Reisen mit e.on. Ein Überblick über die ganze Geschichte

Die Geschichte, die 2005 in Burscheid begann, löste ein mittleres Erdbeben aus: Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft bei allen großen Energieriesen ...

Der Zeitungsjournalist erhielt für seine Recherchen 2007 einen "Wächterpreis der Tagespresse"Wer würde nicht gerne mal nach Norwegen fliegen, mit Begleitperson, und das, ohne etwas für die Reise zu bezahlen? 

In diesen Genuss konnte man in der Vergangenheit leicht kommen, wenn man

• beispielsweise als Lokalpolitiker
• gleichzeitig in einem Aufsichtsrat der kommunalen Stadtwerke
Aber auch
• Gesellschafter und Prokuristen der kommunalen Stadtwerke
• sowie Journalisten reisten und flogen da gerne mal mit zu dem einen oder anderen Ausflugsziel - kostenlos.

Eingeladen wurden sie durch die Konzerne wie E.ON und die RWE-Tochter Thyssengas, die auf diese Weise eine besondere Art der „Klimapflege“ betrieben und mit noblen Reisen, Museumsbesuchen und exquisiten Essen ihre Abnehmer bei Laune hielten.

Foto: Bergischer Volksbote

Die angebotenen Reiseziele konnten sich sehen lassen, es ging unter anderem nach Athen, Florenz, Paris, Barcelona, Moskau, Istanbul, St. Petersburg, Lissabon, ins näher gelegene Elsass oder zur Cezanne-Ausstellung nach Essen - um nur einige der Ausflugsziele zu nennen. 

Oder wie hier auf dem Bild rechts zu sehen: Ein Trip auf einer der Ölbohrförderinseln vor der norwegischen Küste. Die Gäste: Aufsichtsratsmitglieder und Vertreter der Burscheider Stadtwerke.

Erst ein Artikel im April 2005 von Ekkehard RÜGER in der Westdeutschen Zeitung / Redaktion Bergischer Volksbote und eine darauf folgende anonyme Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Köln brachte eine Lawine ins Rollen. Es ging um die Frage, ob das Vorteilsnahme, Bestechung oder gar Korruption sein könnte, wenn beispielsweise „Amtsträger“ im Zuge ihrer Amts- und Dienstgeschäfte sich von jenen einladen lassen, die geschäftlich über die Entscheidungsgewalt der Amtsträger gerne zum Zuge kommen würden - z.B. indem sie Strom oder Gas verkaufen. 

Die Kosten der teilweise auch als „Informationsreisen“ deklarierten Fahrten beliefen sich auf bis zu 120.000 Euro und wurden von den Energielieferanten und teilweise von den Stadtwerken finanziert. In der kleinen Chronologie einer Enthüllung und ihre Folgen sind die in der Öffentlichkeit bekannt gewordenen Reisen gelistet. Und was daraus geworden ist:

• staatsanwaltschaftliche Ermittlungen
• Gerichtsurteile bzw. keine und stattdessen Einstellung der Verfahren gegen Bußgeldzahlungen
• aber eine erhöhte Sensibilität in der Öffentlichkeit.

Warum bereits damals schon 2 aufrechte Bürgermeister(innen) nicht auf solche Lustreisen gefahren sind, haben wir hier beschrieben.

Die Zeitungsartikel, die alles in Rollen gebracht haben, finden Sie unter Die Berichte

Wie der Redakteur Ekkehard RÜGER, der in Burscheid in einer 1-Mann-Redaktion sitzt, auf diese Geschichte kam, hat er selbst unter So begann die Geschichte beschrieben. 

Was Sie über Korruption wissen sollten (und bisher nie zu fragen wagten), steht unter Korruption - (kleine) Geschichte der Bestechung

Wenn Sie diese Geschichte direkt aufrufen oder verlinken wollen, können Sie das direkt unter www.ansTageslicht.de/eon tun. 

(tz)