In der Nacht wird in der Moskauer Innenstadt der Journalist der Tageszeitung Kommersant, Oleg KASCHIN, 30 Jahre alt, vor seiner Wohnungstür zusammengeschlagen. Die beiden Täter brechen ihm den Kiefer, beide Unterschenkel und die Finger. Er wird mit einem Schädeltrauma und Gehirnblutungen ins Krankenhaus gebracht. Dort muss man ihm einen seiner Finger amputieren. Er wird in ein künstliches Koma versetzt.
Auch KASCHIN, bekannt vor allem für seine sozialkritischen Reportagen aus seinem Land, hatte ebenfalls über die Vorgänge in Chimki berichtet. Ein von ihm geführtes Gespräch mit einem Anführer der russischen „Antifa-Bewegung“, der während der Auseinandersetzungen um den Wald von Chimki womöglich an einem Angriff auf das Rathaus der Stadt beteiligt war und anonym blieb, bringt KASCHIN automatisch in Konflikt mit der „Jungen Garde“, der Jugendorganisation von PUTIN's Partei. Auf der Internetseite dort taucht ein Beitrag auf, in dem KASCHIN sowie der gesamten Redaktion des Kommersant vorgeworfen wird, gemeinsame Sache mit Extremisten zu machen, um mehr Leser zu gewinnen und die Staatsorgane zu diffamieren. „Verräter-Journalisten“ müssten bestraft werden, heißt es da.
Wenige Tage zuvor hatten Unbekannte den Ortsvorsitzenden der seinerzeit auf Anweisung des Kreml gegründeten liberalen Partei "Gerechte Sache", Konstantin FETISOV, mit Baseballschlägern lebensgefährlich verletzt, die dabei zu Bruch gehen - er fällt ins Koma. FETISOV wurde bereits im September attackiert. Auch FETISOV ist ein Aktivist für den Chimk-Wald