Zustimmung zum Sanierungskonzept oder das Ende des BVB? Diese beiden Möglichkeiten gibt es, als RAUBALL, WATZKE und RÖLFS an diesem Morgen eine Halle am Düsseldorfer Flughafen betreten, wo sich genau 444 der 5780 Gesellschafter des Molsiris- Stadionfonds eingefunden haben. Die drei BVB-Bosse haben im Vorfeld alles Menschen-Mögliche getan, um die Anleger von dem Sanierungskonzept zu überzeugen. Die wiederum stecken in einem Dilemma: stimmen sie zu, läuft das Sanierungskonzept mit all seinen Gefahren an – allerdings mit ungewissem Ausgang. Lehnen sie ab, geht der BVB in die Insolvenz und sie werden höchstwahrscheinlich so gut wie nichts von ihrem angelegten Geld wiedersehen.
Denn, geht der BVB in die Insolvenz, ist der Molsiris-Stadionfonds ebenfalls am Ende: der BVB ist der einzige Molsiris-Partner.
Der Plan von RÖLFS sieht vor, dass der BVB einen Teil der am 30.12.2002 an Molsiris verkauften 75% Stadion-Beteiligung zurückkauft und gleichzeitig die Mietzahlungen für die Jahre 2005 und 2006 aussetzt.
Die Ruhr Nachrichten berichten ausführlich über die entscheidende Sitzung und nennen Details des Plans: „Mit Hilfe des gestern von den Anlegern freigegebenen Depots in Höhe von 51,9 Mio. Euro, das ursprünglich für den Rückerwerb des Stadions im Jahr 2017 festgelegt war, will das BVB-Management 42,8 Prozent der Stadionanteile für 42,85 Mio. Euro zurückkaufen und damit die jährlichen Mietzahlungen deutlich reduzieren. Die verbleibenden neun Mio. Euro sollen zur Sicherung der Liquidität eingesetzt werden. Der Aktienkurs des schwarz-gelben Wertpapiers stieg kurz nach der Entscheidung um 6,5 Prozent auf 2,62 Euro. Die Zustimmung wurde auch deshalb dringend benötigt, um fristgerecht bis zum heutigen Dienstag die Unterlagen zur Erteilung der Lizenz für die nächste Saison bei der Deutschen Fußball-Liga einzureichen.“
Ohne MEIER, der gerne in Düsseldorf dabei gewesen wäre, aber aus „taktischen Gründen“ zu Hause bleiben muss, startet die Sitzung. RÖLFS präsentiert das Konzept und appelliert an die Anleger. Nach über sechs Stunden steht dann das Abstimmungsergebnis der Anwesenden fest: 94,4% Zustimmung für das Sanierungskonzept. Der BVB überlebt! Alle drei sind erleichtert. RAUBALL spricht von den schwersten Stunden seiner Laufbahn.
RÖLFS und seine Mitarbeiter lassen sich ihren Job mit 780.000 € bezahlen. Eine durchaus richtige Investition, so die überwiegende Meinung