
Von 2009 bis 2019 war es eine Kooperation zwischen dem DokZentrum ansTageslicht.de und dem FRDIP, dem Freien Russisch-Deutschen Institut für Publizistik an der Fakultät für Journalismus der Lomonossov-Universität in Moskau. Ab 2020 gab es neue Partner:
Gesellschaftlich relevante Themen und Geschichten sowie Skandale und Veränderungen, die sie auslösen (können), soll(t)en in die Wahrnehmung auch in Osteuropa gelangen (können).
Umgekehrt woll(t)en wir hier im Westen erfahren, was sich im Osten tut. Dieser Austausch von Informationen und gegenseitigem Verständnis steht bzw. stand im Mittelpunkt. Dies geschah auch in beiden Sprachen, deutsch und russisch.
Vormals (bis 2019) ging es um die Weiterbildung von Studierenden der Fächer Journalismus, Kommunikation und artverwandter Richtungen. Dazu fanden in Moskau einwöchige Kompaktseminare statt. Die Topics: Recherchetechniken, Bedeutung des Journalismus, Auswahl einer Geschichte oder eines Themas, das rekonstruiert und aufgearbeitet werden soll. Im Juli kamen die Studierenden dann nach Deutschland: zum Weiterarbeiten und Fertigstellen der ausgewählten Geschichte. Außerdem: Kontakte mit Medien und der Politik.
Danach ging es um die Vernetzung von (bereits arbeitenden) Journalisten von unabhängigen Medien in Russland. Und um Fragen, wie man dort unabhängig berichten und überleben kann. Im Sommer 2020 fand ein erster Aufschlag statt: Workshop for Russian local media journalists in Berlin
Die Übersetzung des (Lehr)Buchs "Investigativer Journalismus" (siehe dazu auch www.investigativ.org) ins Russische auf einer für jeden (kostenfrei) zugänglichen Online-Plattform. Ziel: Die Verbreitung von Know-how, was Recherchetechniken und journalistische 'Denke' anbelangt.
Dieses Teilprojekt wurde von Medienstiftung Hamburg/Schleswig-Holstein sowie auch mit einem kleineren Anteil des Department Medientechnik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), Hamburg, finanziert: www.poisk-faktov.org.
Begonnen hatte das (Teil)Projekt "Menschen-Medien-Demokratie" im Wintersemester 2009/2010 im Kontext einer hamburgweiten Veranstaltungsreihe "Was geschieht im Osten? Was wissen wir im Westen? Medien und Demokratie in Osteuropa". Diese Diskussionsreihe wurde von der ZEIT-Stiftung, Hamburg, finanziert.
Nachhaltige Kooperationen mit anderen Journalisten und Medien, Initiativen, NGO's und zivilgesellschaftlichen Aktivitäten. Dies findet bzw. fand u.a. im Zusammenhang mit den jeweils aktuellen Projekten statt.
bezieht/bezog sich auf Unabhängige Medien in Russland?
Es gibt bzw. gab solche Medien, viele in den verschiedenen Regionen dieses großen Landes. Wir woll(t)en sie ausfindig machen, ihr Konzept und ihre Arbeit beschreiben und durch diese Veröffentlichung den Machern den Rücken stärken.
Das Projekt wurde im Sommer 2016 gefördert vom DAAD aus Mitteln des Auswärtigen Amts (AA) sowie der Senatskanzlei von Berlin. 2017 wurde das Projekt erweitert. Förderer: Auswärtiges Amt, ZEIT-Stiftung Hamburg, Senatskanzlei Berlin. In diesem Rahmen fand am 1. August 2017 eine öffentliche Diskussionsveranstaltung statt: "Nischen in den Regionen? Russische Medien und ihr Ringen um redaktionelle Unabhängigkeit"
Seit 2022 ruhen alle Aktivitäten. Mehrere ehemalige russische Studenten, die am Projekt teilgenommen haben, leben und arbeiten inzwischen in Deutschland bei unterschiedlichen Medien.
Das folgende Bild hing über alle Jahre im Eingangsbereich der Zeitung Nowaja Gaseta in Moskau. Es sollte das Selbstverständnis der Zeitung vermitteln: das kritische Medium als Kommunikator zwischen Regierenden und Regierten. Motto: Je besser die Zeitung ihren Job macht, umso weniger gefällt das der regierenden Elite. Von links nach rechts: Stehend der Mitfinanzier Alexander LEBEDEW, Michail GORBATSCHOW und der mit säuerlicher Mine lesende Wladimir PUTIN.
Inzwischen hängt das Bild dort nicht mehr. Die tapfere Zeitung hatte Ende März 2022 ihr Erscheinen eingestellt. Im September hatte ein Moskauer Gericht ihr auch die Lizenz entzogen.
Noch ein Jahr zuvor hatte der Chefredakteur Dmitri MURATOW den Friedensnobelpreis zugesprochen bekommen - ebenso wie die philippinische Journalistin Maria RESSA, die Chefredakteurin des dortigen Onlineportals “Rappler” ist. Beide wurden für ihren unerschütterlichen Einsatz für Pressefreiheit, Demokratie und ein friedliches Zusammenleben gewürdigt.