Online am: 03.05.2014 | Aktualisiert am: 21.03.2019
"Vetterleswirtschaft" ist in Bayern ein gängiger Begriff. Seit 2013 gibt es einen neuen: "Familienwirtschaft". War es lange Zeit gang & gäbe, Bekannte, nahe Verwandte oder 'Vettern' Aufträge bzw. Geld zuzuschustern, bis es politisch anrüchig wurde, so gingen mehrere Abgeordnete der CSU im Bayerischen Landtag weiter: Sie ließen sich ihre Ehefrauen vom Steuerzahler bezahlen. Manche sogar die eigenen Kinder. Bis alles die Müncher Abenzeitung aufgedeckt hatte. Dann war Schluß mit lustig. Und manche der 'hohen Tiere' in der CSU mussten sogar ihre Ämter aufgeben. Recherchen, die 2014 mit einem "Wächterpreis der Tagespresse" ausgezeichnet wurden.
weiterlesenOnline am: 03.05.2012 | Aktualisiert am: 08.07.2015
"Ein Geschäft nach dem Geschmack der schwäbischen Hausfrau" - so hatte es der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Stefan MAPPUS, CDU, vier Monate vor der anstehenden Landtagswahl im "Ländle" (März 2011) der überraschten Öffentlichkeit angekündigt. Es würde ein "Stück moderner Industriepolitik" werden: den Rückkauf von 45% der Anteile am ehemals staatseigenen Energiekonzern EnBW, einem der vier großen Energieriesen in Deutschland. Es kam anders. Nach Fukushima entwickelte sich der Deal zu einem Flop. Allerdings: Jetzt wird Deutschlands ehemals größter Atomkonzern "grün".
weiterlesenOnline am: 05.05.2009 | Aktualisiert am: 25.08.2024
In Baden-Württemberg, dem sog. Ländle, das hinsichtlich wirtschaftlicher Produktion und (Fastvoll)beschäftigung an vorderster Stelle in Deutschland steht und wo so bekannte Unternehmen wie Bosch, Porsche, Daimler-Benz u.a. beheimatet sind, sieht es, wenn es um medizinische Notfälle geht, weit weniger gut aus. Wer den Notfallrettungsdienst unter "112" alarmiert, muss länger warten als anderswo. Da kann es um Leben oder Tod gehen. Der Grund: Die Notfallrettung ist dort als (wirtschaftliches) Monopol organisiert - in den Händen des DRK. Einmalig in ganz Deutschland. Und einmalig, was die mangelnde Qualität betrifft. Ist Änderung in Sicht?
weiterlesenOnline am: 27.01.2009 | Aktualisiert am: 14.11.2015
Was "Hartz IV" bedeutet, weiß jeder. Die meisten kennen auch den Namensgeber: Peter HARTZ, lange Jahre oberster Personalchef bei VW. In seine Ägide fallen die sog. Lust- und Puffreisen von VW - Praktiken, mit denen man sich die Betriebsräte und Gewerkschaftsmitglieder gefügig machen konnte. Dieser Skandal kam im Jahr 2005 ans Tageslicht. Bereits vorher gab es einen anderen: Betrug und Korruption im Konzern. Das bekam auch Holger SPRENGER am eigenen Leib zu spüren. Er versuchte dagegen vorzugehen. Und lief auf allen Ebenen auf. Bis hin beim Aufsichtsrat. Als er bei der Hauptversammlung aller Aktionäre Ferdinand PIECH damit konfrontierte, wurde SPRENGER gekündigt. Und weil er viele betriebliche Verbesserungsvorschläge gemacht hatte, aber um die Früchte betrogen wurde, gelang es ihm, sein ihm zustehendes Honorar per Gerichtsvollzieher bei VW einzutreiben.
weiterlesenOnline am: 01.02.2010 | Aktualisiert am: 24.11.2015
Dies war ein Dossier des Hamburger Abendblatts bzw. des Redakteurs Ulrich GAßDORF, der diese Geschichte 2007 an die Öffentlichkeit gebracht hatte. Das fragliche Dossier stammt vom 31. Oktober 2008 und fasst für seine Leser nochmals zusammen, worin das "System" des allmächtigen Vorstandsvorsitzenden bestanden hatte.
weiterlesenOnline am: 23.02.2015 | Aktualisiert am: 02.12.2015
Zum zweiten Male Whistleblower geworden, mit 38 Jahren. Diesesmal im Land Brandenburg. Ort des Geschehens: Königs Wusterhausen (KW) vor den Toren Berlins. Wer dort Missstände aufgreifen und beseitigen will, hat schlechte Karten: alle Ebenen werden von einer Partei beherrscht, der SPD. Brandenburg ist das Gegenstück zu Bayern: Kontrolleur und zu Kontrollierende sind meistens in derselben Partei. Da kommt offenbar keiner ran. Und wenn doch, dann heißt das Ende der Karriere. Zumindest in Brandenburg.
weiterlesenOnline am: 04.05.2009 | Aktualisiert am: 22.12.2015
Der absolute 'Klassiker': Selbstbedienung und Subventionsbetrug auf lokaler Ebene - dort, wo jeder jeden kennt und jeder jedem noch morgen in die Augen schauen muss bzw. will. Mit Anpassung und Wegschauen geht das am einfachsten. Und doch: Die lokale Tageszeitung schaut hin, und zwar ganz genau. Und berichtet darüber. Am Ende muss eine lokale Koryphäe ihren Hut nehmen ...
weiterlesenOnline am: 05.05.2006 | Aktualisiert am: 07.01.2016
Eine klassische Geschichte: Ein Fraktionsvorsitzender im Kreistag der in Bayern (damals absolut) dominanten Partei, der gleichzeitig im Gemeinerat sitzt, als Verbandsrat im Abfallwirtschaftsverband fungiert und und, also ein "gestandenes Mannsbild" verkörpert, das kritische Nachfragen nicht nur abwehrt, sondern mit Drohungen begegnet, löste bei zwei Lokalreportern der Passauer Neuen Presse erst Nachdenken, dann Recherchen aus. Am Ende stellte sich heraus, dass der "Ehrenämterkönig" auch heimlich überall abkassierte.
weiterlesenOnline am: 03.05.2003 | Aktualisiert am: 13.01.2016
Müll - klassisches Produkt einer Wohlstands- und Wegwerfgesellschaft. Die Branche, die sich um dessen Entsorgung kümmert: grob, hemdsärmeldig, verschlossen - ideal um Geldströme zu verschleiern. Z.B. um Parteien mit Spenden wohlgefällig zu stimmen. Bereits in den 90er Jahren regt sich nicht nur Protest gegen den überdimensionierten Bau einer MVA. Auch kritische Stimmen melden sich zu Wort. Die Staatsanwaltschaft erhält anonyme Hinweise und durchsucht. Nicht den Angeschuldigten, sondern den vermeintlichen Informanten. Und findet nichts. Und stellt alles wieder ein. Erst als 4 Jahre später das BKA ermittelt, werden die Kölner Staatsanwälte wieder aktiv. Diesesmal ernsthaft. Und eröffnen ein neues Kapitel des Kölner Klüngels. Eine gigantische Parteispendenaffäre kommt ans Tageslicht. Es betrifft die SPD.
weiterlesenOnline am: 01.08.2010 | Aktualisiert am: 27.01.2016
Ein Hubschrauberflug mit VIP's an Bord, u.a. russischen Geschäftleuten, einem Gouverneur sowie dem Kontaktmann des russischen Parlaments beim Staatspräsidenten MEDWEDEW, endet im Absturz: eine technische Panne. So die offizielle Version. Doch aus dem "Unfall" wird schnell ein Skandal: "Altaigate" - in Anlehnung an die bekannte "Watergate"-Affäre. Nicht technische Probleme führten in den Tod, sondern riskante Flugmanöver, um den Passagieren ein illegales Jagdvergnügen zu ermöglichen. Es kommt zu Protesten und Aktionen ... Es ist die erste Geschichte, die das DokZentrum im Sommer 2010 zusammen mit Studierenden des Freien Russisch-Deutschen Instituts für Publizistik (FRDIP) an der Lomonosov-Universität in Moskau rekonstruiert hat. zur ganzen Geschichte
weiterlesenOnline am: 14.02.2011 | Aktualisiert am: 11.02.2016
Erst für die Stadtverwaltung des Moskauer Vorstadt Chimki tätig, dann die Seiten gewechselt und eine eigene Zeitung gegründet: die "Wahrheiten aus Chimki". Schnell geriet der ehemals staatstreue Journalist, der danach über Filz und Korruption schrieb, ins Visier der neuen Mächtigen. Er wurde bedroht, dann zum Krüppel zusammengeschlagen, konnte danach nicht mehr sprechen. Sein letztes Thema und Engagement: der Autobahnbau, der den Wald von Chimki frisst. Vom Krüppeldasein konnte sich BEKETOV nicht mehr erholen - er starb 2013 im Alter von 55 Jahren. Seine Arbeit wird aber weitergeführt.
weiterlesenOnline am: 29.04.2022 | Aktualisiert am: 29.04.2022
Gier, Macht, Rücksichtslosigkeit auf der einen Seite, auf der anderen: mangelnde Transparenz, ungerechtfertigtes Vertrauen und unzureichende Kontrollen, wenn überhaupt. Dies sind die Zutaten, derer es bedarf, um klassische Vetterleswirtschaft und Selbstbedienungsmenatilität zu generieren. In diesem Fall bei der SPD-nahen Arbeiterwohlfahrt: in Hessen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.
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