Frankie & Betsy ANDREU: die Whistleblower im Fall Lance ARMSTRONG

Der Rennradler

Mit freundlicher Genehmigung von Betsy Andreu

Der ehemalige Radrennfahrer Frankie ANDREU und seine Frau Betsy sind zwei der Hauptzeugen im Fall Lance ARMSTRONG. Frankie fuhr im Team Motorola, zu dem auch Lance ARMSTRONG 1992 stieß. Die beiden waren anfangs gut befreundet, teilten sich unter anderem eine Wohnung am Comer See in Italien.  Sie fuhren bis 2000 immer wieder in denselben Teams, zuletzt bei US Postal Service.

Frankie hatte nie den großen Erfolg wie Lance ARMSTRONG, er war nicht spezialisiert auf bestimmte Etappen, er  war eher eine Art Helfer für die Spezialisten und vor allem für Lance ARMSTRONG. Dieser war von dem Wunsch beseelt, unbedingt der Beste sein zu müssen, koste es, was es wolle. Frankie hingegen war skeptischer gegenüber Doping und wollte sich ehrlich seine Erfolge verdienen. 

Seine Frau Betsy war ebenfalls dieser Meinung, sie sollte später eine der erbittertsten Gegnerinnen gegen Lance Armstrong und Doping werden. Die Freundschaft hatte trotzdem Bestand. Zunächst.

1996 erkrankte Lance ARMSTRONG an Hodenkrebs. Der Krebs hatte schon gestrahlt, es gab Lymphdrüsenmetastasen im Bauchraum und in der Lunge sowie zwei Tumore im Gehirn. Seine Chancen waren gering: bei 20 bis 50%. Doch ARMSTRONG nahm den Kampf gegen den Krebs auf.

Die Szene am Krankenbett

Am 27. Oktober 1996 besuchten ihn Frankie und Betsy im Krankenhaus. Lance hatte gerade eine Gehirn-OP hinter sich, bei der die Tumore entfernt worden waren.  Während dieses Besuches waren unter anderem auch Chris CARMICHAEL, der Trainer von Lance, Stephanie MCILVAIN, Lances persönliche Betreuerin von der Sonnenbrillenfirma Oakley, und eine Vertraute von ihm sowie seine damalige Freundin Lisa SHIELS und seine spätere Frau Paige anwesend. 

Aufgrund der vielen Besucher waren sie in einem größeren Raum untergebracht. Als Ärzte hereinkamen, um Lance einige Fragen nach der OP zu stellen, wollten Frankie und Betsy gehen, aber Lance meinte, sie sollten bleiben. Die Ärzte fragten Lance unter anderem, ob er jemals leistungssteigernde Mittel genommen hätte. Lance nennt daraufhin den Gebrauch von

 

  • EPO
  • Testosteron
  • Wachstumshormonen
  • Cortison
  • Steroiden. 

Betsy ist nach diesem Eingeständnis so schockiert, dass sie Frankie nach dem Besuch zur Rede stellt, ob er auch jemals diese Mittel genommen habe. Sie ist in Sorge um seine Gesundheit, droht ihm, die geplante Hochzeit abzusagen. Frankie versicherte ihr, dass er noch nie diese Mittel genommen hätte.

Doch Lances Geständnis ließ Betsy nie in Ruhe. Sie konnte und wollte nicht einsehen, warum sie über ihn lügen sollte und sagen sollte, dass alles in Ordnung ist.

Lance ARMSTRONG wird zum Helden - Frankie ANDREU gerät mit seiner Ehrlichkeit ins Hintertreffen

Lance ARMSTRONG wurde in den nächsten Jahren zu einem Sportidol, ein Held, der Krebsüberlebende, der die Tour de France gewinnt, der sich nicht hat unterkriegen lassen und nun erfolgreich gegen die Besten der Besten antritt und diese besiegt. Er gründet 1997 eine Stiftung, die Lance Armstrong Foundation (später umbenannt in LIVESTRONG), die sich für den Kampf gegen Krebs einsetzt.  An diese Stiftung wurden rund 500 Millionen US-Dollar von anderen gespendet. Er war gut befreundet mit den US-Präsidentenfamilien Bush und Clinton, hatte Verbindungen in die Politik und nach Hollywood, kannte viele einflussreiche Menschen. 

Auf der anderen Seite waren die ANDREUS. Frankie konnte Betsy zwar versichern, dass er noch nie gedopt hatte, aber der Druck im Radsport war enorm. Lance ARMSTRONG war getrieben von dem Wunsch, der Beste zu sein. Er nahm Kontakt zu dem italienischen Sportarzt Michele FERRARI auf, der bekannt dafür war, mit nicht erlaubten Mitteln das Maximum aus Radrennfahrern herauszuholen.

Frankie jedoch weigerte sich immer, zu FERRARI zu gehen. Er war der Meinung, wenn er sich mit dem Arzt abgeben würde, könnte er auch gleich gestehen, dass er dopen würde.  Betsy erinnerte sich an eine Situation, als sie alle im Auto in Italien unterwegs waren und Lance darauf bestanden hatte, in der Nähe von Mailand seinen Arzt zu treffen. Dieser wartete auf einem Parkplatz außerhalb der Stadt, in seinem Wohnmobil. Auf Betsys Nachfrage, warum man sich denn an diesem Ort mit seinem Arzt trifft, antwortete Lance: „Damit die verfluchten Journalisten nichts mitbekommen“. Als er nach einer Stunde wieder aus dem Wohnmobil kam, war er sehr glücklich, seine Werte wären sehr gut, erklärte er Betsy.  Er meinte auch, dass Frankie so gute Werte haben könnte, nur würde er sich nicht trauen.

Mit freundlicher Genehmigung von Betsy Andreu

1999 beschloss Frankie ANDREU, auf eigene Faust EPO zu nehmen. Er sah darin die einzige Möglichkeit, mit den gestiegenen Anforderungen und der Geschwindigkeit während der Tour de France mitzuhalten. Außerdem hatte er ohne Doping nicht die Möglichkeit, seinen Job im Team richtig zu erfüllen.  Als Betsy das herausfand, war sie sehr enttäuscht von ihm, forderte, dass er das Team verlässt, anstatt seine Gesundheit zu gefährden. Er meinte, dass das in jedem Team so ist, versprach ihr aber, nicht mehr zu dopen. Auch er hatte ein schlechtes Gewissen, die Nutzung leistungssteigernder Mittel widersprach seinen moralischen Vorstellungen und er fühlte sich schlecht dabei.

 

2000 trat er die Tour ohne Doping an, konnte aber kaum mit dem hohen Tempo mithalten und musste jeden Tag über seine Grenzen gehen. Aufgrund seiner vergleichsweise schlechten Leitungen wurde sein Vertrag bei US Postal Service nicht verlängert. Er hatte Angebote von anderen Teams, aber nachdem er das gegenüber dem Sportdirektor von US Postal, Johan BRUYNEEL, erwähnte, wurden die Angebote plötzlich zurückgezogen. BRUYNEEL bot ihm den Job als Sportdirektor für den amerikanischen Raum an, Frankie musste zusagen – er musste seine Familie ernähren können. So endete die aktive Sportkarriere von Frankie ANDREU.

Währenddessen hat sich Lance ARMSTRONG zu einem äußerst erfolgreichen und einflussreichen Mann entwickelt, der von jedem verehrt wird.

Und genau gegen diesen Menschen äußerte sich Betsy negativ, ließ sich nicht von all dem Blendwerk einschüchtern.

David WALSH - der Sportjournalist

Mit der Zeit wurden die Menschen um Betsy herum immer weniger, viele fürchteten, gegenüber Lance ARMSTRONG schlecht dazustehen und so irgendwelche Nachteile zu haben. Aber Betsy ließ sich auch davon nicht unterkriegen. Sie nahm Kontakt zu dem irischen Sportjournalisten David WALSH auf, der sich schon seit längerem über den plötzlichen Erfolg von Lance ARMSTRONG wunderte und sich sicher war, dass das nicht mit rechten Dingen zugehen könne. 

Die beiden merkten schnell, dass sie  die gleiche Meinung von Lance ARMSTRONG hatten und ihn für einen Doper hielten. Sie wurden Freunde. Dennoch konnte Betsy ihre Vermutungen und die verschiedenen Geschichten, die sie miterlebt hatte, nicht der Öffentlichkeit zugänglich machen, da Frankie und somit das Familieneinkommen immer noch von Lance ARMSTRONG und US Postal abhängig war.

2003 beschloss David WALSH zusammen mit seinem französischen Kollegen Pierre BALLESTER, ein Enthüllungsbuch über Lance ARSMTRONG zu schreiben. Betsy willigte ein, ihnen dabei zu helfen, konnte aber aufgrund von Frankies Job in der Radsportindustrie die Geschichte im Krankenhaus nicht öffentlich erzählen. Sie beschlossen, Lisa SHIELS zu suchen, Lances Ex-Freundin, die ebenfalls 1996 im Krankenhaus dabei war. Doch weder Betsy noch David WALSH konnten sie finden.

Da Lisa SHIELS nicht aufzufinden war, sagte Betsy in dem abgedruckten Interview in dem Buch L.A. Confidential auf die Fragen nach der Szene im Krankenhaus stets, dass sie das nicht kommentieren werde, verneinte es aber nie. Die beide hofften dadurch, dass die Bedeutung und die wahre Aussage dahinter verständlich würden, ohne von Betsy direkt ausgesprochen zu werden.  Trotz allem war Lance ARMSTRONG der Meinung, dass Betsy mehr zu David WALSH gesagt haben könnte.

Während Frankie 2004 beruflich in Belgien zu tun hatte, wurde er von Lance aufgefordert, sich einmal mit seinen  Agenten Bill STAPLETON und Bart KNAGGS zu unterhalten. Frankie stimmte, entgegen dem Wunsch  von Betsy zu, zeichnete das Gespräch jedoch heimlich auf. In diesem ging es darum, ob Betsy die Quelle von David WALSH sei, was Frankie verneinte und darauf hinwies, dass sie stets kein Kommentar auf die Fragen des Journalisten gegeben hätte. 

Aber auch andere Leute wurden auf L.A.Confidential und somit auch auf die ANDREUS aufmerksam. SCA Promotions war eine Versicherungsgesellschaft, gegründet von Bob HAMMAN, die sich auf Risikoanlagen spezialisiert hatte. Diese Gesellschaft war aufgrund verschiedener Verträge und Abmachungen eigentlich verpflichtet, Lance ARMSTRONG insgesamt 9,5 Millionen US-Dollar zu zahlen, sollte dieser sechsmal die Tour de France gewinnen, was ihm 2004 gelang. Als ein Mitarbeiter von SCA Promotions aber in L.A.Confidential von den Anschuldigungen gegen Lance ARMSTRONG las, sah die Firma darin die Chance, den Bonus nicht auszahlen zu müssen. Nach einigen weiteren Schwierigkeiten traf man sich vor Gericht: Lance ARMSTRONG zusammen mit der Firma Tailwind Sports, die Besitzer des US Postal-Teams versus SCA Promotions.  In dem Gerichtsprozess sollten auch viele Zeugen aussagen, die bereits in L.A.Confidential befragt wurden waren, unter anderem die ANDREUS und der Autor David WALSH.

Mit freundlicher Genehmigung von Betsy Andreu

Die ANDREUS hatten ihren Termin bei Gericht am 25.10.2005. Zu ihrer Überraschung war auch Lance ARMSTRONG im Gerichtssaal anwesend, was sie als einschüchternd wahrnahmen. Betsy wurde nach dem Krankenhausbesuch nach Lances Gehirn-OP 1996 befragt, wer damals anwesend war, welche Fragen die Ärzte gestellt hatten, wie seine Antwort darauf war.

Am selben Tag wurde auch Stephanie MCILVAIN befragt. Sie war eine Art persönliche Betreuerin, abgestellt von der Sonnenbrillenfirma Oakley, und durchaus eng verbunden mit Lance ARMSTRONG. Vor allem war auch sie am 27.10.1996 mit in dem Krankenzimmer und hörte, was Lance ARMSTRONG zu den Ärzten sagte. Auch hatte sie bereits mit David WALSH gesprochen und war, in gleicher Form wie Betsy, in seinem Buch behandelt worden, ohne eine richtige Aussage zu machen. Dennoch hatte sie in einem Telefongespräch mit Greg LEMOND, einem ehemaligen Radrennfahrer und ebenfalls Whistleblower in L.A.Confidential zugesagt, während dem Gerichtsprozess eine klare Aussage gegen Lance zu machen. „…I’m not going to lie. You know I was in the room. I heard it.” Das sagte sie zu Greg LEMOND.

Umso größer war die Überraschung, als Stephanie MCILVAIN während des Gerichtsverfahrens sagte, dass sie nie gehört hätte, wie Lance an dem fraglichen Tag über leistungssteigernde Mittel und deren Benutzung redete. Betsy meinte daraufhin sofort, dass sie lügen würde, jedoch, warum sollte sie das tun, nachdem sie zuvor so überzeugt davon war, die Wahrheit zu sagen.

Stephanie MCILVAIN war Angestellte bei Oakley und dort zuständig für Lance ARMSTRONG, der auch innerhalb dieser Firma, wie in so vielen, großen Einfluss besaß. Ihr Mann war der stellvertretende Vorsitzende der Firma. Sie haben einen autistischen Sohn. Das kostet Geld. In den USA sogar sehr viel Geld.  Auf der anderen Seite: für Lance ARMSTRONG wäre es einfach  zu veranlassen, dass beide ihren  Job verlieren, auf  den sie schon wegen der Krankheit ihres Sohnes angewiesen waren.

Natürlich ist nicht sicher, ob das der Grund war, warum Stephanie log, aber es wäre eine Erklärung. Was Stephanie aber nicht wusste: dass Greg LEMOND das Telefongespräch mit ihr aufgezeichnet hatte. Nach ihrer Lüge wurde dieses im Gerichtssaal abgespielt. In diesem Gespräch sagt sie außerdem, dass sehr viele Leute Lance beschützen würden und dass sie alle Bescheid wissen. Jedoch geht sie nicht näher darauf ein, wer „alle“ sind.

Lance ARMSTRONG: Meineid vor Gericht

Wenige Tage später, am 30.11.2005, sagte Lance ARSMTRONG selber vor Gericht aus. Er beschwor dabei unter Eid, dass er noch nie Drogen oder leistungssteigernde Mittel genommen hätte. Auch sei er damals im Krankenhaus nicht nach der Benutzung von solchen Mitteln befragt worden. Des Weiteren wird er nach Zahlungen befragt, die 2000 an die UCI (Union Cycliste Internationale), dem internationalen Radsportverband getätigt wurden. Er sagte aus, dass er nicht mehr genau wissen würde, wann das war und an wen, dass er das Geld in einen Fond gegen Doping eingezahlt hätte. Auch könne er sich nicht mehr an den genauen Betrag erinnern oder für welchen Zweck das Geld verwendet wurde.

Dann wurde die Frage an Lance ARMSTRONG gestellt, warum die genannten Zeugen seiner Meinung nach gegen ihn ausgesagt haben. Armstrong teilte daraufhin einmal kräftig gegen alle aus:

  • ·         Betsy und Frankie ANDREU würden lügen, weil Betsy ihn hassen würde und Frankie unter ihrem Pantoffel stehen würde.
  • ·         Greg LEMOND hätte ein Alkoholproblem, wie schwer dieses ist, kann er aber nicht aussagen, da er, Lance, nicht mit Greg LEMOND trinken gehen würde.

Man weiß inzwischen, dass Lance ARMSTRONG mit allen Zeugen im Vorfeld des Prozesses  Kontakt gesucht hatte und einige mehr oder weniger offen bedrohte.

Anfang 2006 gab SCA Promotions den Rechtsstreit mit Lance ARSMTRONG auf und zahlte ihm insgesamt rund 7,5 Millionen US-Dollar. Damit war eine Art Schlussstrich unter die Geschichte von Lance ARMSTRONG gezogen. Er hatte seine aktive Karriere beendet, sein Einfluss ließ nach. Frankie bekam verschiedene Jobs in der Radwelt, die ANDREUS lebten ein normales Leben und erleben dabei, wie immer mehr Vorwürfe gegen Lance an die Öffentlichkeit kamen. 

Und schließlich, am 28.08.2012, erklärte ARMSTRONG in aller Öffentlichkeit, den Kampf gegen die Doping- Anschuldigungen aufzugeben. Knapp einen Monat später, am 22.12.2012 wurden ihm vom UCI alle Tour de France-Titel aberkannt.

Frankie schrieb an David WALSH, wie er selber darauf reagierte und was das für ihn bedeuten würde:

„I don’t remember where I was when the UCI upheld the decision on Armstrong. It didn’t matter. To me the truth was out there with the USADA report, and whatever happened after that wasn’t my problem. I was tired of defending myself, tired of Lance Armstrong, and I was ready to get his name out of my household. It had finally come to an end. 


To say the last few years were stressful would be an understatement. The financial uncertainties were a stress I had to deal with. At times, I was at a complete loss at how the balance pushing for the truth yet trying to maintain my place in cycling. This led to many arguments between my wife and me. Sometimes I wanted to talk and she didn’t want to; sometimes she wanted to talk and I didn’t want to. I usually lost the battle. It started in 2006 with the SCA subpoena. I had left for the Tour de France, and she was left home alone to receive the brunt of the Armstrong attacks. There were many long phone calls, she shed many tears, and was angry that what was being portrayed of her was not correct. She knew the sport had a problem, that I was involved with part of that problem, and it was time to change that. Her upbringing and ethics directed her actions. She showed me that not caving in, and standing up for yourself, can set you free.


This didn’t come without a price. Many times mean things were said, or we’d ignore each other, many nights we went to bed mad at each other. Over time some things became evident that I didn’t realize before: Betsy was so strong-willed and determined. She stuck to her convictions like none other. We had supporters behind the scenes but we also had many detractors. The hateful messages would arrive and the fury in her would rise. She had the courage that I didn’t have.  As time went by that her part in this was an important role – she gave a sound to our voice. No longer was the loudspeaker of lies repeatedly coming from the Lance camp the only sound that was heard. She knew the only way to reveal the truth was to defend herself at all costs. In doing so she defended me, and for that I’m thankful.”


Der Lügner und die Aufrichtigen

Lance ARMSTRONG willigte ein, in einem Interview mit Oprah WINFREY zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen. Kurze Zeit davor rief er, zum Erstaunen der Familie, bei den ANDREUS an.  Er entschuldigte sich bei ihnen für alles was er ihnen angetan hatte. Die ANDREUS waren überrascht, Betsy sagte hinterher, der Lance, der sie angerufen hätte, sei ein Lance gewesen, den sie nicht kannte. Aber als das Interview am 17.01.2013 dann ausgestrahlt wurde, schlug diese Überraschung und auch die doch eher positiven Gefühle nach Lances Entschuldigung in Unglauben und wohl auch Wut um:

In dem Interview weigerte sich Lance eine Frage nach der Krankenhausszene 1996 zu beantworten und auch auf die Frage, ob Betsy damals gelogen hätte, wollte er nicht antworten. Stattdessen erklärte er aber, dass er mit allen Beteiligten von damals gesprochen hätte und sich entschuldigt hätte.

Frankie und Betsy fühlten sich benutzt, sie hatten das Gefühl, für Lances PR-Masche missbraucht worden zu sein. Sie werden wohl nie wieder ein gutes Verhältnis zu Lance aufbauen oder ihm jemals wieder vertrauen, aber die Welt hat erfahren, dass Lance ARMSTRONG ein Doper und Betrüger ist, dass er mehrmals und mit voller Absicht Millionen von Menschen angelogen hat und dass ihm von seinem Erfolg, Reichtum und Einfluss so gut wie nichts geblieben ist.

Die Motive der ANDREUS, die sie zu ihrem Kampf gegen Lance ARMSTRONG bewegten, sind hierbei nochmal besonders zu erwähnen. Beide hatten ein so starkes und unumstößliches Bild davon, was richtig und was falsch ist, dass sie nicht mitansehen konnten, dass jemand wie Lance ARMSTRONG die Menschen belügen und betrügen kann, und am Ende ungeschoren davonkommt. Sie sahen, dass es falsch war und wollten genau das aufdecken. So hohe moralische Werte sind, vor allem wenn es um so viel Geld geht, eher selten in der Sportwelt.

(sma)