Zum Thema Unterrichtsausfall gibt es zahllose Berichte, aber nur wenige Zeitungen führen eigene Datenerhebungen durch. Dennoch ist die Stuttgarter Zeitung nicht die Erste, die das Thema Unterrichtsausfall aufbereitet hat.
1. Correctiv & Ruhr Nachrichten 2016/ 17: Für die Stadt Dortmund erhebt Correctiv, gemeinsam mit den Ruhr Nachrichten, eine eigene Stichprobe zum Thema Unterrichtsausfall. Ausgangspunkt der Dokumentation war die Stichprobe des NRW-Schulministeriums im Jahr 2016. Nach vier wöchiger Datensammlung steht fest: der Unterrichtsausfall an den Dortmunder Schulen ist doppelt so hoch wie die vorliegenden Daten des Schulministeriums. Über 41 Prozent der nicht planmäßig stattfindenden Schulstunden fallen ersatzlos aus. Blickend auf die Gymnasien, sind es 54 Prozent. Das Schulministerium hingegen spricht von 20 Prozent.
Die besagte Stichprobe des NRW-Schulministeriums ist hier zu finden: https://www.schulministerium.nrw.de/docs/bp/Ministerium/Service/Schulstatistik/Unterrichtsstatistik/Unterrichtsausfall-2016/Bericht-Unterrichtsausfall.pdf
2. Zeit & Zeit Online 2016/ 17: Im Jahr 2016 führen die Zeit und Zeit Online, unter ihren Lesern, eine bundesweite Erhebung über Unterrichtsausfall durch. Diese wird 2017 aufbereitet und dokumentiert. Auch hier wird festgestellt, dass die tatsächlichen Zahlen von den Aussagen der meisten Kultusminister und Behörden abweichen. Rund fünf Prozent des Unterrichts entfallen. Behörden und Kultusminister sprechen von ein bis zwei Prozent. Auch fällt die soziale Ungerechtigkeit, durch die Erhebung von Zeit und Zeit Online, auf. Eltern aus wohlhabenden Regionen, mit einem Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 5.000 Euro, melden 2,8 Prozent Unterrichtsausfall. Im Kontrast hierzu stehen Eltern aus ärmeren Gegenden. Sie melden 11,8 Prozent entfallenen Unterricht.
Der Knackpunkt: der Erhebung von Correctiv und den Ruhr Nachrichten sowie der Erhebung von Zeit und Zeit Online fehlt es an konkreten und offiziellen Zahlen. Auch Jan Georg Plavec betont: „Uns wurde von dort klar gemacht, dass der Zugang über die Eltern schwierig ist, weil man kaum ein aussagekräftiges und repräsentatives Ergebnis bekommt.“
Genau hier hat die Stuttgarter Zeitung angesetzt.
