Süddeutsche Zeitung

"Wer zu meiner Zeit im Studium über sich selbst den Satz „Ich möchte mal Redakteur werden, am liebsten bei der SZ“ in die Welt setzte, war entweder versierter Traumtänzer oder litt unter Realitätsverlust. Gesagt haben das trotzdem viele, und erstaunt hat mich das immer wieder," erinnert sich Olaf PRZYBILLA. "Also lieber ein Studium, mit dem man notfalls auch was anderes werden kann. In den Job bin ich dann reingerutscht. Viel geschrieben, zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle gewesen – und plötzlich drin in der SZ. Aber dringend nicht zur Nachahmung empfohlen: Die Wahrscheinlichkeit, dass so was so klappt, geht gegen Null. Eigentlich."

Bei ihm hat es geklappt. Jahrgang 1972 und aus Baden-Württemberg stammend, klassischerweise Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie in Erlangen und Heidelberg studierend ist er dann seit 2001 für die Süddeutsche unterwegs. Seit 2008 ist er Leiter des SZ-Büros Nordbayern.

Die - zunächst als Verschwörungstheorie anmutende - Geschichte um Gustl MOLLATH hatte er schon länger beobachtet. Als dann im Oktober 2012 der interne "Sonderrevisionsbericht" der HypoVereinsbank außerhalb der Bank auftaucht, steigt auch er - zusammen mit seinem Kollegen Uwe RITZER - ein. "Denn wenn einem allmählich dämmert, dass da etwas sehr schief gelaufen sein könnte, trotz sogenannter Rechtskraft eines Urteils. Und dass das für einen Menschen möglicherweise fatale Folgen gehabt haben könnte, dann müsste man schon den Job verfehlt haben, um dieser Sache nicht möglichst gründlich auf den Grund gehen zu wollen."

Erreichbar unter olaf.przybilla [at] sueddeutsche.de

 

Hinweis

Von Olaf Przybilla und Uwe Ritzer ist im Juni 2013 im Verlag Droemer das Buch "Die Affäre Mollath - Der Mann, der zuviel wusste" erschienen

Wo die Person ebenfalls eine Rolle spielt: