
Ehrlich gesagt: Wir haben unser Meinungsbild dazu noch nicht vollständig abgeschlossen. Man kann mit künstlicher Intelligenz eine Menge Dinge machen, die die Arbeit erleichtern (können). Dann, wenn der Mensch die Technik kontrollieren kann. Und “Herr (m,w,d) der Dinge bleibt”.
Das geht nicht, wenn diese Technik bei wenigen großen Techkonzernen konzentriert ist. Und die allein darüber entscheiden können, wozu KI eingesetzt werden soll. Und wozu nicht.
Beispiel: Bisher hatte eine Suche mit Google unzählige Treffer ausgewiesen. Oft so viele, dass man sich durch Hunderte von Links wühlen musste, um einen Überblick darüber zu bekommen, wer was wann und wie dazu gesagt oder geschrieben hat. Eine bunte Meinungsvielfalt tat sich auf.
Inzwischen ist die Google-Suchmaschine zu einer Antwortmaschine mutiert. An erster Stelle jetzt: eine automatisierte KI-Chatbot-Zusammenfassung dessen, wonach man gesucht hat. Immer weniger Menschen suchen weiter. Und klicken: nicht mehr notwendig.
Google hat bei Suchmaschinen - bzw. Antwortmaschinen - einen Marktanteil von 90%. Und inzwischen enden 60% der Anfragen bei Google ohne einen einzigen Klick auf einen der vielen Links. Meinungsvielfalt? Ein breites Buket an (unterschiedlichen) Informationen und Bereitstellern von möglichen Antworten auf eine Suche?
Was KI ausspuckt, hängt davon ab, mit was sie gefüttert und trainiert wurde. Und das lässt sich nicht kontrollieren.
AnsTageslicht.de wird sich inhaltlich nicht von Algorithmus-gesteuerten und deshalb quasi beliebigen (und möglicherweise unvollständigen) Daten und Informationen abhänig machen. Bei investigativen Recherchen geht das ohnehin nicht. Denn investigativ bedeutet: eine Suche nach bisher Unbekanntem, weil eben dieses Unbekannte nicht bekannt werden soll.
Ob ansTageslicht.de KI für technische Zwecke einsetzen wird oder für das ein- oder andere KI-generierte Bild fürs Layout, wenn unser eigenes Archiv nichts hergibt, ist noch nicht entschieden. In jedem Fall werden wir das sehr kritisch angehen. Und unsere Leser/User davon in Kenntnis setzen.
Wir eröffnen die Diskussion um KI im Journalismus mit einem Essay von Stephan WEICHERT, Medienwissenschaftler und Leiter des unabhängigen VOCER-Instituts für Digitale Resilienz, einem “gemeinnützigen Think Tank zur digitalen Transformation von Medien und Journalismus” in Hamburg: KI frisst Journalismus.
Diese Site und alle dazugehörigen Kapitel (bisher nur eins) können Sie direkt aufrufen und verlinken unter www.ansTageslicht.de/KI+Journalismus.
(JL)
Wo alles enden kann. Und wahrscheinlich wird. Ein Essay des Medienwissenschaftlers Stephan WEICHERT.
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