
Das Hotel Silber wird eröffnet. Erbauer und Eigentümer: Heinrich SILBER
Lina HATJE wird in Breslau als Kind jüdischer Eltern geboren
Lina HATJE heiratet ihren Mann Johann
Sohn Gerhard wird geboren
Das Hotel Silber wird umfunktioniert zur Generaldirektion der Reichspost
Geburt der Tochter Elsa
Das Hotel Silber wird, weil es zentral gelegen ist, Polizeipräsidium
Die Eisenbahngewerkschaft, der der Vater Johann als Bezirksleiter vorsteht, wird von den Nazis zerschlagen. Nachdem Johann HATJE die Kasse der Gewerkschaft nicht freiwillig herausgibt, landet er im Gefängnis, in der „Büchsenschmiere“ in der Büchsenstrasse
Die Nürnberger Gesetze, auch Nürnberger Rassengesetze genannt, werden vom 7. Reichsparteitag der NSDAP verabschiedet. Geistiger Vater und Autor des Gesetzes: Hans Josef Maria GLOBKE.
Ministerialdirigent GLOBKE wird später unter Konrad ADENAUER, dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Chef des Bundeskanzleramts. Er wird seinen neuen 'Chef' von 1953 bis 1963 bis zu dessen Rücktritt begleiten. Für seine politischen Leistungen erhält er das "Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland"
Jetzt ziehen in der Dorotheenstrasse 10, dem Hotel Silber, die Nazis ein. Das ehemalige Hotel dient der Gestapo als Zentrale für Stuttgart
Elsa HATJE, die Tochter von Lina und Johann, bekommt ein Kind: Uschi. Lina und Johann HATJE sind jetzt Großeltern
Vater und Großvater Johann hat Geburtstag. Er geht ins Kino. Seine Frau Hatje und Tochter Elsa bleiben der Umstände wegen - sie sind jüdisch und dürfen deshalb nicht in ein (arisches) Kino - zu Hause.
Nur wenig später steht die Gestapo in der Wohnung und nimmt Lina HATJE und Tochter Elsa zum Verhör mit ins Hotel Silber. Lina wird dort verhört. Man behält sie gleich da.
Die Familie darf die Lina in der Gestapo-Zentrale besuchen. Sie wird im Nachhinein als „gebrochene Frau“ bezeichnet, obwohl sie sonst immer stark war
Die Gestapo verfrachtet Lina HATJE vom Hotel Silber nach Rudersberg in ein Arbeitserziehungslager
"Mir geht’s es soweit ganz gut“, steht auf ihrer ersten Postkarte
Die nächste Postkarte ist bestimmt von Hoffnung auf baldige Freilassung
Die letzte Postkarte ist mit zittriger Handschrift geschrieben. Sie beschreibt, wie krank und erschöpft sie ist. Sie befindet sich auf dem Weg nach Ausschwitz
Lina HATJE wird im Todeslager Ausschwitz vergast. Todeszeitpunkt 12 Uhr 00 Minuten steht es wenig später in einem Brief. Offiziell ist sie an Sepsis und Phlegmone gestorben
Eine Mitinsassin aus dem Lager Rudersberg erkundigt sich bei der Familie HATJE in Stuttgart nach ihrer Leidensgenossin Lina und erzählt, dass Lina es noch schwerer hatte als Jüdin im Arbeitslager.
Tochter Elsa verkraftet das nur schwer und muss psychologisch betreut werden
Nach dem "Tausendjährigen Reich" wird das Gebäude des Hotel Silber zum erstenmal seit 1945 wieder bezogen. Jetzt benutzt es die Kriminalpolizeit bzw. eine Polizeidienststelle
Elsa HATJE's zweite Tochter Caroline wird geboren
In das ehemalige Hotel Silber in der Dorotheenstrasse 10 zieht jetzt das Baden-Württembergische Innenministerium ein
Die Bürgerinitiative „Die AnStifter“ arbeiten ein Konzept zum Erhalt des Hotel Silber als Gedenkstätte aus.
Der Dachverband der Jugendverbände fordert ebenfalls den Erhalt des Gebäudes als Gedenkstätte oder aber eine entsprechenden Ausgleich als Ersatzgedenkstätte
Treffen der beiden Cousinen Uschi und Caroline HATJE in Stuttgart
Caroline HATJE, die Enkelin von Lina, steht nahe der Dorotheenstrasse 10 auf dem Karlsplatz in Stuttgart und verteilt Flugblätter gegen den Abriss des Hotels, der ehemaligen Gestapozentrale. Sie wirbt für den Erhalt und Bau einer Gedenkstätte an selbiger Stelle
(WJ)