Das Transparenzbarometer - eine aktuelle Chronik

Intransparenz wird täglich durch unzählige Recherchen und Berichte in den verschiedensten Medien, Blogs und Websites durchbrochen. Dies ist auch die Aufgabe eines freien Mediensystems: Transparenz für das demokratische Zusammenleben herzustellen, in dem sich jeder informieren, eine Meinung bilden und danach handeln kann. 

In der hiesigen aktuellen chronologischen Liste sollen vor allem strukturelle Transparenz-Entwicklungen dargestellt werden: Vorgänge, die seitens der Politik, der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft, aber auch durch Medien angestoßen werden, die nachhaltige(re) Folgen für mehr Transparenz haben. Direkt aufrufen oder verlinken lässt sich diese Site unter www.transparenzbarometer.de.

Hier geht es zurück zur Übersicht der gesamten Transparenz-Site von ansTageslicht.de, zu der auch dieses Transparenzbarometer gehört. 

15. August 2016

Hacker versuchen Julia und Vitaly STEPANOV einzuschüchtern

Die WADA (Word Anti-Doping Agency), die (erst) seit einigen Jahren ernsthaft versucht, Doping zu bekämpfen und für einen sauberen Sport zu sorgen, hat ein eigenes virtuelles Netzwerk eingerichtet: das Anti Doping Administration & Management System (ADAMS). Dort können Profisportler Email-Accounts einrichten, Informationen und Dokumente ablegen, Labordaten (Dopingergebnisse) speichern u.a.m. Es gilt als sicheres System.

Nun haben Profi-Hacker versucht, die Emailadressen des Sportlerpaares STEPANOV zu knacken, um ganz offenbar an Informationen über deren Wohnort zu gelangen. Gelungen ist dies nicht. Aber es zeigt, dass die STEPANOVs, die durch ihr Whistleblowing das russische Staatsdoping geoutet haben, nicht ungefährlich leben und sich darauf einstellen müssen, weiterhin weitestgehend in der Anonymität (in den USA) leben zu müssen.

In diesem Zusammenhang haben sie eine kleine Videokonferenz gegeben. In der berichten sie, dass sie bereits vor den Olympischen Spielen in London 2012 entsprechende Informationen über das Staatsdoping der WADA gegeben hatten. Aber die WADA und erst recht das IOC spielten auf Zeit - um das unangenehme Problem vertagen zu können. Nun hat es beide in Rio eingeholt: Die WADA plädierte für den kompletten Ausschluss aller russischen Sportler, das IOC praktiziert den Eiertanz.

Die STEPANOVs sagen auch, dass jeder russische Spitzensportler in Rio um das Staatsdoping weiß, aber sich nicht zu reden getraut. Wer auspackt fliegt: aus dem Fördersystem und aus seinem Arbeitsplatz bei Gazprom.

Die Videoschalte wurde live gebloggt von Jens WEINREICH auf dessen Portal Sport and Politics: Live aus Rio.

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