Dafür kriegt sie sogar Zustimmung von der örtlichen CDU-Landtagsabgeordneten Daniela Kuge. Sie versichert ihr Solidarität, „da ich ja die Meißner Landtagsabgeordnete bin, also auch Deine... Lass den Faden nicht abreißen, sondern auf einem ordentlichen Niveau reden – so wie ich dich kennengelernt habe.“ Es grenzt an Realitätsverweigerung und passt daher auch zu den Äußerungen des Meißener Landrates Arndt Steinbach (CDU), der einem RTL-Reporter am Tag des Brandanschlags noch erklärt hatte: „Die rechten Umtriebe sehe ich nicht, die sie meinen. Ich weiß ja nicht. Sie werden das auch gar nicht beurteilen können. Sie kommen ja auch gar nicht von hier. Sie quatschen da ja einen Mist nach.“ Und selbst Bundesinnenministers Thomas de Maizière, der seinen Wahlkreis in Meißen hat, erklärte, es sei „besonders tragisch“, dass die Stadt so in den Schlagzeilen sei. Schließlich habe es dort bisher „keine Bürgerproteste“ gegen die Unterbringung von Flüchtlingen gegeben. „Es wird ein falsches Bild auf die Bevölkerung Meißens geworfen, die Aufnahmebereitschaft gegenüber Asylbewerbern gezeigt hat.“ Und wie.
Anne Zimmermann von der „Initiative Heimatschutz darf sich deshalb ermutigt fühlen, weiterzumachen. Immerhin lässt sie sich auf einen längeren Twitter-Chat ein. Sie fordert eine „bürgerbewegungsfreundlichere“ Berichterstattung. Und erklärt: „Was mich antreibt, ist die Sorge um unsere demokratischen Werte.“ Sie verwahrt sich dagegen, dass Bürger „als Nazis abgestempelt werden, weil sie ein Plakat aufhängen“, versichert, dass sie Pegida-Chef Bachmann „nicht mag“. Und sie fragt sich, ob der Brandanschlag auf das Heim nicht verübt worden sein könnte, um der Anti-Asyl-Bewegung zu schaden. Schließlich sei das Transparent an der Eisenbahnbrücke nach 23.30 Uhr entfernt worden, „kurz darauf erfolgte der Brand“, schreibt sie. Die Polizei hat bisher keine Täter ermittelt.
Die „Initiative Heimatschutz“ bereitet ihre nächste Aktion für Samstag vor, in ihrer geschlossenen Facebook-Gruppe werden Ordner dafür gesucht. Die Initiative „Nein zum Hotelheim“ aus Freital ruft zu Demonstrationen gegen eine neue Flüchtlingsunterkunft in Kesselsdorf auf, Wohnort von Pegida-Chef Bachmann.
Hannes und André sammeln unterdessen Geld, um sich eine Videoausrüstung zu kaufen. „Wir wollen noch näher heranbringen, was hier in Sachsen passiert“, sagt André. „Wir geben nicht auf.“
*Namen der Aktivisten geändert