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2006 - anstageslicht.de

2006

Das Jahr beginnt mit einem Desaster. Das Dach der Eissporthalle in Bad Reichenhall stürzt ein. Weil es über 30 Jahre keinen Whistleblower gab, der darauf aufmerksam gemacht hätte, dass es a) für die ungewöhnliche Holzkonstruktion gar keine Baugenehmigung gegeben hatte, aber dennoch gebaut und alles abgenommen wurde, dass b) ein Gutachter die inzwischen eingestürzte Decke nur vom Boden aus und dies mit einem Teleobjektiv überprüft hatte, sind nun 15 Menschen tot. Die meisten davon Kinder. Das Bundesland Bayern wird daraus lernen und Konsequenzen ziehen - so etwas darf nie wieder vorkommen. Mehr dazu unter www.ansTageslicht.de/Reichenhall.

Ein totes Kind auch in Bremen. Der zweieinhalbjährige Kevin wird aufgefunden: tot im Kühlschrank. Ergebnis des Versagens der Bremer Sozialbehörden: www.ansTageslicht.de/Kevin.

Tote auch im Krankenhaus Berliner Charite: "Schwester Tod" verabreicht fünf schwerkranken Patienten entweder Überdosen an Medizin oder gleich eine tödliche Spritze. Niemand will etwas bemerkt haben: www.ansTageslicht.de/Charite. Ein "Critical Incident Reporting System" (CIRS), das jedem anonyme Hinweise ermöglicht, um kritische Situationen schnell zu erkennen und zu managen, wird es später eingeführt. 

Politik

Das NDR-Magazin panorama schreckt die Bundesregierung auf: Bomben auf Bagdad - Deutsche Agenten am Irakkrieg beteiligt? Der Vorwurf: Die rotgrüne Bundesregierung unter Kanzler Gerhard SCHRÖDER habe zwar offiziell nicht am Irakkrieg teilgenommen, aber deutsche BND-Agenten hätten vor Ort den US-Amerikanern wertvolle Hinweise für Angriffsziele durchgegeben. Der Bericht - und einige andere Vorfälle - lösen einen Parlamentarischen Untersuchungsausschuss im Bundestag aus, den sog. BND-Ausschuss: www.ansTageslicht.de/BND.

Inzwischen regiert seit November 2005 eine Große Koalition aus CDU/CSU und SPD. Altbundeskanzler SCHRÖDER (SPD) hat eine neue Aufgabe gefunden: Er steht nun in Wladimir PUTIN's Diensten, den er für einen "lupenreinen Demokraten" hält. Als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Nord Stream AG, die eine Gasleitung unter der Ostsee verlegt, muss er jetzt 4 Male im Jahr die Aufsichtsratssitzung leiten. Die finden meistens der Bequemlichkeit halber gleich am Flughafen Zürich statt. Sein jährliches Salär: 250.000 Euro (nicht Rubel).

In Bayern ist die Sexspitzel-Affäre am Kochen. Edmund STOIBER will eine kritische Landrätin loswerden. Bisher musste nur sein Büroleiter abtreten. In Kürze wird es auch den Ministerpräsidenten erwischen: www.ansTageslicht.de/Sexspitzel.

In Rheinland-Pfalz gewinnt "König Kurt", SPD-Mann Kurt BECK, die Landtagswahl mit absoluter Mehrheit. Er will nun ein wenig in der 'schwarzen' Justiz aufräumen. Sein neuer Justizminister: der Präsident des OLG Koblenz. Für den muss jetzt dort ein Nachfolger her. Doch die Bewerbungslage schmeckt der SPD parteipolitisch nicht. Sie unterläuft alles, was Recht und Gesetz ist. Eine Affäre beginnt. Sie wird erst 5 Jahre später zu Ende gehen. Die Rhein-Zeitung berichtet akribisch und immer wieder von den vielen Merkwürdigkeiten und wird später mit einem "Wächterpreis der Tagespresse" ausgezeichnet werden. Akribisch dokumentiert bei uns unter www.ansTageslicht.de/OLG.

In Nordrhein-Westfalen (NRW) regiert seinem einem Jahr die CDU zusammen mit der FDP. Der neue Umweltminister von der CDU kommt der monopolisierten Wasserwirtschaft und dem Klärwerkeverabd gerade richtig. Um gegen einen Abteilungsleiter vorzugehen, der unter Rot-Grün von der früheren Umweltministerin Bärbel HÖHN (GRÜNE) geholt worden war: Er soll(te) die schlechte Trinkwasserqualität der Ruhr verbessern. Jetzt sieht die Wasserwirtschaft ihre Gunst der Stunde. Und fordert die Ablösung des unbequemen Abteilungsleiters.

So kommt es auch: Dr. Harald FRIEDRICH wird unter fadenscheinigen Begründungen fristlos entlassen. Ein Arbeitsgerichtsprozess wird für ihn positiv ausgehen - der Umweltminister muss sich entschuldigen und alle Vorhaltungen zurücknehmen. Doch der ist noch nicht am Ende mit seinem Latein. Jetzt tauchen ganz urplötzlich Korruptionsvorwürfe gegen den Ex-Abteilungsleiter auf. Und FRIEDRICH wird verhaftet, mehrere Wochen in U-Haft gesteckt. 

Die Vorwürfe zerbröseln nach und nach. Nichts davon bleibt übrig. Als dann im Zuge einer TKÜ-Maßnahme (Telekommunikationsüberwachung = Abhören von Telefonen) auch ein grüner Landtagsabgeordneter abgehört wird, greift der Generalstaatsanwalt ein. Und bringt das Verfahren zu Ende: Einstellung. In einem Jahre danach folgenden Parlamentarischer Untersuchungsausschuss werden sich alle Vorhaltungen gegen Harald FRIEDRICH in Luft auflösen. Der Vorgang ist zweifach dokumentiert:

  • Unter www.ansTageslicht.de/PFT rekonstruieren wir die Vorgänge und Berichte, wie sie in der Welt am Sonntag (WamS) standen. Der erste Teil der Affäre, wofür der Journalist David SCHRAVEN einen "Wächterpreis der Tagespresse " 2006 zugesprochen bekommen wird.
  • Unter www.ansTageslicht.de/HaraldFriedrich rekonstruieren wir den gesamten Vorgang seit 2002, als eine Europäische Wasserrichtlinie die Qualitätsverbesserung von alen EU-Staaten verlangte. Und wir dokumentieren die Arbeit des LKA und der TKÜ-Maßnahmen: mit vielen Dokumenten.

Justiz

In Nürnberg schickt ein Richter einen Mann in die Forensische Psychiatrie, den seine Ex-Ehefrau angezeigt hat - er habe sie geschlagen. Sein Name: Gustl MOLLATH. Umgekehrt nimmt der Richter Gustl MOLLATH's Vorhaltungen, seine "Ex" habe für ihren Arbeitgeber, die HypoVereinsbank, Schwarzgelder von und für Kunden in die Schweiz gefahren, nicht ernst. Obwohl MOLLATH konkrete Namen nennt. Stattdessen ruft der Richter beim Finanzamt an, um durchzugeben, dass der Hinweisgeber MOLLATH "verrückt" wäre und man seinen Informationen keinen Glauben schenken dürfe. So akzeptiert der Richter auch auf Anhieb die Meinung eines von ihm beauftragten Gutachters, dass all diese Vorwürfe hinsichtlich Schwarzgeld und Steuerhinterziehung Ergebnis eines "paranoiden Gedankensystems" seien. Folge: Gustl MOLLATH wird weggesperrt. Bis das alles ans Tageslicht kommt, wird es dauern. Erst im November 2011 beginnt die Aufklärung durch Whistleblower und Medien - nachzulesen unter www.ansTageslicht.de/Mollath. Ein Justizskandal?

In Dortmund kämpft ein unbescholtener Polizeibeamter um seine Rehabilitation. Er verliert in allen Gerichtsinstanzen. Er soll einen Betrunkenen in der Ausnüchterungszelle mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Anzeigensteller ist nicht das (angebliche) Opfer. Das hat keinerlei Erinnerung und keinerlei Spuren. Anzeigensteller ist v.a. ein Kollege, der dem fraglichen Polizeibeamten nicht wohlgesonnen ist. Die Aussagen sind alle widersprüchlich - dokumentiert unter www.ansTageslicht.de/RG. Trotzdem lassen die Richter nicht das Prinzip "In dubio pro reo" gelten. Ein Justizskandal?

Die Justiz in Hamburg bzw. Berlin lässt im Rahmen einer Einstweiligen Verfügung dem Hamburger Abendblatt ersteinmal eine Berichterstattung verbieten. Eine "Alte Dame", die ein großes Grundstück besitzt und nicht an die Gemeinde verkaufen will, wird amtlicherseits unter Betreuung gestellt. Erste Handlung des Betreeuers: Er verkauft das 7.500 qm große Gelände an die Gemeinde.

Die "Alte Dame" akzeptiert das nicht, macht sich auf zur Redaktion und erzählt ihre Geschichte. Das Abendblatt berichtet. Der Betreeuer setzt einen Maulkorb durch. Das Abendblatt berichtet nun mit geschwärzten Balken, gibt aber auch juristisch nicht auf. Für die Hartnäckigkeit der Berichterstattung wird die Zeitung ein Jahr später mit einem "Wächterpreis der Tagespresse" belohnt. Und auch die Richter müssen wenig später ein Einsehen haben: Pressefreiheit ist ein unverzichtbares Gut. Dokumentiert unter www.ansTageslicht.de/AlteDame.

Sport

Im Mai wird der spanische Dopingarzt Eufemiano FUENTES verhaftet. Er hat renommierte Kunden. Sie fliegen der Reihe nach alle auf: JASCHKE 2006, ein Jahr später Jan ULLRICH. Nachgezeichnet in der Chronologie Den Dopingsündern auf der Spur - eine Chronik der SPIEGEL-Recherchen.

Bei der Fußball-WM, die in Deutschland stattfindet und als "Sommermärchen" in die Annalen eingehen wird, unterliegt die deutsche Nationalelf im Halbfinale Italien. Schön war das "Sommermärchen" trotzdem. Dass der Austragungsort "Deutschland" gekauft war, wird erst im Jahr 2015 durch den SPIEGEL aufgedeckt werden.

Kultur und Kunst

2006 wird zum großen Jubiläumsjahr: MOZART feiert seinen 250. Geburtstag. Für Heinrich HEINE und Robert SCHUMANN ist es der 150. Todestag, für Berthold BRECHT etwas weniger: 50 Jahre.

International

Im Irak wird Saddam HUSSEIN durch Gerichtsurteil hingerichtet.

In Russland zeigt sich PUTIN als weltoffener Gastgeber: Auf dem G 8-Gipfel in St. Petersburg sagt er der Weltgemeinschaft, die Korruption in seinem Land bekämpfen zu wollen. Wenig später wird Anna POLITKOWSKAJA vor ihrer Wohnungstür erschossen. Und in Chimki, einer Moskau vorgelagerten Wohnstadt, gründet Mikhail BEKETOV eine eigene Zeitung. Mit der will er gegen die Korruption in der Stadtverwaltung zu Felde ziehen. Es wird ihm nicht gut bekommen: www.ansTageslicht.de/Beketov.

Medien

Das US-amerikanische Netzwerk facebook aus Harvard öffnet sich im zweiten Jahr seines Bestehens jetzt auch Nicht-Studenten. Es wird ein steiler Aufstieg werden.

Whistleblowing und Transparenz

In Köln wird das Whistleblower-Netzwerk gegründet. Gründungsmitglieder sind u.a. Erwin BIXLER und Werner BORCHARDING.

(JL)

2006 in Kurzform

Deutschland unterliegt bei der Fußball-WM Italien.

Das Dach der Eissporthalle in Bad Reichenhall stürzt ein und begräbt 15 Menschen unter sich.

facebook kann jetzt auch von Nicht-Studenten benutzt werden.

Saddam HUSSEIN wird im Irak hingerichtet. Ein panorama-Bericht setzt den "BND-Untersuchungsausschuss" in Gang.

Das Whistleblower-Netzwerk wird gegründet.