"Aufgewachsen mit fünf Geschwistern in einer Familie, in der das Geld stets knapp war und nur ich Abitur und Studium absolvieren konnte, habe ich mich schon früh gefragt, warum unsere Gesellschaft so ist wie sie ist. Warum versprechen Politiker Familien oftmals viel, setzen aber anschließend nur wenig davon um? Warum haben wir immer noch nicht genug Kindergartenplätze, obwohl alle von Vereinbarkeit von Familie und Beruf reden? Warum gehen immer noch so viele Jugendliche von den Schulen ab, ohne einen Abschluss zu haben? Und warum ist es nach wie vor so, dass Kinder ein Armutsrisiko sind?
Ich wurde nicht Lehrerin, weil ich als Journalistin diesen Fragen besser auf den Grund gehen kann. Ich kann in diesem Beruf nach Antworten suchen, die Ungerechtigkeiten darstellen und anprangern und damit vielleicht ein Stück weit dazu beitragen, auch "die Welt zu verbessern". Vor diesem Hintergrund sehe ich unter anderem mein Engagement für die “Millionenfalle”: Auf der einen Seite sitze ich in den politischen Gremien und verfolge endlose Diskussionen zum Beispiel um das kostenlose Mittagessen für Kita-Kinder aus armen Familien, auf der anderen Seite decken wir auf, dass die Stadt Bonn durch den WCCB-Skandal am Ende auf einem Riesenberg an Schulden sitzen bleiben wird und somit für wichtige Investitionen im Kinder- und Jugendbereich nachher das Geld fehlt.
Geboren wurde ich in Bonn 1960 als viertes von sechs Kindern. Ich bin verheiratet, habe zwei Töchter und ein Enkelkind. Nach Abitur und Studium in Bonn habe ich ein Volontariat beim General-Anzeiger absolviert. Seit 1990 bin ich dort fest angestellt als Redakteurin. Nach der Geburt meiner jüngsten Tochter 1998 habe ich einige Jahre in einem kleinen brandenburgischen Dorf nahe Potsdam gelebt und dort während der Elternzeit als freie Journalistin gearbeitet. 2000 trat ich wieder meine Stelle beim General-Anzeiger in Bonn an, wir blieben aber in Brandenburg wohnen, so pendelte ich einige Jahre zwischen Bonn und Berlin. 2004 zogen wir zurück nach Bonn. Ich arbeite in der Lokalredaktion und betreue Themen rund um die Kommunalpolitik mit Schwerpunkt Kinder, Jugend und Schule. In meiner Freizeit engagiere ich mich als Presbyterin in einer evangelischen Kirchen-Gemeinde und gehe gerne in die Berge zum Klettern, Wandern und Skilaufen."
Lisa Inhoffen gehört zum WCCB-Team des General-Anzeiger.
E-Mail: l.inhoffen[at]ga-bonn.de
