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Horrortrip in der "Masse von Männern" - anstageslicht.de

Die Berichte der Kölnischen Rundschau, 05.01.2016

von Simon LORENZ

Horrortrip in der "Masse von Männern"

Opfer und Augenzeugen schildern die Silvesternacht

Sie waren "voller Vorfreude" gekommen, wollten "entspannt" in Köln das Feuerwerk betrachten, auf der Suche nach einem "einmaligen Erlebnis". Minuten später wurde der Jahreswechsel für Bernadette B. und ihren Mann, für Heidi S. aus dem Rhein-Sieg-Kreis, für vier junge Frauen aus Köln und für Christian W. aus Braunschweig zum "Horrortrip". Ihre Vorfreude verwandelte sich in "Verzweiflung" und "Angst". Sie alle waren Augenzeugen oder Opfer der "traumatischen" Ereignisse der Silvesternacht vor dem Hauptbahnhof und sie alle habe ihre Eindrücke via E-Mail der Rundschau geschildert.

Da ist etwa Heidi S., 50 Jahre alt, Ex-Frau eines Marokkaners, "nicht ängstlich oder voreingenommen", schreibt sie. "Aber das war definitiv zu viel." Heidi S. beschreibt "Massen von Männern", durch die sie sich habe drängen müssen, alle stark betrunken. An ihr Ohr seien nur fremde Sprachen gedrungen. Und sie sah junge Frauen, die bedrängt und nicht in Ruhe gelassen wurden.

Frauen wie Evelin M. , Maria M., Büsra A.und Naomi M., die Opfer dieser Männer wurden und die sich in einem dramatischen Appell an die Rundschau gewendet haben: "Weil wir verhindern wollen, dass anderen Schlimmeres widerfährt, denn wir hatten noch Glück." Das schreiben vier junge Frauen mit Migrationshintergrund zwischen 22 und 24 Jahren aus Köln, die an diesem Abend begrapscht, verfolgt und in die Enge gedrängt wurden. Die am Ende keinen anderen Ausweg mehr sahen, als mit einer Sektflasche zu drohen, damit die Belästigungen ein Ende haben.

Mit dem Taxi hatten sie gegen 23.30 Uhr den Bahnhofsvorplatz erreicht, das Ziel war der "Wartesaal am Dom". Auf dem Weg kamen ihnen die ersten betrunkenen Männer entgegen, die sich an die Frauen heranmachten. "Ausweichen konnten wir nicht, da die nächsten schon entgegen kamen und es immer und immer mehr wurden. Zudem wurden wir von den Männern, bei denen wir dachten, wir hätten sie hinter uns gelassen, verfolgt und weiter belästigt." Die Situation eskalierte, erste sexuelle Berührungen folgten, eine Frau wurde von der Gruppe getrennt und "so in eine Ecke gedrängt, dass sie sich nicht einmal vor Grapsch-Attacken wehren konnte. Auch ihr lautes Geschrei hat andere Männer nicht dazu gebracht, ihr zu helfen." Ihr gelang die Flucht, und sie erreichte mit der Frauen-Gruppe ein Hotel. Erst dort, in Sicherheit, hätten sie realisiert, dass "diese Männer" kein Deutsch konnten und nur Arabisch sprachen. Die vier Frauen schreiben, sie wollten sich in ihrem eigenen Land nicht "fremd und ängstlich", "unterdrückt und hilflos" fühlen.

Auch Bernadette B. (62) und ihr Mann (65) erlebten mit, wie junge Frauen am Bahnhof "gezielt, massiv" belästigt wurden. Auch sie betonen "nicht rassistisch veranlagt" zu sein. Aber: "Wir hatten einfach Angst." Drei junge Frauen hätten sie aus dem Mob herausgeholfen, dann seien sie sofort nach Hause gefahren. Jetzt fragt Bernadette B. sich: "Was erwartet die jungen Frauen, wenn Karneval ansteht?"

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