UNICEF-Spendenskandal: ABC der Akteure

CHRISTIANSEN, Sabine

früher Tagesschau - und Tagesthemen -Sprecherin bzw. Moderatorin, dann Talkmasterin auf ARD; fungiert zusammen mit dem Schauspieler Joachim FUCHSBERGER als Deutsche "Botschafterin" für die Kinder in der Not


Dastani Consulting GmbH

Unternehmensberatungs- und Marketingunternehmen aus Gießen (Hessen); bekam mehrere Aufträge von Unicef bzw. GARLICHS; die zu diesem Zeitpunkt bei bzw. für Dastani beschäftigte Mitarbeiterin arbeitete danach bei Unicef


DZI

steht für "Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen"; ist in dieser Funktion zuständig für die Vergabe des DZI-"Spendensiegel", das für die korrekte Verwendung der Spendengelder stehen soll; das DZI hatte bis zu dem durch die Frankfurter Rundschau" publik gemachten Spendenskandal von den ganzen Vorgängen nichts bemerkt - so gründlich scheinen/schienen die Prüfungen für dieses Zertifikat offenbar nicht zu sein/gewesen zu sein


FUCHSBERGER, Joachim

Schauspieler, selbst in Sachen Entwicklungshilfe engagiert; fungiert bei Unicef zusammen mit Sabine CHRISTIANSEN als "Nationaler Botschafter" in Sachen Kinder in Not; hatte nicht begriffen, worum es bei den Vorwürfen wirklich ging, meinte nur dazu "anonym und daher fragwürdig"


Dr. GARLICHS, Dietrich

Hauptamtlicher Geschäftsführer von Unicef seit den 90er Jahren bis zu seinem Rücktritt am 9. Februar 2008 unter dem Druck der immer "öffentlicher" werdenden Ereignisse, die er selbst zu verantworten hatte.
Hatte z.B. 2005 Beraterverträge u.a. mit ehemaligen Unicef-Mitarbeitern unterzeichnet, für die (sehr) hohe Provisionen vorgesehen waren und auch bezahlt wurden; in den Unicef-Geschäftsberichten war davon nichts zu lesen; regierte auf seinem Posten, wie viele an der Basis meinten, selbstherrlich; sein wichtigster Verbündeter dabei war bis zum bitteren Ende jener, der ihn seinerzeit als ehrenamtlicher Vorsitzender (direketer Vorgänger von Heide SIMONIS) als Geschäftsführer installiert hatte: der ehemalige Diplomat Reinhard SCHLAGINTWEIT, zuletzt in seiner Funktion als ehrenamtliches Vorstandsmitglied;
GARLICHS war nicht nur Geschäftsführer, sondern gleichzeitig auch Mitglied in diesem ehrenamtlichen Vorstand - eine ausgesprochen widersprüchliche Konstruktion, weil Vorstände den Geschäftsführer kontrollieren sollen; GARLICHS begründete seine Doppelfunktion mit dadurch effizienterer Kommunikation


HERAEUS, Jürgen

ehemaliger Chef der Heraeus-Werke (Edelmetallkonzern aus Hanau); wurde Nachfolger von Heide SIMONIS als ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender von Unicef; verspricht "Transparenz" und bringt frischen Wind in den deutschen Ableger des weltweiten Kinderhilfswerk-'Konzerns'


von der HEYDT, Peter

Mitglied bis 2008 im ehrenamtliche Vorstand von Unicef, war bis zuletzt Schatzmeister und der Meinung, dass die Aktivitäten und Handlungen des Geschäftsführer GARLICHS durch dessen Arbeitsvertrag und damit dann auch durch die Satzung der Unicef abgedeckt wären


HIMMELSBACH, Helmut

Bürgermeister von Heilbronn, jener Stadt, deren Bürger rund 1,55 Mio Euro für Unicef gespendet bzw. gesammelt hatten; wurde aufgecshreckt durch die Berichte in der FR und in der Heilbronner Stimme , wollte wissen, warum und wofür die Provisionen an den "freien Mitarbeiter" bzw. "Berater" von Univef, Victor L., gezahlt wurden


KPMG

Name einer bekannten Wirtschaftsprüfungsgeselleschaft, die nach der 2. Sondersitzung des Unicef-Vorstands am 1. Dezember 2007 beauftragt wurde, einige Dinge zu überprüfen; KPMG legte im janur ihr Gutachten vor, in dem sie zwar keine Bereicherungen von irgendjemandem feststellen konnten, aber Verstöße gegen einschlägige Regeln und Vorschriften; mussten dann GARLICHS auuffordern, die Unicef-Presseerklärung zu berichtigen - Unicef hatte nur jene Passagen veröffentlicht und verbreitet, die keine Bereicherungen und keine Unregelmäßigkeiten festgestellt hatten


L., Victor

"freier Mitarbeiter" von Unicef, insbesondere 2005/2006 in Heilbronn, jener Stadt, die nach der Tsunami-Katastrophe als Partnerschaft von Unicef galt und deren Einwohner rund 1,55 Mio € gespendet hatten. Victor L., der dies alles organisierte, kassierte dafür rund 191.000 € an Provisionen. Darunter war auch eine 30.000 Euro-Provision für eine Spende des Lebensmitteldiscounters LIDL, die 500.000 € direkt an Unicef gespendet hatte - ohne dass Victor L. dabei in irgendeiner Form tätig wurde


Prof. Dr. MUSCHELER, Karlheinz

Experte für Stiftungsrecht; übte dezidierte Kritik an vielen Dingen, die Geschäftsführer GARLICHS für selbstverständlich hielt; z.B. in einem seiner Interview: "Stiftungssatzung erweckt falschen Eindruck"


ROHRER, Stefan

hatte 2005 in seiner Eigenschaft als Deutschland-Chef des Lebensmitteldiscounters LiDL 500.000 € an Unicef für die Tsuanmi-Opfer in Südostasien gespendet; war dann sehr erstaunt, dass dabei eine Provision in Höhe von 30.000 € an einen Unicef-Berater geflossen waren, der in diese Transaktion überhaupt nicht involviert war; hier geht es zum Interview, dass die FR mit ihm geführt hatte: "Von einer Provision wurde nie gesprochen"


SCHLAGINTWEIT, Reinhard

ehemaliger Berufsdiplomat; seit sehr langer Zeit im ehrenamtlichen Vorstand von Unicef; bis 2005 sogar dessen Vorstandsvorsitzender; war unmittelbarer Vorgänger von Heide SIMONIS;
hatte seinerzeit Dr. Dietrich GARLICHS auf dem Posten des Hauptamtlichen Geschäftsführers von Unicef inthronisiert; stützte GARLICHS bis zuletzt den Rücken, stand mit SIMONIS eher auf 'Kriegsfuß'; war einer der so genannten Old Boys bei Unicef und wie oft so ist in solchen Fällen: sehr beharrend und wenig flexibel


SEELMANN-EGGEBERT, Rolf

TV-Journalist bei der ARD und im ehrenamtlichen Vorstand bei Unicef; konnte nicht verstehen, dass Journalisten-Kollegen das Thema Berater und Provisionen bei Unicef thematisieren; versuchte die Basis zu beruhigen


SIMONIS, Heide

von 1993 bis 2005 Ministerpräsidentin einer SPD-geführten Landesregierung in Schleswig-Holstein; danach in ehrenamtlicher Funktion Vorstandsvorsitzende des ehrenamtlichen Vorstands von Unicef;
trat am 2. Februar 2008 von ihrem Amt zurück, nachdem ihr der restliche Vorstand erneut seine Unterstützung, z.B. im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der ganzen Affäre verweigert hatte


STACHELHAUS, Regine

Nachfolgerin von GARLICHS als Hauptamtliche Geschäftsführerin bei Unicef, bringt frischen Wind in den deutschen Ableger des weltweiten Kinderhilfswerk-'Konzerns'


Z., Ulrich

"freier Mitarbeiter" bei Unicef, vormals als Bereichsleiter bei Unicef verantwortlich für die "Mittelbeschaffung"; nach seiner Pensionierung konnte der rüstige Rentner von 2005 bis 2007 dank GARLICHS seine Rente um rund 260.000 Euro aufbessern (aus Spendengeldern)

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