Religionen - ein Überblick über immerwährende Probleme

Kriege im Namen Gottes, der (angeblich) Frieden will und Nächstenliebe verkörpert?

„Im Namen Gottes“ meint: im Namen irgendeiner Religion. Denn „Gott“ selbst ist unsichtbar, virtuell. Er hat keine Anschrift, ist telefonisch oder sonstwie nicht erreichbar. Angeblich trohnt er im Himmel. Belegen konnte dies bisher niemand – etwa durch Rückkehr von dort zurück auf Erden.

Also lautet die Frage: Was ist Religion?

  • Gelebte Überzeugung irgendwelcher Regeln oder Vorschriften? Etwa Schweinefleischverbot oder Verbot der „Pille“?
  • Innere Flucht vor den Realitäten dieser Erde, also eine Art von Eskapismus? Bzw. Hoffnung auf ein besseres Leben nach dem Tod? Also Glaube an eine (virtuelle) Ewigkeit irgendwo im „Jenseits“ nach dem irdischen Leben?
  • Sozialisierte Weltanschauung, die man zufällig erworben hat, weil man in einer bestimmten Region aufgewachsen ist? Weil die allermeisten immer jenen Glauben bzw. jene Religion ganz automatisch übernehmen, in der sie erzogen wurden und groß geworden sind?

Sicher ist: Religion ist ein Massenphänomen. Rund 85% der Weltbevölkerung betrachten sich als „religiös“. Was immer auch dies im Einzelfall bedeuten mag.

Und ebenso sicher ist: Religion bedeutet auch - jedenfalls oft oder zumindest in bestimmten Phasen einer Entwicklung – Gewalt und Terror, Zerstörung, Mord und Kriege. Für letzteres gibt es sogar uralte, einschlägige Begriffe: Glaubenskriege, Kreuzzüge.

In dieser Hinsicht unterscheiden sich die Religionen nicht:

  • Christen gegen Christen, z. B. Protestanten gegen Katholiken in Nord-Irland
  • Orthodoxe Christen im Kampf gegen Muslime im ehemaligen Jugoslawien
  • Muslime versus Hindus in Kaschmir
  • Hindus gegen Buddhisten in Sri Lanka
  • Buddhisten in Frontstellen gegenüber Muslime in Thailand
  • Sunnitische Muslime gegen schiitische Glaubensbrüder im Irak und umgekehrt
  • Muslime versus Christen in Nigeria
  • Kopten gegen Muslime in Ägypten
  • Undsoweiter.

Solche Konflikte sind aber oft auch verwoben, d.h. von anderen Problemfeldern überlagert:

  • Ansprüche auf Territorien, Ressourcen oder irgendwelche Besitzstände
  • (vermeintliche) Verletzungen, z.B. politischer oder religiöser Art
  • Ungleichheiten in der Verteilung von Lebenschancen und/oder Neid
  • Unterdrückung von Menschen oder Bevölkerungsgruppen der unterschiedlichsten Arten.

Daraus kann man schlussfolgern: Die Religionen in der reinen Lehre sind offenbar etwas (ganz) anderes als das, was (seit Jahrhunderten) praktiziert wird.

Egal wie:

Wir stellen die 3 großen Weltreligionen vor: den jüdischen Glauben, die christliche Lehre und den Islam. Alle mit ihren Gemeinsamkeiten, aber auch ihren Unterschieden: unter 3 Religionen im Vergleich.

Die (vielen) Gemeinsamkeiten sind historisch bedingt. Der Islam hat sich zeitlich nach und aus dem Christlichen Glauben entwickelt. Letzterer wiederum entstand zeitlich nach und aus dem Judentum, das die erste große, sprich weit verbreitete Religion war. Dies haben wir nachgezeichnet unter Die gemeinsamen Wurzeln dreier Religionen. Unter Religionen weltweit zeigen wir die geographische Verbreitung heute: nach Kontinenten und Ländern.

Wie tolerant Religionen mit Kritik und t.w. auch Kunst umgehen, haben wir an 3 Beispielen rekonstruiert:

Die christliche Religion, die zu früheren Zeiten Menschenrechte mit Füßen getreten hat (Inquisition, Scheiterhaufen, Hexenverbrennungen usw.), hat sich bis heute gewandelt. Konkret: politischen und gesellschaftlichen (Mindest)Standards angepasst. Auch wenn sich dies in vielen Fragen immer noch nicht wirklich niederschlägt (Trauungsverbot für Geschiedene, Einnahme der „Pille“ u.a.m.). Deshalb haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wie es der Islam mit den originären Menschenrechten hält: Menschenrechte & Islam – die Kairoer Erklärung.

Weil sich Toleranz und Frieden bzw. Friedfertigkeit auch im Umgang mit Minderheiten erweisen muss, haben wir uns auch damit auseinandergesetzt: mit dem Thema Religion(en) und Homosexualität.

Wir wollen betonen, dass dieses ganze Thema mit seinen verschiedenen Aspekten von Studierenden unterschiedlicher Glaubensrichtungen zusammengestellt wurde. Das gemeinsame Credo war, dass es keine Religion gibt, die – aus welchen Gründen auch immer – einen Alleinvertretungsanspruch geltend machen kann. Weshalb das Gebot gegenseitigen Respekts zwingend Notwendigkeit ist. Was aber auch bedeutet, dass man sich mit allen Fragen sowohl kritisch als auch künstlerisch auseinandersetzen dürfen muss.   

Sie können diese Geschichte direkt aufrufen oder verlinken unter www.ansTageslicht.de/Religionen.

(JL)

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