Die Berichte des EXPRESS, 16.06.2016
Köln - Ein internes Dokument zur Kölner Silvesternacht bringt NRW-Innenminister Ralf Jäger (55) in neue Bedrängnis. Vor dem Landtag hatte der SPD-Politiker im Januar behauptet, in den Vorjahren habe es rund um Hauptbahnhof "nahezu keine Vorkommnisse" gegeben. Doch dem widersprechen beteiligte Polizisten in EXPRESS vorliegenden Unterlagen deutlich. "Bereits während der Aufklärungs-und Voraufsichtsphase war der Bereich Dom-Hbf klar erkennbarer Hotspot", heißt es etwa im vertraulichen Einsatzerfahrungsbericht des zuständigen Einsatzabschnittsführers für Silvester 2014/2015, Burkhard J.. "Wiederholt empfehle ich, diesen Bereich als eigenen Unterabschnitt zu planen und hier eine intensivere Kooperation mit der Bundespolizei anzustreben", so der Hauptkommissar weiter. Pikant: Für die letzte Silvesternacht war genau dieser Abschnitt von der Kölner Polizei mit einem Einsatzzug eingeplant. Erst als das Land genau diesen angeforderten Zug verweigerte, wurde er gestrichen.
Nach EXPRESS-Informationen stellte Jäger den Erfahrungsbericht dem Untersuchungsausschuss erst jetzt zur Verfügung - vier Monate nach Einsetzen des Gremiums.