Auch wenn die Moschee bereits genutzt wird: Erst an diesem Tag findet die offizielle Eröffnung statt.
Die DITIB, die inwzischen als verlängerter Arm der türkischen Religionsbehörde ("Präsidium für Religionsangelegenheiten") agiert, die in der Türkei direkt dem Ministerpräsidenten unterstellt ist, hat sich dazu etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Die Moschee, die - jedenfalls zu Beginn der öffentlichen Diskussionen beispielsweise 2007 - einen "aufgeklärten Islam" repräsentieren wollte, hat den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip ERDOGAN auserwählt, der zu diesem Zeitpunkt auf Staatsbesuch in Deutschland ist. Er wird das prachtvolle Gebäude einweihen.
An der pompösen Eröffnungszeremonie nehmen keine deutschen Staats- und Politikvertreter teil. Weder die Bundeskanzlerin, noch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident LASCHET noch die Kölner Oberbürgermeisterin: Sie wollen damit ihre Kritik an den Menschenrechtsverletzungen und der mangelnden Rechtsstaatlichkeit in der Türkei zum Ausdruck bringen.
Dort wurden seit dem missglückten Putsch 170.000 Menschen aus dem Staatsdienst entlassen. Mehrere Tausende davon sitzen seitdem im Gefängnis, die meisten noch nicht einmal gerichtlich verurteilt - aber politisch und sozial stigmatisiert. Darunter befinden sich über 170 inhaftierte Journalisten - auch die Pressefreiheit hat der oberste Chef der Türkei, Staatspräsident ERDOGAN, inzwischen abgeschafft - viele einst kritische Medien sind inzwischen durch den Staatsapparat gleichgeschaltet worden. Trotzdem kann die Türkei in dem 'Werte'-Bündnis mit dem Namen NATO verbleiben.
Sinnigerweise hat ERDOGAN eine kleine Überraschung anlässlich seines Staatsbesuches mitgebracht: eine Liste mit rd. 70 Namen von Menschen, darunter vielen Türken, die geflohen sind und jetzt in Deutschland leben, die er allesamt als "Terroristen" betrachtet. Am liebsten möchte er die gleich mitnehmen. Und es wurde bekannt, dass er eine App hat entwickeln lassen; mit der können türkische Bürger zeitnah und effektiv andere denunzieren.
Im Kölner Stadtanzeiger kommen 12 Prominente zu Wort, die zu dem Besuch und ERDOGAN ihre Meinung sagen, darunter Alice SCHWARZER und Günter WALLRAFF.
Zeigt die DITIB-Gemeinde, die - früher - Weltoffenheit und Toleranz für sich und andere reklamierte, jetzt ihr wahres Gesicht?