Jahrgang 1960, studierte Wirtschaftswissenschaften in Leningrad (heute: St. Petersburg) und befreundet sich 1983 mit Anatolj TSCHUBAIS, der ihn über längere Lebensstrecken begleiten wird. TSCHUBAIS ist einer der Gründer des Leningrader Kreises "Perestrojka" bereits 1987, hält viel von demokratischen Werten und selbstständigem Unternehmertum.
1990 wird er Leiter des Komitees für wirtschaftliche Reformen in Leningrad, das kurz darauf in St.Petersburg zurückbenannt wird. Sein Chef: TSCHUBAIS. Dort lernt er auch einen Mitarbeiter bei der Stadtverwaltung näher kennen: Wladimir PUTIN.
Er selbst wird 1993 stellvertretender Oberbürgermeister. Mit PUTIN zusammen bereitet er 1995 auch den Wahlkampf für Anatolij SOBTSCHAK vor, den der bekannte Oberbürgermeister aber diesesmal verliert. SOBTSCHAK hat zu diesem Zeitpunkt eine 14jährige Tochter: Ksenja SOBTSCHAK.
KUDRIN geht nach Moskau, wird 1996 unter Boros JELZIN stellvertretender Leiter der Präsidialverwaltung. Sein Chef: TSCHUBAIS.
1999 ist er kurzfristig stellvertretender Vorstandschef beim Energieversorger RAO EES, dessen Chef TSCHUBAIS heißt. Im Jahr 2000 erklimmt der Wirtschaftsfachmann den Gipfel seiner politischen Karriere: Er wird von PUTIN zum Finanzminister der Russischen Föderation ernannt.
Mit dem Namen KUDRIN sind viele sinnvolle und nachhaltige Aktionen verbunden:
- Er nutzt die hohen Staatseinnahmen bei Öl und Gas, um die russischen Schulden im Ausland zu tilgen - die Ausweitung von Militärausgaben lehnt er ab
- er bildet einen langfristigen Stabilisierungsfonds um eine ähnliche Situation wie 1998 zu vermeiden - Russland hatte seinen Staatsbankrott hinter sich und brauchte wieder internationale Reputation. Der Fonds soll aber auch die Staatsausgaben finanzieren helfen, wenn Öl- und Gaspreise sinken. 2011 beispielsweise wurden Russlands Staatsausgaben zu rund 70% aus diesen Rohstoffverkäufen abgedeckt
- eine große Einkommensteuerreform.