Die Journalistin Nina GESSNER

Portrait folgt ...

"Ich habe Geschichte und Politik auf Lehramt studiert, wollte aber immer Journalistin werden. Deshalb habe ich nach dem Studium eine Reihe von Praktika bei Tageszeitungen und Fernsehsendern absolviert, bis ich ein Volontariat bei der Hamburger Morgenpost bekommen habe, wo ich bis heute als Redakteurin in der Lokalredaktion arbeite", erklärt uns die MoPo-Redakteurin, wie sie das wurde, was sie bis heute ist.

Und warum sie immer noch das ist, was sie ist, dann so: "Ich liebe meinen Job, weil jeder Tag anders ist. Weil ich mich den ganzen Tag mit Menschen unterhalte, die die unterschiedlichsten sozialen, politischen oder kulturellen Hintergründe haben. Diesen ständigen Perspektivwechsel erlebe ich als spannend und als große Bereicherung, die ich gerne mit anderen Menschen teile, in dem ich diese Sichtweisen in der Print- und Online-Ausgabe mit den Lesern teile. Es gibt mir das Gefühl, einen Beitrag zu einer lebendigen Demokratie zu leisten."

Unterschiedliche Welten hat sie bereits während ihres Studiums erlebt: in Deutschland, Großbritannien und den USA, Praktika dann in Mexiko und Ecuador. Und bevor sie zur Hamburger MoPo kam hatte sie für den Bremer "Weser-Kurier", die Bremer "taz" sowie Radio Bremen frei gearbeitet, im Anschluß daran beim ZDF. Bei der MoPo ist sie seit 2002.

Die Geschichte über den Filz-Verdacht gegen Hamburgs Finanzsenator DRESSEL hat sie deshalb gemacht, "weil es hier darum ging, einen drohenden Gesetzesverstoß zu verhindern. Bei der Vergabe von öffentliche Aufträgen ist eine EU-weite Ausschreibung vorgeschrieben. Diese wurde hier unter Angabe fadenscheiniger Gründe umgangen. Die Direktvergabe des Senators an seinen Parteifreund hätte den Steuerzahler neun Millionen Euro gekostet."

Das hat Nina GESSNER verhindert.

Warum sie Journalismus wichtig findet?

"Weil journalistische Berichterstattung die BürgerInnen bei der Meinungsbildung unterstützt. Presse, Funk und Fernsehen liefern Lebenswelten, Meinungen und Perspektiven, mit denen die LeserInnen, HörerInnen und ZuschauerInnen in ihrem normalen Alltag nicht in Berührung kommen. Eine Demokratie kann aber nur funktionieren, wenn man akzeptiert, dass nicht jeder Mensch so denkt, wie man selbst. Wenn man andere Haltungen versteht und Toleranz ihnen gegenüber entwickelt. Es ist aber auch Aufgabe der Medien, die Grenzen der Toleranz aufzuzeigen. Also, dass es auch Haltungen und Bewegungen gibt, die versuchen, die Strukturen unserer Demokratie zu zerstören. Für Rassismus, Antisemitismus und Faschismus darf es keinen Raum geben."