Journalistin und Aktivistin
Anfüherin von „Rus’ Sidjaschaja“ („Sitzendes Russland“) und führender Kopf der entstehenden Zivilgesellschaft in Russland


 

(Olga ROMANOVA; Ольга Евгеньевна РОМАНОВА)

Jahrgang 1966 und bis 1988 Studentin

Mit Beginn des Umbruchs in Russland ab 1990 zunächst Korrespondentin eines US-amerikanischen Magazins (Institutional Inverstor), dann Journalistin und Redakteurin des Tageszeitung Segodnja (Heute)

Dann 1997 - 1999 Redakteurin beim Fernsehsender NTW und TV-Zentr. 1999 Kolumnistin für die Zeitung Wedomosti und Mitarbeiterin für den zunächst kleinen TV-Sender REN-TV, bei dem auch der deutsche Bertelsmann-Konzern beteiligt ist. Dort hat sie ein eigenes Fernsehformat als Moderatorin: "24 mit Olga Romanova". Heute gehört REN-TV zu 68% dem staatlichen Unternehmen "Nationale Medien Gruppe" (NMG), die auch am Ersten Kanal beteiligt ist.

Ab 2005 arbeitet sie für Echo Moskwy. 2007 wird sie Chefredakteurin der russischen Ausgabe der Business Week.

2008 wird ihr Ehemann, Alexej KOSLOV, verhaftet - er ist mittelständischer Unternehmer. Man wirft ihm betrügerische Machenschaften vor. Der Prozess geht durch mehrere Instanzen - trotzdem muss KOSLOV für drei Jahre in einer sibirischen Strafkolonie absitzen. Erst das höchste Gericht Russlands spricht ihn frei. Folge: Moskaus Staatsanwälte beginnen erneut mit ihren Ermittlungen in der gleichen Sache ...

In dieser Zeit starten beide einen neuen Blog, den Butyrka-Blog, benannt nach einem bekannten Moskauer Gefängnis, in dem unter STALIN vor allem politische Gefangene gehalten wurden und das auch als Transit-Station für viele Gulag-Verurteilte diente. Heute heißt das Butyrka-Gefängnis offiziell „Untersuchungshaftanstalt Nummer 2“ (RU: Ñëåäñòâåííûé èçîëÿòîð ¹ 2). In diesem Butyrka-Blog schreiben inzwischen viele andere, die verurteilt wurden: Geschäftsleute, Rechtsanwälte, Journalisten.

Nachdem Alexej KOSLOV freigesprochen wurde und die Staatsanwaltschaft von Moskau in der gleichen Sache erneut ein Strafverfahren gegen ihn beantragt, wird er im März 2012 erneut verurteilt: 5 Jahre Gefängnis. Dieser Fall "highlighted the corruption and foul play inherent in Russia's criminal justice sytem" schreibt die englischsprachige Zeitung TheMoscowNews.

Die Aktion "Sitzendes Russland" (Ðóñü ñèäÿùàÿ) wird vor allem von Menschen gebildet, deren Verwandte und Freunde (in der Regel aus fadenscheinigen Gründen) verurteilt wurden. Olga ROMANOVA gehört zu den führenden Köpfen dieser Bewegung, die im Internet unter den folgenden Adressen erreichbar ist:

Olga ROMANOVA ist auch in dem Bündnis "Liga izbiratelej (Liga der Wähler)" engagiert, die die Wahlrechte von Bürgern kontrolliert. Diese Bewegung wurde nach den Wahlfälschungen (DUMA-Wahl) im Dezember 2011 gegründet. Gründer sind 16 Vertreter der unabhängigen Intelligenz, so z.B. Journalisten, Musiker usw.

Im Internet kann man ROMANOVA's Aktivitäten hier verfolgen:



Im Mai 2012 wird sie mit dem Gerd- und Ebelin-BUCERIUS-Preis "Freie Presse Osteuropa" (ZEIT-Stiftung, Hamburg) ausgezeichnet.


(AK)

Wo die Person ebenfalls eine Rolle spielt: