Ein Überblick über das gesamte Projekt

Wohlstand in Konsumgesellschaften heißt gleichzeitig auch Müll - egal ob Wohlstandsmüll oder Abfall aus der hochindustrialisierten Produktion, egal ob einfach nur Masse oder hochgiftig. 

1987 deckte die baden-württembergische Landtagsfraktion der "Grünen" erstmals eine Lieferung von deutschem Giftmüll in die Türkei auf. Eine Entsorgungsfirma aus dem Schwäbischen hatte so genannte Lösungsmittelreste, insgesamt 168 unterschiedliche Giftstoffe an der Zahl, mit Sägemehl vermischt und in "Ersatzbrennstoffe" verwandelt. Sie wurden in einem türkischen Zementwerk deponiert. Die rürkische Regierung machte das einzig Richtige: sie schickte die "Ware" wieder zurück nach Deutschland. 

Ein Jahr später, 1988, öffnete Polen seine Grenzen: nicht für die Menschen, aber für giftigen Müll. Polen begrüßte die neuen Wirtschaftsaktivitäten westlicher Unternehmen. Niemand konnte damals ahnen, das Giftmüll als eine der ersten Handelswaren ankommen sollte. 

Foto: Greenpeace

Als nochmals ein Jahr später, 1989, die Mauer und der Eiserne Vorhang fielen, ging es erst richtig los: Musste man bisher Gift & Müll vergleichsweise umständlich und teuer z.B. nach Afrika entsorgen, so gerieten jetzt die neuen Länder ins Visier der Müllschieber. Was hierzulande teuer zu entsorgen Vorschrift war, konnte man dort ganz billig abladen: Lösungsmittel, Altöle, Alt-Pestizide, Farb- und Lackreste, metallurgische Schlacken, Galvanikschlämme, Katalysatoren,Klärschlamm, Asbestabfälle, kontaminierte Eisenbahnschwellen, Altbatterien, Autoschredder, Trafos und Kondensatoren usw. - im Prinzip alles, was man loswerden wollte. 

Greenpeace wollte sich damit nicht abfinden - die Umweltschützer machen sich nicht nur Gedanken um die Umwelt zuhause, sondern sehen das Problem global. 

Greenpeace begann eine groß angelegte Kampagne zu initiieren, insbesondere in Deutschland, jenem Land, das seinerzeit durch seinen CDU-Umweltminister Klaus TÖPFER Umweltschutz nach außen hin immer groß zu reklamieren pflegte. Die Greenpeace-Aktivisten mussten sich viel einfallen lassen, um ausreichend öffentliche Aufmerksamkeit auf dieses Problem lenken zu können. Am Ende stand ein Sieg: das Basler Abkommen. 
Wir dokumentieren dieses "Müllionending" und wie Greenpeace den Giftmüllexport bezwang. Wie das gesamte Konzept aussah und funktionierte, lesen Sie in der Chronologie einer langen, aber erfolgreichen Kampagne.

Eine der Aktionen rekosntruieren wir genauer: 2.000 Tonnen Altpestizide: einmal Herrmannstadt / Sibiu und zurück.

Was letztlich herausgekommen ist, das Baseler Abkommen , können Sie hier studieren. 
Und wir stellen Ihnen jenen Menschen vor, der das alles konzipiert, arrangiert und organisiert sowie letztlich durchgeführt hatte: den Greenpeace-Campaigner Andreas Graf BERNSTORFF

Foto: Greenpeace

Seine Strategie im Detail haben wir ebenfalls dokumentiert: Bericht aus der Giftmülldetektei: Recherchen und Dossiers, Medien und Aktionen. Und wir dokumentieren den Bericht 3 Wochen undercover im Untergrund jenes Rechercheurs und Journalisten, der sich auf die Suche gemacht hatte, herauszufinden, von wo aus und wann genau ein großer Müllexport-Coup starten sollte, den man dann in aller Öffentlichkeit 'platzen' lassen wollte.

Für diese beiden letzten Berichte werden Sie auf einen anderen Themenschwerpunkt umgeleitet, in dem wir die Wichtigkeit von verdeckten Recherchen dokumentieren: UNDERCOVER - Themen und Geschichten, die sonst nicht möglich wären. Dort findet sich auch die beiden Berichte unter Undercover im Müllschiebermilieu.

Wenn Sie diese Geschichte direkt aufrufen oder verlinken wollen, können Sie das ganz einfach unter www.ansTageslicht.de/Muellionending tun.

 

(JL)

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