SCHÖNDORF, der als Beamter den hierarchischen Dienstwegen genügen und Anordnungen von oben Folge leisten muss, wusste sich zu helfen. Er machte die Medien zu externen Verbündeten, nahm sich für journalistische Nachfragen ausgiebig Zeit und redete Klartext. Die öffentliche Wahrnehmung wuchs: über die gesundheitlichen Probleme und ersten Todesfälle, aber eben auch über die Versuche, gegen die Chemieindstrie wegen Produkthaftung und Körperverletzung vorzugehen. SCHÖNDORF wurde zum Whistleblower: Er machte - indirekt über die Medien - auf alles aufmerksam.
Seine Geschichte, gleichzeitig eine Rekonstruktion, wie (un)abhängig Wissenschaftler agierten, haben wir hier zusammengestellt: in der Chronologie: Wie ein Staatsanwalt einen Umweltprozess gewinnt und gleichzeitig dabei verliert.
- über seine Rolle als Staatsanwalt
- seine Kontakte zur Presse und wie das Strafverfahren zu einem "öffentlichen" Gerichtsverfahren wurde
- wie auf ihn Druck ausgeübt wurde
- warum Staatsanwälte so selten bereit sind, Whistleblower zu werden
- warum sein Buch "Von Ratten und Menschen" heißt
hier im Gespräch mit Erich SCHÖNDORF. In einem SPIEGEL -Essay 1999 hat er dann auch zu Papier gebracht, warum so viele Prozesse scheitern: Wegen der Lügen der Experten.
Was es für Betroffene bedeutet, die Produkte "Xylamon", "Xyladecor", "Sadolin" oder ähnliche Markennamen gekauft zu haben, schildert Helga ZAPKE. Sie ist Mitbegründerin der Interessens-Gemeinschaft der Holzschutzmittel-Geschädigten (IHG) : Wieviel kann ein Mensch ertragen? Die Krankengeschichte einer Dioxin-Vergifteten
Dass das Thema "Holzschutzmittel" (leider nur) stellvertretend für andere gefährliche Stoffe und der verbreiteten Ignoranz seitens der Hersteller und vieler Wissenschaftler steht und erst öffentlicher Druck die Politik zum Einlenken bringt, belegt auch ein anderes Beispiel: Asbest - das tödliche Wunder. Ein anderes Fallbeispiel
Im ABC der Verantwortlichkeiten sind nochmals die wichtigsten Namen gelistet: mit ihren damaligen Funktionen und Positionen.
Die heute noch gesundheitlich Geschädigten kommen hier - aus Kapazitätsgründen - noch nicht umfänglich zu Wort. Hier geht es derzeit um den Vorgang, wie ein Staatsanwalt zum Whistleblower wurde, der zwar den Gang der juristischen Prozesse nicht durchgehend in seinem Sinne beeinflussen konnte, der aber durch seine Aktivitäten das öffentliche Bewusstsein nachhaltig geschärft hatte.
Wenn Sie diese Geschichte direkt aufrufen oder verlinken wollen, können Sie das unter www.ansTageslicht.de/Schoendorf tun. Die lange Geschichte gibt es auch als Kurzfassung unter diesem Link.
(JL)