Als aber die neue Ausschreibung für den Rettungsdienst im Kreis rausgehen sollte, war es aber nicht möglich, regelmäßige Kindernotfallschulungen von den Bewerbern zu fordern wegen des Landesrechts. Ein Fakt, den HeldenStärker nicht hinnehmen wollte. „Wir hatten keine Ahnung von den politischen Gegebenheiten und wurden auf das Landesrecht verwiesen. Aber wenn das Landesrecht verhindert, dass so eine Anforderung in einer Ausschreibung stehen darf, muss sich eben das Landesrecht ändern“, folgerte der Vereinsvorstand SEEGER und Marion MUHALIA pragmatisch. „Warum sollte in einem so entwickelten Land wie Deutschland, die Gesundheit von Kindern von Spenden abhängen? Warum sollen wir dafür weiterhin ehrenamtlich unsere Freizeit opfern?“
Neben der Organisation der zweitägigen Schulungen einem jährlichen Fachtag (seit 2022, weil als Folge in der Corona-Pandemie keine Schulungen stattfinden konnten), starteten sie eine Petition online und vor allem beim Hessischen Landtag. Ihre Forderung: Bei der Überarbeitung des Rettungsdienstgesetzes 2024 müssen praktische Fortbildungen für Kindernotfälle verpflichtend werden. Das Fortbildungsniveau darf nicht schwanken, je nachdem, wie wichtig es dem Arbeitgeber ist oder hoch die Eigeninitiative der Retter. Egal wie gut ausgebildet eine Notärztin und ein Notfallsanitäter sind, sie müssen die lebensrettenden Handgriffe regelmäßig üben. Denn die Physiologie und die Behandlung von Kindern unterscheiden sich stark von der von Erwachsenen.
Ob die Petition Erfolg hat, bleibt abzuwarten. Zum Zeitpunkt ist noch nichts entschieden. HeldenStärker will aber nicht aufgeben, für eine qualitativ hochwertige Fortbildung von Rettern zu kämpfen bevor das Ziel erreicht ist.
