Das Transparenzbarometer - eine aktuelle Chronik

Intransparenz wird täglich durch unzählige Recherchen und Berichte in den verschiedensten Medien, Blogs und Websites durchbrochen. Dies ist auch die Aufgabe eines freien Mediensystems: Transparenz für das demokratische Zusammenleben herzustellen, in dem sich jeder informieren, eine Meinung bilden und danach handeln kann. 

In der hiesigen aktuellen chronologischen Liste sollen vor allem strukturelle Transparenz-Entwicklungen dargestellt werden: Vorgänge, die seitens der Politik, der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft, aber auch durch Medien angestoßen werden, die nachhaltige(re) Folgen für mehr Transparenz haben. Direkt aufrufen oder verlinken lässt sich diese Site unter www.transparenzbarometer.de.

Hier geht es zurück zur Übersicht der gesamten Transparenz-Site von ansTageslicht.de, zu der auch dieses Transparenzbarometer gehört. 

9. Mai 2016

Nicht die Politik und ihre Behörden: Die Zivilgesellschaft bringt den Abgasbetrug voran

Dass es außer VW auch andere Hersteller gibt, die ihre Werte schönen, wurde schon lange vermutet, Medien wie das ZDF-Magazin Frontal21 haben darüber seit Jahren immer wieder berichtet. Jetzt legt die internationale NGO "The International Council of Clean Transportation" (ICCT) einen eigenen Bericht dazu vor, wie stark die Werte zwischen offiziell seitens der Hersteller bekanntgegebenen, den offiziell anerkannten und den tatsächlichen Abgaswerten voneinander abweichen.

Das ICCT ist eine internationale Vereinigung, in der sich - ähnlich wie beim Tax Justice Network (TJN) oder dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) - ehemalige Regierungsbeamte, engagierte Behördenvertreter, Wissenschaftler und Forscher, Experten und Gutachter, Vertreter von Stiftungen usw. - zusammengeschlossen haben, um bestimmte Themen voranzubringen, die im politischen Alltag seit Jahrzehnten permanent weich gespült werden. So war es auch das ICCT, das vor zwei Jahren eine Studie an eine kalifornische Universität in Auftrag gegeben hatte, die Werte bei den VW-Dieseln zu überprüfen. Der Universitätsforscher hatte dann die US-amerikanische Umweltbehörde eingeschaltet, die den VW-Abgasbetrug ins Rollen gebracht hatte.

Jetzt hat sich ICCT den CO2-Ausstoß vorgeknöpft. Und kommt zu dem (nicht überraschenden) Ergebnis, dass die CO2-Emmissionen stark ansteigen, wenn realistisch getestet wird.

Jetzt ist klar: die Automobilindustrie täuscht seit Jahren und das flächendeckend. Auf Angaben in Prospekten oder Informationen gegenüber dem Staatsapparat kann man sich nicht verlassen: sie sind geschönt. Deutlicher gesagt: Die Hersteller betrügen.

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