Das Transparenzbarometer - eine aktuelle Chronik

Intransparenz wird täglich durch unzählige Recherchen und Berichte in den verschiedensten Medien, Blogs und Websites durchbrochen. Dies ist auch die Aufgabe eines freien Mediensystems: Transparenz für das demokratische Zusammenleben herzustellen, in dem sich jeder informieren, eine Meinung bilden und danach handeln kann. 

In der hiesigen aktuellen chronologischen Liste sollen vor allem strukturelle Transparenz-Entwicklungen dargestellt werden: Vorgänge, die seitens der Politik, der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft, aber auch durch Medien angestoßen werden, die nachhaltige(re) Folgen für mehr Transparenz haben. Direkt aufrufen oder verlinken lässt sich diese Site unter www.transparenzbarometer.de.

Hier geht es zurück zur Übersicht der gesamten Transparenz-Site von ansTageslicht.de, zu der auch dieses Transparenzbarometer gehört. 

11. Mai 17

DER SPIEGEL bringt ein Buch über Football Leaks heraus

Es ist das größte Leak bisher weltweit: 18,6 Mio Dokumente, die die neue Leaking-Plattform Ende 2015 veröffentlicht hat. Die Informationen sind so heiß, dass viele Sportinstitutionen und Firmen, die in diesem Geschäft mitmischen, mit großem Aufwand Detektive auf den Gründer "John" angesetzt haben. Bisher - gottlob - erfolglos.

Dem SPIEGEL war es gelungen, Kontakt zu "John" aufzubauen und konnte deshalb mehrmals berichten (siehe Eintrag hier vom 3. Dezember 2016 und www.ansTageslicht.de/Leaking). Jetzt haben die Redakteure Rafael BUSCHMANN und Michael WULZINGER ein Buch herausgegeben, das im DVA-Verlag erschienen ist: Football Leaks. Die schmutzigen Geschäfte im Profifußball.

20. April 2017

OECD sucht investigative Journalisten

Bei der Bekämpfung der Korruption bzw. der Kommunikation dieses dringlichen Problems ist die OECD seit den 90er Jahren ein Vorreiter. Auch bei der ständigen Forderung nach Schutzregelungen für Whistleblower.

In diesem Kontext gibt es seit 1994  eine OECD Working Group on Bribery in International Business Transactions (Working Group). Sie ist jetzt dabei, ihre Datengrundlagen zu erweitern: mithilfe von investigativen Journalisten.

Dafür wurde ein kleiner Online-Fragebogen entwickelt, um einen Überblick über die Arten der Berichterstattung, auftauchende Probleme dabei und andere Fragen entwickelt: OECD-Survey for investigative Journalists.

Eine der Fragen bezieht sich aif (informelle) Kooperationen zwischen der Dritten und Vierten Gewalt. Und die Frage, wie das besser laufen könnte. Die Justiz, die sich - offiziell - als transparent gibt, ist alles andere als transparent. Nachträgliche Informationen beispielsweise zu (abgeschlossenen) Gerichtsverfahren sind nur schwer zu erhalten. Die "Diener der Gerechtigkeit" fühlen sich ganz offensichtlich mehr dem Buchstaben des Gesetzes und den vielen Vorschriften verpflichtet als dem Volk zu dienen und darüber mehr Verständnis für die Wichtigkeit einer unabhängigen Dritten Gewalt zu vermitteln.

Möglicherweise ist dies ein Ansatz der OECD, hier mehr Klarheit zu schaffen und auch Behörden zu mehr Interaktivität mit und Transparenz für die Zivilgesellschaft zu schaffen.