Chronologie als Recherche- und Arbeitsinstrument

Jeder hat sein eigenes System, Hinweise, Informationen, Zahlen und Daten zu sammeln, um daraus später eine ganze Geschichte zu stricken.

Eine von vielen empfehlenswerten Varianten ist die einer Zeittafel bzw. Chronologie. In einem solchen Format wird alles abgelegt – und zwar zeitlich geordnet, was die einzelnen Vorfälle bzw. Ereignisse betrifft. Und immer mit der Quelle versehen, aus der eine solche Information stammt. Dies hat den Vorteil, dass sich eine Geschichte in jedem Fall aus dem zeitlichen Ablauf erschließt. Auch wenn man beim Starten nicht immer wirklich weiß, wo alles enden wird. Und wie die einzelnen Zusammenhänge aussehen. Zumindest lassen sich dann zeitliche ‚Zusammenhänge‘ erkennen, selbst wenn die nicht miteinander kausal verkettet sind.

Im einfachsten Fall besteht eine solche chronologische Zusammenstellung bzw. Sammlung von Informationen aus drei Spalten. Wenn man sie in einem digitalen Format anlegt (z.B. als Textdatei), lassen sich an jeder Stelle bzw. unter jedem Datem neue Einträge anlegen, wenn dies notwendig werden sollte. So kann das im einfachsten Fall aussehen:

Will man beispielsweise die Vorgänge auf zwei Ebenen besser auseinanderhalten, so geht auch dies ganz einfach, indem eine weitere Spalte einführt. Dann sieht man bereits synoptisch, wann sich was auf welcher Ebene tut. Bzw. wie möglicherweise die Akteure der einen Ebene auf Vorfälle und Ereignisse der anderen reagieren. Undsoweiter:

Selbstverständlich ist eine solche Sammlung von Daten ersteinmal nur eine Arbeitsmethode. Wie man diese Geschichte später erzählt, ob chronologisch oder aus einem anderen Blickwinkel heraus, ist eine ganz andere Sache. Eine Chronologie will zunächst einfach nur alles, was potenziell relevant sein könnte, zeitlich und übersichtlich einordnen.

Die Vorteile im Überblick:

  1. Vollständigkeit aller Infos
  2. Auffindbarkeit der jeweils dazugehörigen Quelle(n)
  3. Zeitliche Rekonstruierbarkeit der Vorgänge
  4. Permanente Ergänzungen möglich
  5. Besserer Überblick, weil tabellarisch und einheitlich geordnet
  6. Erkennen von potenziellen Zusammenhängen
  7. To-do’s, die es noch abzuklären gilt, z.B. in roter Farbe, damit sie ins Auge springen

Zwei Beispiele

Im folgenden zeigen wir, wie so etwas funktionieren kann:

Im ersten Text (Kapitel) geben wir eine kleine (Mini-)Geschichte vor, die jeder zum Einüben nutzen kann, wie es gedacht ist: Unternehmer "Ganz Groß verhaftet. Korruption? Im zweiten Text dann die Musterlösung dazu.

Im dritten Text stellen wir ein solches Arbeitsinstrument konkret vor, mit dem Studierende eine Geschichte des “Hamburger Abendblatt” rekonstruiert haben, die seinerzeit für den “Henri-Nannen-Preis” nominiert worden war: Das System Poggendorf.


Diese zentrale Site lässt sich direkt aufrufen und verlinken unter www.ansTageslicht.de/Chrono-Uebung.

(JL)


Unternehmer "Ganz Groß" verhaftet. Korruption?

Fast alltäglich: Ein Bauunternehmer "kauft" sich eine Baugenehmigung? Erste Recherchen bringen merkwürdige Details zum Vorschein. Eine kleine (Mini-)Geschichte zum Einüben in das Rechercheinstrument Chronologie.

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Die Musterlösung: Die Vorgänge beim Unternehmer "Ganz Groß" in chronologischer Form

12 Einträge in die Chronologie generieren die Geschichte "Unternehmer Ganz Groß verhaftet. Korruption?"

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Beispiel: Arbeits-Chronologie zu "Das System Poggendorf"

Der Geschäftsführer des gemeinnützigen Tierschutzvereins bedient sich aus einer dem Verein zugedachten Erbschaft: die Rekonstruktion der Geschichte in Form einer Chronologie

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