„Nicht nur die Wächterpreisverleihung ist stark beeinträchtigt von Corona, sondern auch die Preisträger und ihre Freude über den Preis“ erzählt Jan-Georg Plavec im virtuellen Interview. Er erfuhr von der Preisträgerschaft erst nachdem ihn eine Kollegin per Telefon informiert hatte. „In dem Moment habe ich mich natürlich extrem gefreut.“ Der Journalist der Stuttgarter Zeitung befindet sich zwangsweise im Home-Office und feiert die Auszeichnung deshalb von dort aus.
Nach seinem Studium der Kommunikations- und Politikwissenschaften in Hohenheim war es für Plavec noch unklar, ob er sich der Politik oder dem Journalismus widmet. Nach Praktika im Landtag, der taz in Berlin und dem EU-Parlament entschied er sich für den Beruf, der seinem Team und ihm heute eine der wichtigsten Auszeichnungen für kritische und investigative Berichterstattung eingefahren hat. „Im Journalismus liegt die Greifbarkeit der eigenen Arbeit näher“, begründet er seine damalige Entscheidung.
Heute hat der leidenschaftliche Journalist eine klare Vorstellung von seiner beruflichen Verantwortung und Rolle. Er wünscht sich, seine Arbeit könne an dem Anspruch gemessen werden, dass sie die öffentliche Debatte verbessert. „Sich selbst zu befähigen, sich ein Urteil zu bilden und teilweise Themen aufzugreifen und zu setzen, ohne dass jemand das einem einflüstert“ ist für ihn ein wichtiger Punkt des autonomen Journalismus. Mit diesem Antrieb hat er schon verschiedene erfolgreiche Projekte umgesetzt, wie zum Beispiel das „Feinstaubradar“. Sein Spezialgebiet: Der Datenjournalismus. Darunter versteht man eine Form des Journalismus, die Daten zum zentralen Gegenstand der Berichterstattung macht. Neben der Recherche in Datenbanken umfasst es auch die Analyse, Validierung, Visualisierung und Publikation von Daten (Mantel, 2018).
