Genau das ist das größte Problem, wenn man dagegen angehen will. Im Gegensatz zu anderen Verbrechen wie etwa Raub oder Diebstahl, bei denen es Täter und Opfer gibt, gibt es hier nur Täter.
Ein Opfer hat Interesse, dass der Schaden - sofern das geht - wieder rückgängig gemacht wird, zumindest Schadensersatz geleistet wird. Deswegen kommt es in der Regel zu einer Anzeige.
Im Falle von Korruption hat daran niemand Interesse. Deswegen spielt sich Korruption weitgehend im Dunkeln ab. Und deswegen ist es so schwierig, derlei asoziale Praktiken zu bekämpfen.
“Asozial” deswegen, weil es im Fall von Bestechung und Korruption doch Opfer gibt: die Allgemeinheit. Die das aber nicht merkt. Bzw. nicht merken kann. Korrupteure bereichern sich - ähnlich wie Steuerhinterzieher - auf Kosten anderer.
Korruption wird in den seltensten Fällen entdeckt und aufgeklärt.
Dies sind die typischen Fälle, in denen das möglich ist. Ob es geschieht, ist dann eine andere Frage:
Potenziell gibt es eine dritte Situation, dann wenn Staatsanwälte von sich aus auf Unregelmäßigkeiten und/oder Merkwürdigkeiten stoßen und dann tätig werden. Das ist aber eher selten der Fall. Dazu sind Staatsanwälte viel zu sehr überlastet. Es kann aber auch vorkommen, dass sie einen Wink ‘von oben’ bekommen und dann etwaig begonnene Vorermittlungen versanden lassen (müssen). Staatsanwälte sind in Deutschland weisungsabhängig. Mehr zu diesem Problem unter System Staatsanwaltschaft (NOCH NICHT ONLINE).
In unserer Themenkategorie Machtmissbrauch und Korruption haben wir Fälle von journalistischen ‘Vorarbeiten’ (Fallsituation Nr. 2) dokumentiert.
Wie schwierig und vor allem aufwendig es ist, ohne ganz konkrete Hinweise, besser stichhaltige Belege, Bestechung und Korruption gerichtsfest nachzuweisen, erklären wir an den Vorgängen um den ELF-Aquitaine & Leunawerke-Skandal, der im Zusammenhang mit der deutsch-deutschen Wiedervereinigung stand. Schweizer (nicht deutsche) Staatsanwälte hatten versucht, mittels einer großen grafischen Darstellung den Wegen der unendlich vielen Schwarzgelder zu folgen. Aber letztlich aufgeben mussten. Die korruptiven Gelder waren von ‘ganz oben herab’ abgesegnet worden. Zum Beispiel vom französischen Staatspräsidenten Francois MITTERAND. Aber auch das Kanzleramt in Bonn spielt(e) unter Helmut KOHL (CDU) eine wesentliche Rolle dabei: Korruption im Bundeskanzleramt?