Die Engelhardt-Brauerei in Bildern: grafische Zeichnungen, alte Fotos, Schilder, Briefmarken und Malerei

Eine kleine Bildergalerie. Sie beginnt mit grafischen Zeichnungen von Herbert THANNHAEUSER aus dem Jahr 1926

Herbert THANNAEUSER
Herbert THANNAEUSER 1926

Die grafischen Zeichnungen stammen von Herbert THANNAEUSER, der von 1925 bis 1963 als freischaffender Gebrauchsgrafiker und Schriftgestalter in Berlin unterwegs war. Die Bilder waren ein Auftrag des Aufsichtsrates der Engelhardt-Brauerei für den 28jährigen Berliner, die ihren 'Chef', den Vorstandsvorsitzenden und Generaldirektor Ignatz NACHER zu seinem "25. Berufsjubiläum" 1926 damit überrascht hatten: mit einer Jubiläumsbroschüre, die u.a. in der Berliner Staatsbibliothek archiviert ist. Mehr dazu im Kapitel Die Erfindung der Pfandflasche. Oder: Wie Ignatz NACHER aus einer Mini-Brauerei einen Großkonzern namens "Engelhardt" macht.

THANNHAEUSER war einer der bekanntesten Künstler in diesem Gewerbe und ist uns heute vor allem als Entwickler von vielen Schrifttypen in Erinnerung geblieben (z.B. Garamond, Liberta, Thannaeuser-Fraktur u.a.). Bis zu seinem Tode 1963 war Herbert THANNHAEUSER künstlerischer Leiter der VEB Typoart in Dresden (vormals u.a. Schelter & Giesecke in Leipzig).

Herbert THANNHAEUSER 1926
Herbert THANNHAEUSER 1926
Herbert THANNAEUSER 1926

Engelhardt-Bierdeckel und aufklebbare Marken von Groterjan

"Bierdeckel" kennt jeder. Sie sind nicht nur ein Gebrauchsgegenstand, sondern für viele auch eine Art Kulturgegenstand, ein Sammelobjekt.

Der Begriff "Deckel" ist - heute jedenfalls - unzutreffend. Vormals hatte man Bier oft auch aus Krügen mit aufklappbarem Deckel getrunken, damit beim Trinken im Freien keine freifliegenden 'Viecher' darin ertränken könnten. Das waren dann die etwas vornehmeren Bierkrüge der feineren Gesellschaftsschichten.

Das einfach Volk trank aus Krügen ohne Deckel. Und so mancher hatte dann einen kleinen Wolllappen stets dabei, um sein Getränk vor ungebetenen insektenmäßigen Mitdrinkern zu schützen.

Um die Jahrhundertwende "1900" hatten dann findige Unternehmer solche Abdeckungen aus Fichtenholz-Brei hergestellt und sie mit Logos oder anderen graphischen Signets bedruckt. Dabei ist es dann geblieben.

Inzwischen werden sie aber zumeist als Untersetzer benutzt, seltener als Abdeckung. Unterm Bierglas macht eine solche Unterlage Sinn: Da Bier gekühlt serviert und getrunken wird, bildet sich durch die warme Umgebungsluft schnell Kondenswasser, das dann nach unten abläuft. Damit dieses weder Tisch oder Tischdecke benässt, hilft der Bierdeckel - die Pappe saugt das Kondenswasser auf.

Aufklebbare Marken für Biefumschläge oder Briefbögen waren in den 20iger und Anfang der 30iger Jahre in Mode gekommen. Für die Brauereien stellten sie billige Werbeträger dar. Die Engelhardt-Brauerei und die Marke Groterjan hatten sich am US-amerikanischen Grafikstil orientiert. Und waren damit sehr erfolgreich.

Reklamemarken zum Aufkleben auf Briefe, Sammlung Peter Hannes LEHMANN

(Ur)Alte Fotografien

Die Quellen dieser Fotos lassen sich heute nicht mehr vollständig ausmachen bzw. verifizieren. Sie sind auf sehr unterschiedlichen Wegen in die Sammlung Ignatz NACHER/Engelhardt-Brauerei gelangt und werden gegen Ende des Jahres 2020 der Bibliothek Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens - GGB in Berlin übergeben. Dort sind dann auch alle anderen Unterlagen und Dokumente über Ignatz NACHER und seine Engelhardt-Brauerei archiviert.

Historische Fotos bzw. alte Stiche und Litographien der Engelhardt-Braustätten zeigen wir im Zusammenhang mit dem Kapitel ABC der Akteure - was aus ihnen wurde (NOCH NICHT ONLINE), wenn wir die ehemaligen Orte mit der heutigen Situation vergleichen und erzählen, was auch aus der Brauerei bzw. den Produktionsstandorten geworden ist. Dieses Kapitel wird im September 2020 online gehen.

Die letzten Schilder und Reklametafeln der Engelhardt-Brauerei, die 1998 'beerdigt' wurde

Die Engelhardt-Brauerei hatte nach dem Krieg im Westen nur 1 von 3 Braustätten, und zwar die kleinste in Charlottenburg. Die großen Betriebsteile in Pankow und auf der Halbinsel Stralau lagen im Osten und gehörten zur VEB Engelhardt.

Bei der Schultheiss-Brauerei, dem Konkurrenten, war es umgekehrt. Deswegen wurde Engelhardt 1983 von Schultheiss im Zuge von Raionalisierungmaßnahmen übernommen und die Charlottenburger Braustätte in eine der großen Schultheiss-Produktionsstandorte verlagert. Die Marke "Engelhardt" blieb aber bis 1998 erhalten. Die Fotos datieren aus dem Jahr 1989 und repräsentieren die Westmarke "Engelhardt".

Engelhardt-Brauerei-Motive in gemalten Bildern

Wir können leider nicht mehr rekonstruieren, aus welcher Quelle die hier präsentierten Bilder stammen. Deswegen wissen wir auch den Namen des Zeichners/Grafiker nicht. Für Hinweise wären wir aber sehr dankbar!

Aufruf

Wer irgendwelche (alten) Bilder oder grafische Darstellungen, Fotos oder sonstige Erinnerungsstücke an die ehemaligen Brauereien hat, der/die möge sich bitte bei uns melden (siehe Impressum). Wir würden diese kleine Sammlung gerne weiter ausbauen - zusammen mit der Bibliothek der Gesellschaft für Brauereigeschichte in Berlin, die Ende des Jahres 2020 alle Unterlagen und Dokumente übernehmen wird, mit der wir diese Geschichte von Ignatz NACHER und seiner Engelhardt-Brauerei rekonstruieren.

Hinweis: Diese Bildergalerie lässt sich direkt aufrufen und verlinken unter www.ansTageslicht.de/Engelhardtbildergalerie.

(JL)

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