Genau das war der Vorschlag des Ingenieurs Rolf SENNEWALD aus München, langjähriger Vizepräsident der Bayerischen Ingenieurkammer "Bau" und Gastprofessor an der Technischen Universität Prag. Auch er hatte sich seinerzeit bei der Ausschreibung beworben, kam auch in die engere Wahl, fiel aber letzten Endes durch. Seine Empfehlung, eine "hoheitliche Bauüberwachung" durch Behörden oder staatliche Einrichtungen durch eine unabhängige Überprüfung zu ergänzen, die "weder den ausführenden Firmen noch dem Bauherrn in irgendeiner Weise verpflichtet ist", war den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) zu teuer.
Obwohl SENNEWALD vorgerechnet hatte, dass dies über fünf Jahre gerechnet maximal 2 Promille der Gesamtkosten ausgemacht hätte, sagte die KVB nein.
SENNEWALD, der 2020 verstorben ist, war nicht irgendwer. Er hatte bereits bei dem Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall im Jahr 2006 - nachträglich allerdings erst - detailliert erklärt, wieso es zu diesem Desaster kommen musste. Aber er war weder bei der Planung noch beim Bau noch an der Überwachung der Eissporthalle beteiligt, die 15 Menschen den Tod kostete: So hätte der Einsturz verhindert werden können. So konnte er auch erst nachträglich auf die Fehler aufmerksam machen.
Gleiches hätte er auch in Köln gemacht. Rechtzeitig. Beziehungsweise vorher.
Wenn man ihn gelassen hätte.
Aber in den staatlichen Verwaltungen oder den Kölner Verkehrsbetrieben gab es niemanden, der rechtzeitig Alarm geschlagen hätte.
