politik da ganz oben“.

Damit sind Sie angesprochen. Und deswegen schreiben wir Ihnen.

Das haben wir bereits im Herbst 2018 schon einmal getan, allerdings ohne jegliche Reaktion. Aber da standen ja auch keine Wahlen an.

Jetzt ist das anders. Und deswegen wollen wir im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt „Risikowahrnehmung“ wissen, ob die ‚hohe Politik‘ zu Wahlzeiten anders reagiert als sonst. Konkret, ob sich MdB’s wenigstens dann  für Menschen interessieren, die Probleme haben, weil sie – meistens ohne ihr Wissen – Risiken am Arbeitsplatz ausgesetzt waren, die sie dann getroffen haben. So war es bei Asbest. So war es bei Quecksilber. So war es bei PCP und Dioxinen. So war es bei Benzol. So ist es bei dem Problem der potenziell kontaminierten Kabinenluft in Flugzeugen oder Nanopartikeln hier, da und dort. Immer das gleiche Muster, bis die Politik reagiert.

Wir werden ab heute Ihnen jede Woche ein Fallbeispiel darstellen, das deutlich macht, dass das gesamte System der Gesetzlichen Unfallversicherung nicht mehr das leistet, was es eigentlich sollte. Dazu gehören die Berufsgenossenschaften und deren Dach, die DGUV sowie deren (industriefinanzierten) Wissenschaftsinstitutionen; die Branche der Arbeitsmedizin; die MAK-Kommission mit ihren diversen AG’s; die 7 Ausschüsse beim BMAS, insbesondere der „Ärztliche Sachverständigenbeirat ‚Berufskrankheiten‘“ sowie viele andere Behörden und Einrichtungen.

Wenn Sie sich einen ersten Eindruck von diesem intransparenten „Schattenreich“ verschaffen wollen, finden Sie dazu 7 Grafiken unter www.ansTageslicht.de/Schattenreich. Die Folgen für die jährlich rund 50- bis 60.000 Betroffenen stellen wir in den wöchentlich folgenden Rundmails dar, die wir allen Vertretern der Ausschüsse Arbeit/Soziales; Gesundheit; Recht/Verbraucherschutz und Verkehr zukommen lassen werden.

Wir führen das Forschungsprojekt (Methoden: Experiment, teilnehmende Beobachtung) in formloser Absprache mit Patienteninitiativen durch. Die werden wohl am Ende im September – vermutlich – eine Empfehlung  abgeben.

Alle diese Texte werden Sie auch aufrufen können unter www.ansTageslicht.de/MdB.

*************************

Informationen über den Absender und alle Kontaktdaten finden Sie unter www.johannesludwig.de

Hier gibt's den Text als PDF

Die Aktion Bundestagswahl 2021 + das unendliche Problem Berufskrankheit

ist beschrieben unter www.ansTageslicht.de/MdB. Jede Woche stellen wir den Abgeordneten der relevanten Ausschüsse entweder ein Schicksal eines Betroffenen und/oder einen ungelösten Aspekt dieses Problems vor. Bisher sind online gegangen:

Die "Reform", über die die Große Koalition im Mai 2020 abgestimmt hat, ändert so gut wie nichts an dem Problem. Das liegt auch daran, dass sich die MdB's nicht die Mühe gemacht haben, Betroffene oder unabhängige Wissenschaftler anzuhören.