2015

Das Jahr beginnt - und endet im November - mit blutigem Terror: Der IS hat es jetzt nach Europa geschafft. Am 7. Januar marschieren zwei maskierte Männer in das Redaktionsgebäude des Satiremagazins Charlie Hebdo und beginnen sofort alle Anwesenden mit Sturmgewehren zu erschießen: fast die gesamte Redaktionsmannschaft, insgesamt 12 Menschen. Auf ihrer Flucht erschießen sie weitere Personen. Paris und ganz Europa ist entsetzt, alle trauern.

Das Satiremagazin hatte sich bei den Mohammed-Karrikaturen beteiligt, so wie andere auch und war vielen ein Dorn im Auge (mehr unter www.ansTageslicht.de/Religionen ).

IS-Terror im November. Und wieder ist Paris der Anschlagsort. Frankreich beteiligt sich inzwischen an Luftschlägen gegen den IS im Nahen Osten. An mehreren Orten gleichzeitig schlagen verkappte Terroristen zu. In der Nacht werden 130 Menschen regelrecht abgeschlachtet. 350 Verletzte, darunter knapp 100 Schwerverletzte. Allein im Bataclan-Theater, wo eine IS-amerikanische Band auftritt, werden 89 Menschen zusammengeschossen.

IS und Flüchtlinge im Nahen Osten und in Europa

Nicht nur durch die Terroranschläge in Paris ist der IS jetzt in Europa angekommen. Vor den brutalen Kriegern des IS und der menschenverachtenden Kriegsführung gegen die eigene Bevölkerung in Syrien durch den regierenden Despoten Baschar al-ASSAD sind Hundertausende Menschen auf der Flucht. In der Türkei, in Jordanien und im Libanon versuchen mehrere Millionen geflüchtete Syrier zu überwintern - unter erbärmlichen Lebensbedingungen.

Viele wagen die Flucht nach Europa: übers Mittelmeer, auf dem viele kentern und ertrinken, ebenso über die jetzt sogenannte Balkanroute. Rund 1 Million Menschen landen/stranden in Deutschland. Auf politischer Ebene beginnen die Grabenkämpfe um die Devise der Bundeskanzlerin Angela MERKEL: "Wir schaffen das!". Ein Konzept hat MERKEL nicht. Wie schondes öfteren praktiziert sie das, was Politologen "muggling through" nennen - Augen zu und irgendwie durch. Ein nachhaltiges und/oder effizientes Konzept ist das in den (aller)seltensten Fällen.

Desaster und Naturkatastrophen

Am 24. März zerschellt ein Airbus 320-211 der Lufthansa-Tochter Germanwings (Flug 9525) auf dem Rückflug von Barcelona nach Düsseldorf in den südfranzösischen Alpen. Alle 150 Insassen sterben. Ein Desaster der besonderen Art: kein Unglück, sondern ein gezielter Selbst- und Massenmord des Copiloten Andreas LUBITZ. Er nutzt die Gelegenheit, als der Kapitän aus dem Cockpit geht, um die Maschine umzuprogrammieren: mit schnellerem Tempo in den kontinuierlichen Sinkflug. Das Unglück löst erneut Diskussionen darüber aus, wie man derlei Vorfälle verhindern kann. Und inwieweit auch Ärzte, Psychologen u.a. (bei denen der Copilot in Behandlung war) rechtzeitig, sprich vorher Alarm schlagen sollen oder dürfen, auch wenn sich konkrete Gefahren nicht abzeichnen.

Nur wenig später, im April und Mai,. bebt im Himalaya die Erde. Besonders betroffen: Nepal. Es ist die größte Katastrophe dort: fast 9.000 Tote, 22.000 Verletzte. Am Mount Everest kommen 22 Bergsteiger ums Leben, als auch der höchste Berg der Erde wackelt und Lawinen auslöst. Ebenso zerstört: viele historische Gebäude in Nepal.

Sport

DER SPIEGEL deckt das "Sommermärchen" auf. Die Vergabe der "WM" im Jahr 2006 wurde mit Schmiergeld erkauft. Im Mittelpunkt der Transaktion: "Kaiser Franz", mit bürgerlichem Namen Franz BECKENBAUER. So die Recherchen des Hamburger Nachrichtenmagazins. 

Der DFB streitet - natürlich - erstmal alles ab. Nach und nach muss er einen Rückzieher machen, die Informationen des SPIEGEL erweisen sich als hart. Ein Jahr später wird der DFB, weil seine Gemeinnützigkeit und Fragen der Steuerhinterziehung bei dieser seltsamen Transaktion auf dem Spiel stehen, direkt gegen BECKENBAUER vorgehen. Der schweigt, wie er schon die ganze Zeit geschwiegen hatte. Franz BECKENBAUER und Geld - das sind Dinge, die miteinander harmonieren. So war er- gegen Salär selbstverständlich - für den russischen Staatskonzern Gazprom als "Botschafter" unterwegs. Gazprom kontrolliert in Russland einen großen Teil des staatlich administrierten Mediensystems. Und bereits in den 70er Jahren hatte es BECKENBAUER mit (unvesrteuertem) Geld zu tun. Mehr dazu unter www.ansTageslicht.de/Schloetterer bzw. das dortige Kapitel SCHLÖTTERER, Franz BECKENBAUER und 5 Bayerische Finanzminister

Jetzt gerät auch das Monopol der FIFA mit Sitz in Zürich ins Wanken, in deren Exekutivkommitte seinerzeit Franz BECKENBAUER saß, als er die Spiele bzw. das "Sommermärchen" nach Deutschland holte. Enthüllungen über Korruption, Vetternwirtschaft und Selbstbedienung gibt es schon lange. Sportjournalisten wie der Engländer Andrew JENNINGS oder der deutsche Reporter Jens WEINREICH haben schon mehrere Bücher und viele Artikel über den Fußballweltverband veröffentlicht.  Jetzt bekommen sie unerwartet Schützenhilfe durch Staatsanwaltschaft und Justizministerium in den USA. Die haben eine Kronzeugen und der packt aus. Dee USA lassen in einer ersten Runde mehrere Spitzenmanager der FIFA in der Schweiz verhaften - öffentlichkeitswirksam. Der Verdacht: Schmiergeldzahlungen bei der Vergabe der WM nach Russland und Katar.

Jetzt kommt es sogar soweit, was niemand zu glauben wagte: DIE FIFA sperrt - auf Vorschlag ihrer (inzwischen aufgewachten) Ethikkommission den Präsidenten aller Präsidenten: Sepp BLATTER. BLATTER kann nichtr mehr wiedergewählt werden.

So wie ein anderen Märchen im Jahr 2004 scheiterte, die Olympiabewerbung der Stadt Leipzig für 2012 (vgl. www.ansTageslicht.de/Olympia), so scheitert auch der Versuch der Freien und Hansestadt Hamburg um die Olympischen Spiele 2014. Der Vorschlag der Politik, die dafür angesetzten 11 Milliarden Kosten zum Teil durch die öffentliche Hand zu finanzieren (etwa 7 Mrd), stieß bei einer Volksbefragung auf wenig Gegenliebe. Der Plan wird - mit knapper Mehrheit - von den Hamburgern abgelehnt.

Internationales

Griechenland feilscht - die griechische Eurokrise ist noch lange nicht ausgestanden. Und die vorzeitig angesetzte Wahl, bei der MP Alexis TSIPRAS von der SYRIZA-Partei, eigentlich eine Ablehnung des mit der EU ausgehandelten Schuldenkompromisses erhofft hatte, schlägt ins Gegenteil um: TSIPRAS muss nun erst recht die Konditionen akzeptieren.

Akzeptiert werden auch andere ausgehandelte Ergebnisse, um die sehr lange gerungen wurde. Die USA und der Iran einigen sich: Die islamische Republik Iran verzichtet auf die Herstellung kriegsrelevanter Atomwaffenproduktion und lässt internationale Kontrollen zu, die USA heben die Sanktionen auf. Atomwaffen und Iran - das war lange eine ernstzunehmende Gefahr; mehr unter www.ansTageslicht.de/Atomwaffenzuender. Jetzt atmet die Welt auf - ein klein wenig.

Whistleblower und VW

Beim VW-Konzern, auf dessen Weg an die Spitze der weltweiten KFZ-Produktion, ließen die VW-Manager alle Maßnahmen zu, die dabei behilflich sein konnten. Auch Betrugssoftware für die VW-Motoren, die bei Tests anders reagierten als beim Fahren auf der Strasse.

VW gerät ins internationale Schlaglicht und steht weltweit als Betrugsunternehmen dar. Weltweit muss der Konzern nun mehrere zehntausend Milliarden Euro ausgeben, um bereits verkaufte Autos nachträglich umzurüsten und die hohen Strafen in den USA zu bezahlen.

Intern hatten wenige auf den Betrug frühzeitig aufmerksam gemacht. Doch die internen Whistleblower wurden offenbar schnell abgebürstet. So wie das bei VW schon immer war. Bei der Korruptions- und Lustreisenaffäre 2004/2005 sowie bereits in den Jahren zuvor. Damals hatte ein KFZ-Meister, der sich aufgrund seiner Qualifikation und seines beruflichen Engagements schnell hochgearbeitet hatte, Misstände angeprangert: erst auf unterer Ebene, dann immer höher und zum Schluss - auf der Jahreshauptversammlung 2003 in Hamburg - gegenüber dem Gottvater Ferdinand PIECH. Folge: Der Whistleblower wurde gekündigt. Mehr unter www.ansTageslicht.de/Sprenger.

(JL)

2015 in Kürze

IS-Terror in Paris: im Januar und im November.

Selbst- und Massenmord eines Germanwings-Copiloten in den südfranzösischen Alpen.

Die großen Institutionen des Sports verlieren an Glaubwürdigkeit. In Deutschland fliegt das "Sommermärchen 2006" auf, FIFA-Manager werden wegen Korruption verhaftet. In Hamburg stimmt eine knappe Mehrheit der Bevölkerung gegen die PLäne, Olympia im Jahr 20124 in die Hansestadt zu holen: zu teuer das Ganze.

VW, das deutsche Markenzeichen, steht nun für die Marke "Betrugssoftware". Weltweit.

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