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ABC der Akteure bei der Duisburger Loveparade - anstageslicht.de

ABC der Akteure bei der Duisburger Loveparade

Viele Beteiligte, aber keiner, der aus der Sicht des Duisburger Landgerichts genug Schuld auf sich geladen hätte, um ihn zur Rechenschaft ziehen zu können. Und es gab Warner, die auf Probleme und Risiken aufmerksam gemacht hatten. Sie wurden von anderen geächtet.

Hier haben wir die wichtigsten Protagonisten aufgeführt:

CEBIN, Rolf

CEBIN ist ein ehemaliger deutscher Polizeibeamter. Er war von 1987 bis 2010 Polizeipräsident in Duisburg. Ein Jahr vor dem Unglück bei der Loveparade äußerte CEBIN Bedenken, die Party in Duisburg durchzuführen, weil es bei geeigneten Flächen an notwendigen Zu- und Abwegen fehle. Der Bundestagsabgeordnete Thomas MAHLBERG, Vorsitzender der CDU Duisburg, forderte deshalb und aus anderen Gründen die Abberufung von CEBIN. Zwei Monate vor der Loveparade wurde Cebin in den Ruhestand verabschiedet.


DRESSLER, Jürgen

DRESSLER war bis März 2011 Bauzernant in Duisburg. Bis auf DRESSLER waren die angeklagten, betroffenen städtischen Bediensteten – Bauordnungsamtsleiterin wie Mitarbeiter – noch im Dienst. Alle zählten zu DRESSLERs Dezernat. DRESSLER verabschiedete sich nach 16 Jahren selbst aus dem Amt. (Stand 2014).


HITZLER, Prof. Dr. Ronald

HITZLER ist ein Soziologe und veröffentliche mehrere Bücher mit Bezug auf die Loveparade.

Publikationen:

Hitzler, Ronald/Kirchner, Babette/Betz, Gregor (2011): Das Beispiel Loveparade. In: Betz, Gregor/Hitzler, Ronald/Pfadenhauer, Michaela (Hrsg.): Urbane Events. Wiesbaden: VS. (im Erscheinen)

Hitzler, Ronald/Nye, Sean (2011): Where is Duisburg? An LP Postscript. In: Dancecult: Journal of Electronic Dance Music Culture, Vol. 3/2011 (dj.dancecult.net)

Hitzler, Ronald (2011): Eventisierung des Juvenilen. In: ders.: Eventisierung. Wiesbaden: VS. S. 69-92.

Hitzler, Ronald (2010): Lost in Transformation? Die Loveparade im Ruhrgebiet. In: Richard, Birgit/Krüger, Heinz Hermann (Hrsg.): inter-cool 3.0. Jugend Bild Medien. Ein Kompendium zur aktuellen Jugendkulturforschung. München: Fink. S. 141-150.


JÄGER, Ralf

JÄGER war Minister für Inneres und Kommunales in NRW (SPD). Machte den Loveparade-Veranstalter Rainer SCHALLER verantwortlich, da die Sicherheitskonzepte nicht eingehalten wurden. Juli 2010 sagte JÄGER, dass der Veranstalter das Sicherheitskonzept nicht eingehalten habe und viel zu wenig Ordner bereitgestellt wurden - außerdem habe die Stadt Duisburg nicht ausreichend kooperiert. Verantwortung werde von Veranstalter und Stadt jedoch abgeschoben - "das empfinde ich als unerträglich". JÄGER blieb bis 2017 im Amt.


MAHLBERG, Thomas

MAHLBERG ist ein deutscher Politiker (CDU). Von 2008 bis 2009 und von 2013 bis 2017 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Im Vorfeld der Loveparade forderte Mahlberg in einem offenen Brief vom 9. Februar 2009 den NRW-Innenminister auf, den Duisburger Polizeipräsidenten Rolf CEBIN zu entlassen. Er begründete dies insbesondere mit den Sicherheitsbedenken, die CEBIN gegenüber der Durchführung der Loveparade äußerte, die nach MAHLBERG zu Imageschäden der Stadt Duisburg führten.


Prof. Dr. FRIEDRICH, Frank

Prof. Dr.-Ing. Frank FRIEDRICH (Fachgebiet Bevölkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherheit), lehrt an der Uni Wuppertal.

Dort führt er das Projekt ProVOD durch: Professionalisierung des Veranstaltungsordnungsdienstes.


RABE, Wolfgang

Duisburger Rechtsdezernat. RABE wurde als leitender Projektkoordinator von OB SAUERLAND eingesetzt. Er beteuerte sein Mitleid, blieb umstritten in seinem Amt nach dem Unglück, abgewählt wurde er 2014 mit 44 zu 22 Stimmen. Als zuständiger Dezernent für die Bereiche Sicherheit und Ordnung hatte RABE die Loveparade auf Seiten der Stadtverwaltung koordiniert. Wie SAUERLAND und SCHALLER gehörte RABE auch nicht zu den 10 Angeklagten des Strafverfahrens.


RÜTTGERS, Jürgen

RÜTTGERS ist ein deutscher Politiker (CDU) und war vom 22. Juni 2005 bis zum 14. Juli 2010 Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Trotz massiver Sicherheitsbedenken übte die Landesregierung NRW unter RÜTTGERS Druck auf die Stadt Duisburg aus. Er wollte die Loveparade in Duisburg sehen und das Ruhrgebiet attraktiver machen.


Adolf SAUERLAND

Adolf SAUERLAND war Oberbürgermeister der Stadt Duisburg (CDU), Am 13.09.2010, also 2 Monate nach dem Unglück, stimmte der Duisburger Stadtrat mit 41 zu 28 Stimmen deutlich für den Verbleib von SAUERLAND im Amt des Oberbürgermeisters. Erwartungsgemäß stimmten in erster Linie CDU-Politiker für ihn, aber auch Mitglieder der Grünen und einer Wählergemeinschaft stimmten für ihn. Sie verwiesen auf die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und sprachen sich gegen eine Vorverurteilung aus. Das Abwahlverfahren wurde von SPD, Linke, Grüne und FDP initiiert. SAUERLAND wies jede Form der Kritik von sich und wolle solange im Amt bleiben, bis die Verantwortlichkeit für das Unglück geklärt ist. SAUERLAND gehörte nicht zu den Beschuldigten der Anklage der Staatsanwaltschaft, entschuldigte sich am 11.07.2011, also ein Jahr nach der Katastrophe und übernimmt die “moralische Verantwortung”. 12.02.2012 sahen viele Duisburger SAUERLAND als politisch Verantwortlichen für die Loveparade und wählten ihn mit 129.800 Stimmen ab. Im Prozess 2018 hatte SAUERLAND eine von der Nebenklage geforderte Entschuldigung ausdrücklich abgelehnt.


Rainer SCHALLER

Rainer SCHALLER bestreitet seit 2010, auch vor Gericht 2018, jede Mitschuld und beteuerte immer wieder, dass Menschen Fehler gemacht hätten. Er wurde vor Gericht als Zeuge geladen, jedoch nicht angeklagt. SCHALLER bestritt, die letzte Entscheidungsinstanz bei der Vorbereitung der Veranstaltung gewesen zu sein. Er hätte sich meist auf seine Mitarbeiter verlassen. SCHALLER sagte, der leitende Mitarbeiter Kersten SATTLER (Head of Organisation), der zu den Angeklagten gehört, habe nur sehr wichtige Dinge mit ihm besprochen, in diesen hätte SCHALLER großes Vertrauen entgegengebracht.

Frühere Mitarbeiter hatten ausgesagt, SCHALLER sei sehr wohl die letzte Entscheidungsinstanz gewesen, ein echter “Kontrollfreak”, der alles mitentscheiden musste. In dem Strafprozess mussten sich vier frühere Beschäftigte von Lopavent und sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen unter anderem fahrlässige Tötung vor. Fehler sah SCHALLER auf das Fragen des Richters nicht bei seinem Unternehmen oder der Planung, sondern bei der Handhabung der Polizei. SCHALLER wurde kein Prozess gemacht und leitet bis heute ein Fitnessketten-Imperium. 


Ottilie SCHOLZ

Ottilie SCHOLZ (SPD) war von Oktober 2004 über zwei Wahlperioden bis zum 21. Oktober 2015 Oberbürgermeisterin der Stadt Bochum. Aus Sicherheitsgründen sagte sie 2009 die Loveparade durch Bochum ab. Dies wurde heftig kritisiert. Angesichts des Unglückes bei der Loveparade 2010 relativierte sich diese Kritik.


Michael SCHRECKENBERG

Michael SCHRECKENBERG, 53, ist Physiker an der Universität Duisburg-Essen und erforscht neben Staus die Massenpanik. Bei der Loveparade hat er daran mitgearbeitet, wie die Menschen zum Gelände kommen. Als Zeuge im Strafprozess geriet er zwei Tage lang unter Druck, da er für sein Gutachten von RABE und der Stadt Duisburg 20.000 Euro bekommen hat. Eine auffälig hohe Summe.


Prof. Dr. G. Keith STILL

Ist ein führender Experte im Bereich der Veranstaltungssicherheit. Er wird 2011, also über 1 Jahr nach dem Unglück, ein ausführliches Gutachten zum Desaster der Loveparade erstellen. In diesem Gutachten geht er auf die fehlerhafte Planung und die Ursachen ein, die zur verheerenden Katastrophe führten.


Rainer WENDT

Rainer WENDT ist ein deutscher Gewerkschaftsfunktionär. Er ist seit 2007 Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) im Deutschen Beamtenbund (DBB).


Thomas WENNER

Thomas WENNER war Polizeipräsident von Bochum von 1993 bis 2009. WENNER war gegen die Loveparade in Bochum: wegen massiver Sicherheitsbedenken. Er rechtfertigte seine Sicht der Dinge damals in einem offenen Brief: "Überleben ist wichtiger".

Der offene Brief aus dem Jahr 2009 wurde dann kurz nach dem Loveparade-Desaster in Duisburg auf SPIEGEL-ONLINE einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.


(JakSo / LJ)