Matthias THIEME

"Nur in wenigen anderen Berufen kann man seine Neugier so zum allgemeinen Nutzen einsetzen wie als Journalist", ist Matthias THIEME überzeugt. Konkret: "Für Gruppen ohne Lobby eine Stimme zu sein, Fragen zu stellen, die sonst niemand stellt, nicht alles zu glauben und Autoritäten zu kontrollieren, halte ich dabei für unverzichtbar."

THIEME, 1974 geboren, schrieb nach seinem Abitur von 1993 bis 1994 ersteinmal Reportagen aus Kroatien und Frankreich für taz, die tageszeitung. Nach seinem Zivildienst studierte er von 1996 bis 1999 Politik- und Rechtswissenschaften in Marburg, beendete sein Studium dann an der FU in Berlin (Poltikwissenschaft). Nebenher arbeitete und schrieb er als "freier" wiederum für die taz, aber auch für die FR und arbeitete auch für den WDR.

2002 begann dann sein Wirken bei der FR: Erst Volontär, dann Pauschalist, von 2005 bis 2007 als koordinierender und planender Redakteur, seither als fester Redakteur in der Politikredaktion, freigestellt für Recherchen und Reportagen. Außerdem fungiert er als Landtagskorrespondent für die FR in Hessischen Landtag in Wiesbaden.

2009 bekam er - zusammen mit seinem Kollegen Jörg SCHINDLER den ersten "Wächterpreis der Tagespresse" zugesprochen - für die Recherchen und Veröffentlichungen über einen handfesten Spendenskandal: Spendenskandal bei UNICEF. Oder: Wie eine Tageszeitung Veränderungen initiieren kann. Seine aktive Mitarbeit an der Aufdeckung der Unicef-Affäre entspricht dem, was er uns bereits eingangs erklärt hat: "Fragen zu stellen, die sonst niemand stellt, nicht alles zu glauben und Autoritäten zu kontrollieren."

Kurz danach stieg THIEME in die Berichterstattung über die schon länger in Hessen anhaltende Steuerfahnderaffäre ein. Dafür gewann er 2011 wiederum einen "Wächterpreis" - für seine hartnäckigen Recherchen gegen den in Hessen dominierenden politischen Mainstream: www.ansTageslicht.de/HessenCDU.  

Warum er das gemacht hat - sich in diese komplizierte Geschichte hinein zu begeben?

"Der Fall war ungelöst, die Grenzüberschreitung der Behörden eklatant: Vier gesunde Beamte wurden fälschlicherweise für verrückt erklärt. Zudem ging es um das Thema Steuergerechtigkeit und die Vergangenheit der Hessen-CDU - eine interessante Mischung."

Warum Journalismus überhaupt wichtig ist, beantwortet er so: "Stellen Sie sich einmal eine Gesellschaft vor, in der die Öffentlichkeit nichts von Rechtsbrüchen, Korruption, Amtsanmaßung, Wirtschaftskriminalität, Übergriffen auf Minderheiten etc erfährt und in der nicht täglich öffentlich über drängende gesellschaftliche Fragen debattiert, kommentiert und berichtet wird."

Nach seiner Zeit bei der FR in Frankfurt war Matthias THIEME Korrespondent in der DuMont-Redaktionsgemeinschaft Berlin. Er schrieb dort für die Frankfurter Rundschau, Berliner Zeitung, Kölner Stadt-Anzeiger und die Mitteldeutsche Zeitung.

Von 2012 bis 2015 arbeitete Matthias THIEME beim Wirtschaftsmagazin Capital in Berlin. Seit Herbst 2015 ist er für die FUNKE-Mediengruppe (ehemals WAZ-Gruppe) tätig.

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