
Reines Wasser ohne jegliche andere Spurenelemente, z.B. in Form von destilliertem Wasser, gibt es in der Natur nicht. Es wäre für Menschen - in größeren Mengen - sogar lebensgefährlich, weil es schnell zu einer Verarmung des Körpers mit sogenannten Elektrolyten führen würde.
Andererseits: In unserer Welt mit rund 30.000 chemischen Substanzen und Verbindungen gibt es vieles, was nicht im Wasser sein sollte. Schon garnicht im Trinkwasser, dem wichtigsten Lebenselixier. Hier eine kleine Auswahl - von dem, was sich im Trinkwasser aus der Ruhr finden lässt:
Flammschutzmittel waren die ersten Substanzen, auf deren Existenz im Trinkwasser Harald FRIEDRICH Jagd gemacht hatte. Das sind organische oder anorganische Stoffe, die Holz, Kunststoffe und Textilien flammfest machen sollen. Die für Holz benutzten Flammschutzmittel heißen auch Feuer- oder Brandschutzmittel . An der Ruhr oben und unten gibt es besonders viele Unternehmen, die damit umgehen. Eine der am häufigsten auftauchenden Verbindungen: Phosphorsäure-tris-(2-chlorpropyl)-ester .
Wer die chemischen Details wissen oder sich um die sonstigen Charakteristika dieser und ähnlicher chemischer Substanzen wissen möchte, sollte sich den Bericht Einträge und Quellen phosphororganischen Flammschutzmitteln in Oberflächen- und Abwässern zu Gemüte führen, den Harald FRIEDRICH bereits 1999 erstellen ließ.
Von über 300 Substanzen insgesamt finden sich 77 in der Ruhr und weitere 19 davon wurden im Trinkwasser nachgewiesen:
die alle über den Harn ausgeschieden werden.
PFT ist die Abkürzung für Perfluorierte Tenside. Solche "Tenside" sind (nur) "krebsfördernd" - nicht "krebserregend".In Deutschland sind PFT-Stoffe erst im Jahr 2006 ins Visier der Wissenschaft und der Öffentlichkeit geraten - Deutschland hinkte in diesem Forschungsbereich den USA hinterher.Das Auftauchen von PFT in so hohen Konzentrationen im Trinkwasser an der Ruhr hatte beispielsweise die Bezirksregierung Arnsberg veranlasst, Mineralwasser kostenlos zu verteilen.
Die Diskussion um das PFT war auch der Ausgangspunkt der Auseinandersetzungen zwischen dem Journalisten David SCHRAVEN von derWelt am Sonntag (WamS) und dem damaligen NRW-Umweltminister Eckhard UHLENBERG, CDU, der dieses Problem permanent kleingeredet hatte und beispielsweise amtliche Meßdaten 'frisieren' ließ.
Für seine hartnäckigen Recherchen und schonungslosen Berichte hatte SCHRAVEN 2008 einen "Wächterpreis der Tagespresse" erhalten, die wir dokumentiert haben: unter PFT und anderes im Trinkwasser.Hier eine kleine Auswahl des Trinkwassers von einigen Wasserwerken (abgekürzt: WW) an der Ruhr aus dem Zeitraum 2006/2007: Meßdaten zum (nur) "krebsfördernden" Schadstoff PFT: