Opferrenten für Kriegs- und Naziverbrecher

Kaum zu glauben, aber Realität: Der deutsche Staat in Gestalt der Rentenkassen zahlte bis Ende der 90er Jahre Zusatzrenten ("Kriegsopfer"-Renten) z.B. an ehemalige SS-Angehörige in Lettland und Dänemark aus. Erst vier Berichte des Politmagazins panorama (NDR) konnten das beenden. Wir rekonstruieren diese Entstehungsgeschichte.

Ob und inwieweit von diesen "Opferrenten" auch ehemalige SS-Männer profitierten, die am 30. November 1941, dem sogenannten Rigaer Blutsonntag, den damals 11jährigen Thomas MUNDERSTEIN sowie dessen Mutter und Großmutter exekutierten, als sie nach dreitägiger Fahrt aus dem Deportationszug ausgeladen wurden, können wir nicht mehr rekonstruieren.

Die Geschichte der Opferrenten für Kriegs- und Naziverbrecher lässt sich direkt aufrufen und verlinken unter www.ansTageslicht.de/Nazirenten. Jene der Familie Munderstein unter www.ansTageslicht.de/Thomas.


Opferrenten für Kriegs- und Naziverbrecher im Überblick

Während Dreharbeiten in Riga wird der Journalist John GOETZ von Einheimischen angesprochen: "Ravensburg, Ravensburg!" Damit war nicht das KZ in Ravensbrück gemeint. Die älteren Männer hoben zu einem Loblied an: auf das Versorgungsamt Ravensbrück. Das zahlte ihnen seit Jahren wegen kleinerer Krigesverletzungen zusätzliche Opferrenten aus. Die Begünstigten, so stellte John GOETZ schnell fest, waren ehemalige Angehörige der SS. Opferrenten für Nazi-Verbrecher? Kaum zu glauben, aber wahr. Nach vier Jahren weiterer Recherchen und drei weiteren panorama-Beiträgen wurde das Gesetz 1998 verändert.

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Chronologie eines ausgeblendeten Themas: Zusatzrenten für Nazis und SS-Leute

Das Thema Versorgungs-Ansprüche für Kriegsverbrecher und ehemalige Nazis' ist alt, wurde aber lange ausgeblendet. Warum sich das mit den 4 panorama-Berichten änderte, haben wir hier rekonstruiert. Von Anfang an.

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Wie die Story "Opferrenten für Kriegs- und Naziverbrecher' entstand

und wie mühsam es teilweise war, das Thema auch in die politische Diskussion zu bringen, das berichten uns die beiden Journalisten: in Gesprächen und Interviews. Über vier Jahre hatte sich alles hingezogen - kein Grund zum Aufgeben für John GOETZ und Volker STEINHOFF. Im Gegenteil.

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Opferrenten für Kriegsverbrecher: die Gesetzeslage, die Vorgeschichte und die Rentengelder

Es ist eine Geschichte, die von Bürokratie, verkappten Nazis in den Behörden, aber auch Parlamenten und vielen Milliarden handelt. Niemand aus den Verwaltungen hatte - als Whistleblower - irgendwann Alarm geschlagen. Ein Zufall brachte alles ans Licht. Hier dokumentieren wir den bürokratischen Ablauf.

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Die 4 panorama-Berichte: Opferrenten für Kriegsverbrecher und Nazis

Zwischen dem allerersten TV-Beitrag im Jahr 1993 und den anderen drei liegen vier Jahre - intensive und teilweise mühsame Recherchen und Versuche, andere Menschen zum Reden zu bringen. Im panorama-Archiv sind 3 der 4 Berichte online.

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Presse-Echo

Die Berichterstattung anderer Medien über ersten panorama-Beitrag 1993 war gering. Anders 1997: Nicht nur deutsche Medien griffen die Recherchen der beiden investigativen Journalisten auf, sondern auch ausländische Zeitungen wie z.B. die New York Times.

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Kleines Glossar: Kriegsverbrecher, SS-Einheiten, Massaker

Unter anderem über Menschen, die teilweise noch heute leben

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ABC der Unterstützer beim Aufdecken des Skandals

Jede Geschichte wird nicht nur durch Journalisten generiert. Auch andere Kollegen, Informanten und sonstige Unterstützer sind mit von der Partie.

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