Was man mit Mind-Mapping machen kann, kennt jeder, der ab und an Kriminalfilme schaut: Kriminalpolizisten stehen vor einer großen Wand und verbinden dort die aufgehängten Fotos einzelner potenziell verdächtiger Personen und/oder die Namen von zu ermittelnden Unternehmen mit diversen Pfeilen: Die sollen angeben, wer mit wem in Verbindung steht, wer ein Motiv für ein bestimmtes Verbrechen haben könnte, wer von welchem Ereignis profitieren würde usw.
Dazu kommen weitere Aspekte: Beispielsweise welchen bisher ungelösten Fragen noch nachgegangen werden muss.
Egal, was und wie und zu welchem Zweck man sich einer solchen Technik bedient, egal ob dies Ermittler, Detektive, Rechtsanwälte oder Journalisten machen: Es geht darum,
mögliche Zusammenhänge besser zu erkennen
den Überblick über alles zu behalten, und zwar über das, was man bereits weiß,
aber auch darüber, was man noch nicht weiß, also die to-do-Liste
Wir zeigen das an einem Vorgang, der sich Anfang der 2000er Jahre abgespielt hatte: Ein junger Mann hing an einem Seil tot im Baum: nackt und ohne Papiere. Wie er überhaupt mitten in den Grunewalder Forst (Berlin) gelangen konnte, wohin man allenfalls mit dem Nachtbus, einem Taxi oder einem Auto kommt: völlig ungeklärt.
Zwei Reporter der “Berliner Morgenpost” hatten sich auf die Suche, konkret an die Recherche gemacht. Zwei Veröffentlichungen wurden daraus, die wir mit freundlicher Genehmigung hier wiedergeben können. Zuvor skizzieren wir kurz und bündig den politischen Hintergrund. Denn der Vorfall spielte sich zu einer Zeit ab, in der Berlins größte Bank in staatlichem Besitz, die “Bankgesellschaft Berlin” (BGB), kurz vor der Pleite stand. Und mit staatlichen Bürgschaften in Milliardenhöhe aufgefangen werden musste.
Nach dem Mauerfall: Berlin im Größenwahn. Wollte aus mehreren Banken Europas größte Bankgesellschaft machen. Das ging schief. Und viele Leute wollten daran verdienen. Auch der Tote nackt im Baum mit seinen 32 Jahren ...
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Das Aufklärungsinteresse der Kripo war begrenzt. Und der Staatsanwalt kam erst gar nicht. Dafür machten sich die beiden Redakteure der Berliner Morgenpost an die Arbeit. Und benutzten dazu Mind.Mapping.
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