Und er erhält Unterstützung eines Mitglieds des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage, Prof. Dr. Volker WIELAND, von der Uni Frankfurt: Die Niedrigzinspolitik führe „zu einer Destabilisierung des Finanzsektors“.
„Helikoptergeld“
EZB-Chef DRAGHI ist ein Vertreter des Typus ‚Konsequent‘. Eine Maßnahme, einmal installiert, wird durchgezogen. Bis zum Ende. Auch wenn das bitter ist. So jedenfalls hat er sich im Hinblick hinsichtlich aller Hinweise, Empfehlungen oder Vorschlägen anderer verhalten. Dass er seine Meinung leicht korrigiert oder ändert, ist nicht zu erwarten. Er würde das als Selbsteingeständnis seiner Fehler ansehen. Da aber einerseits der geldpolitische Instrumentenkasten ausgereizt ist, andererseits der Druck von außen ob der totalen Wirkungslosigkeit zunehmen dürfte, bleibt Mario DRAGHI ein allerletztes Instrument: das Helikoptergeld. Angedeutet – als theoretisch potenzielle Möglichkeit – hat er das bereits.
Konkret: Nicht mehr Geld in den Kreislauf durch Aufkaufen von Staatsschulden zu pumpen (die EZB hat inzwischen 12% der gesamteuropäischen Staatsanleihen aufgekauft), sondern das frische Geld dorthin zu lenken, wo es mit einer größeren Wahrscheinlichkeit ausgegeben wird. Und zwar nicht für Aktienkäufe, sondern für den Konsum. So wie das bekannte Wirtschaftswissenschaftler vorgeschlagen haben: im übertragenen Sinne als Helikoptergeld, als geschenktes Geld für alle (siehe Geldmengensteuerung und Finanzierungskarussell: Banken oder Staatshaushalt).
Dies technisch zu bewerkstelligen ist einfach. Jeder der über ein Konto verfügt, erhält Geld überwiesen.
Das ist die eine Variante.
Eine andere, die vermutlich die gleichen Effekte auslösen würde, aber nachhaltiger wirken würde: das „Helikoptergeld“ bzw. die Frischgeldzufuhr der zusätzlichen „Geldschwemme“ in den Wohnungsbau zu investieren. Das würde die (Bau)Wirtschaft ankurbeln (aber nicht nur die), das Mietniveau absenken helfen und die Menschen hätten mehr Geld für andere Zwecke zur Verfügung: z.B. für den Konsum, der sonst mit dem Helikoptergeld angeregt werden soll. Anders gesagt: mehrere Fliegen mit einer Klappe.
Mehr dazu unter Warum das Helikoptergeld gerade im Wohnungsbau Sinn machen würde.
Hinweis: Alle diese Texte (die bei uns "Kapitel" heißen), können Sie auch direkt aufrufen und verlinken unter www.ansTageslicht.de/billigwohnen.
(JL)