Zockerei am US-Immobilienmarkt

Der Hauptteil dieser Geschichte, nämlich wie die Bayerische Versorgungskammer durch spekulative Anlage in US-Immobilien und Zusammenarbeit mit einem dubiosen Investor Millionen verliert, wurde 2026 für das “Wächterpreis-Stpendium” nominiert. Wir präsentieren diese Bewerbung im Rahmen unserer Wächterpreis-Dokumentation, die wir seit 2003 auf ansTageslicht.de machen.

Folge der Zockerei: Rund 3 Millionen Selbstständige in Bayern, insbesondere Rechtsanwälte, Ärzte, Apotheker, Architekten u.a., sind davon betroffen, wenn ihr ‘Pensionsfond’ (riesige) Verluste macht: Es betrifft unmittelbar ihre spätere Rente. Alexander SPÖRI von der Münchner Abendzeitung hat dies 2024 enthüllt. Wie, das hat er selbst beschrieben in seinem Making-of.

Es sollte der erste Aufschlag durch die Recherchen der ‘kleinen’ Lokalzeitung in München werden. 

Ein Jahr später, 2025: Finanzkrise beim Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin. Die Zahnärztekammer hatte (nach bisherigem Stand 2026) rund 1,3 Milliarden am US-Immobilienmarkt verzockt. Rund 11.000 Zahnärzte betrifft das. Absehbar: Spürbare Kürzungen bei den späteren Rentenzahlungen.

2026 dann die Süddeutsche Zeitung: Die verzockten Millionen der Patienten (17. Juli). Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen haben ebenfalls Hunderte Millionen an Beitragsgeldern verzockt: die KKH, BKK, AOK Bremen, die Siemens BKK und andere.

Die Ursachen: Gier und Naivität, Null Professionalität. Konkret: die Niedrigzinsen weltweit, aber auch in den USA verlock(t)en viele, mit riskanten, weil kreditfinanzierten Immobilienanlagen möglichst viel Profit zu machen. Dass nichts bleibt, wie es ist, haben dabei viele völlig vergessen. Steigen die Zinsen, geht die Rechnung (Mieteinnahmen minus Kreditaufwendungen) nicht mehr auf. Das kann schnell gehen.

Dazu kommen Bewertungsregeln für die Bilanzen, die die USA vor Jahrzehnten weltweit durchgedrückt haben. Nicht mehr die Anschaffungs- oder Herstellungswerte von z.B. Immobilien müssen in den Bilanzbewertungen angesetzt werden (so wie das früher aus Gründen der Vorsicht gang und gäbe war), sondern die jeweils geltenden Verkehrswerte. Sinken die, z.B. weil die Zinsen steigen und die Erträge fallen, dann müssen die Bilanzwerte niedriger angesetzt werden. Die Differenz wird dann “abgeschrieben”. Folge: Theoretisch, meist aber auch praktisch kommt es dann zu Verlusten.

Das stage-Bild stellt die Skyline von San Francisco dar. Das dünne zweithöchste Gebäude (von links) mit dem kleinen weiß-bläulichen Punkt ist das Gebäude “Transamerica Pyramid”, in das ebenfalls deutsche Anlagegelder flossen.

Diese Geschichte lässt sich direkt aufrufen und verlinken unter www.ansTageslicht.de/Zockerei.

(JL)


Nach Zockerei am US-Immobilienmarkt: Bayerische Versorgungskammer verliert über 150 Millionen Euro

Der für einen Wächterpreis nominierte Artikel von Alexander SPÖRI im Original: Abendzeitung München vom 18. September 2025

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Making-of: Wie die Recherche zur Bayerischen Versorgungskammer entstand

Auslöser der preisgekrönten Recherche und der Veröffentlichung: Gewohnheit. Anders als hierzulande sind Gerichtsakten in den USA öffentlich. Man kann sich regelmäßig informieren.

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Alexander SPÖRI: ein kleines Portrait

"Wenn Journalisten nicht genau hinschauen, deckt diese Missstände niemand auf", so Alexander SPÖRI. "Es braucht Mut und Ausdauer".

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