Die Ressonanz war riesengroß. Das Wartezimmer von Marie-Luise HEPP quoll die Tage drauf über von Blumen über Blumen. Teilweise mit Dankesschreiben und Karten, auf denen zu lesen stand, dass man sich jetzt nicht mehr ganz so alleine mit seinen Problemen bzw. mit denen seiner eigenen Kindern fühle. Dass man damit jetzt besser fertig werden könne. Dass man jetzt mehr mentale Sicherheit habe könne, nichts Falsches zu tun, wenn man sich nicht immer dem Diktat des Leistungsstress' beuge.
Michael OHNWALD hatte zu dieser Zeit ebenfalls jede Menge Blumen in seiner Wohnung. Marie-Lusie HEPP, die alle garnicht in ihrer Praxis aufbewahren konnte (nicht nur wegen zahlenmäßig zu geringer Blumenvasen), brachte die Hälfte - auch als kleines Dankeschön - dem Redakteur vorbei.
Über das Gegenteil von Leistungsdruck und Bildungspanik unter Erwachsenen handelt eine andere Reportage von Michael OHNEWALD: Der Rudi macht nicht mehr mit. Dort geht es - trotz Leistungsdruck - um die Bildungsmisere und missliebige Lehrer, die sich für bessere Bedingungen für jene einsetzen, die in der Bildungshierarchie ganz unten stehen, z.B. weil sie Migrantenkinder sind.
