Wir dokumentieren dies an zwei Beispielen: Moscheebauvorhaben in Berlin und Köln. Und zeigen, wie sich Deutschland weiter entwickelt hat. Dass auch der "Islam zu Deutschland gehört", diesen denkwürdigen Satz hat inwischen sogar ein Bundespräsident im Oktober 2010 offen ausgesprochen, der zwar in eigenen privaten Angelegenheiten offenbar nur noch wenig Bezug zu den politischen Realitäten hatte, der aber Realist in Sachen religiöser Orientierung war. Unddas beim Namen nannte, was für die Mehrheit im Land längst Selbstverständlichkeit war: Dass es unterschiedliche Religionen und Kulturen gibt. Und dass alle ihre Existenzberechtigung haben. Solange sie alle anderen respektieren.
Die obige Postkarte stammt aus dem Jahr 2006. Die Ahmadiyya Muslimgemeinde, die deutschlandweit rund 30.000 Mitglieder hat und in Berlin ca. 200 zählt, wollte im Berliner Stadtteil Pankow, Ortsteil Heinersdorf, ein neues Gotteshaus, eine neue Moschee errichten. Sie wurde im Oktober 2008 auch eingeweiht und ist nun das vierte islamische Gotteshaus in Berlin.
Der Weg dahin war von heftigen Querelen gekennzeichnet - Heinersdorfer Bürger, die sich (angeblich) für Toleranz und Religionsfreiheit aussprechen, woll(t)en diese Moschee nicht, jedenfalls nicht in ihrem Stadtteil.
Heinersdorf liegt im östlichen Teil Berlins. Rund 354.000 Menschen leben dort in Pankow. Darunter Bürger aus 160 Staaten. Der Ausländeranteil liegt mit knapp 7% vergleichsweise gering. Dafür ist die Arbeitslosenquote doppelt so hoch (Stand 2006). Die meisten Menschen mit "Migrationshintergrund" (wie das heute heißt) stammen aus Polen, Italien, Frankreich, Großbritannien, USA, Russland und Vietnam. In Pankow leben also sehr wenige Muslime. Jene, die sich gegen den Bau aufgelehnt haben, sind Deutsche.
Vielen ist der Islam unheimlich. Meistens wissen solche Menschen wenig über diese Religion. Deswegen sind auch anderswo Neubaupläne von Moscheen immer von heftigen Protesten begleitet. Wir rekonstruieren den Vorgang des Moscheebaus
